Schiedsrichter: Winkmann im Einsatz bei D-Jugend

Schiedsrichter : Winkmann im Einsatz bei D-Jugend

(RP) Als am Samstag auf dem Nieukerker Sportplatz der Name des Schiedsrichters für das Spiel der D-Jugend gegen den 1.FC Kleve verkündet wurde, brandete unter den 450 Zuschauern tosender Applaus auf.

Ein ziemlich ungewöhnliches Erlebnis für den Referee der Partie, passiert dies in der Bundesliga doch nicht so häufig. Bundesliga? Ja, denn der Spielleiter der Partie war der Bundesliga-Schiedsrichter Guido Winkmann. Der Nütterdener Winkmann, der seit 2001 aus beruflichen wie privaten Gründen in Nieukerk wohnt und dessen Kinder auch beim TSV aktiv sind, erklärte sich bereit, anlässlich der Eröffnung des neuen Kunstrasenplatzes als Schiedsrichter zu fungieren. So kam es dann, dass die Spieler große Augen machten, als sie der erfahrene DFB-Referee auf den Platz führte. Vorab ist dies nämlich nicht angekündigt worden, da es unter anderem darauf ankam, dass Winkmanns Rückflug von München pünktlich ist. Denn noch am Samstagabend stand er in der Allianz Arena auf dem Platz und leitete das Topspiel zwischen München und Leverkusen gewohnt sicher. Viel Zeit blieb ihm da nicht: so war er erst gegen 12 Uhr zuhause – aber nur, um die Koffer abzustellen und direkt wieder mit Sporttasche gen Sportplatz aufzubrechen.

Das Spiel am Sonntag war da zum Glück entspannter zu leiten als die Partie am Samstagabend. Zwar gab es einen Strafstoß und auch eine gelbe Karte, aus der Ruhe brachte das Winkmann, der für den SV Nütterden aktiv ist, jedoch nicht. Denn nicht nur die Spieler verhielten sich angenehm ruhig gegenüber den Unparteiischen, auch auf die Zuschauer hatte seine Spielleitung einen positiven Effekt. Las man in den vergangenen Wochen wiederholt von Gewalttaten gegenüber Schiedsrichtern, verfolgten die Fans in Nieukerk das Geschehen äußerst sachlich und versetzten sich auch in die Lage des Referees. Sätze wie „Das Abseits hat er aber gut gesehen. Ich hätte das nie gesehen!“ oder „Meine Güte, da hat er recht. Die Perspektive kann manchmal echt täuschen…“ waren keine Seltenheit. Etwas, was man sich auch wünscht, wenn kein DFB-Schiedsrichter in der Mitte steht.

Nach dem Abpfiff der Partie war das anstrengende Wochenende aber noch lange nicht vorbei. Viele Spieler und Fans kamen zu Guido Winkmann auf den Platz, um mit ihm ein Selfie zu machen und den Tag in Erinnerung zu halten. Auch durch die Zuschauermenge kam er nur schwerlich durch, nahm er sich doch die Zeit, mit alten Freunden und Bekannten zu quatschen. Einen Star zum Anfassen auf dem heimischen Sportplatz – das gibts heutzutage selten.

Auch das Schiedsrichtergespann der folgenden Kreisliga A-Partie zwischen Gastgeber Nieukerk und Sevelen durfte sich über den hohen Besuch freuen. Schiri Elias Papke und seine Assistenten Lars Grell und Dominik Lübeck konnten sich bei der Platzeinweihung mit ihrem Bundesliga-Kollegen unterhalten und sich im Spiel ein paar Sachen von ihm abschauen. Vor ihrem Spiel kam Guido Winkmann auch noch einmal in die Kabine um ihnen viel Erfolg zu wünschen. Dem Trio gab er einige wertvolle Tipps mit auf den Weg, als DFB-Beobachter stand er aber nicht mehr an der Seitenlinie. Verständlich nach dem zwei Spielen binnen 24 Stunden.