Fußball : Wiedergeburt mit Problemen

Fußball-Landesliga-Derby: Der 1. FC Kleve und die Gocher Viktoria trennten sich gestern Abend in der Volksbank-Arena mit einem 0:0. 650 Zuschauer wollten die Heimpremiere der Rot-Blauen sehen. Es war ein Duell, bei dem keine größere Begeisterung aufkam.

"Der Parkplatz ist schon halb voll", freute sich Kleves Christian Nitsch gestern bereits zwei Stunden vor dem Anpfiff des Derbys. Er konnte sich später noch mehr freuen, denn das Gelände hinter der Tribüne der Volksbank-Arena war später komplett mit Pkw gefüllt. Mehr als 650 Zuschauer wollten das Derby zwischen dem 1. FC Kleve und Viktoria Goch sehen. Womit alle positiven Nachrichten über das erste Auftreten des 1. FC auch schon abgehandelt wären. Denn was sich in den 90 Minuten auf dem Platz abspielte, war auch für Landesliga-Fußball gewöhnungsbedürftig.

Ordentlich aufgeräumt

Beim 1. FC Kleve hatte man vor dem Duell ordentlich aufgeräumt, die Tribüne gesäubert und wetterfest gemacht. Die Wiedergeburt des Krisenclubs sollte jetzt auch auf dem Platz gelingen. Die Mannschaft von FC-Trainer Sebastian Kaul präsentierte sich gegenüber der 3:5-Auftaktpleite zwar verbessert, doch sollte das nicht besonders schwierig sein. Der Gast aus Goch war es, der sich im Derby wesentlich ballsicherer präsentierte und die besseren Möglichkeiten besaß. So zog Viktorias Gencalioglu in der 11. Minute aus 30 Metern ab. Der Schuss verfehlte zwar sein Ziel, sorgte jedoch für Unruhe im Klever Lager. Positiv aus FC-Sicht war: Zum Zeitpunkt von Gencalioglu-Hammer lag man in Moers bereits 0:2 hinten. Teilweise übernervös sorgten regelmäßig leichte Ballverluste beim 1. FC dafür, dass wenig Produktives nach vorne gelang. So war es Kleves Routinier Umut Akpinar, der nach einer Ecke die beste Möglichkeit hatte. Sein Kopfball wurde auf der Linie abgewehrt (30.). Als ein abgefälschter Freistoß von Kleves Eric Schulz am Außennetz der Viktoria landete, war der 1. FC besser ins Spiel gekommen (35.). Einer, der bei den Rot-Blauen zweifellos in die Kategorie Hoffnungsträger einsortiert werden kann, ist Lukas Nabbefeld, der die Gocher Hintermannschaft einige Male recht eindrucksvoll durch die Gegend tapsen ließ.

Auch nach dem Wechsel zeigten sich die Gocher besser und mit strukturierterem Spiel. So sorgt ein Nagel-Schuss aus 20 Metern für Bewegung bei FC-Keeper Poli Minas. Der Ball landete jedoch etwas zu hoch angesetzt im Fangzaun. In der 60. Minute ist es Viktorias Wetzels, der als Erster in diesem Spiel etwas zu jubeln hatte. Sein Schuss landet zwar im Tor, doch hatte er die Rechnung ohne den Linienrichter gemacht, der auf Abseits entschied. Die größte Möglichkeit der Gocher besaß Viktorias Sebastian van Brackel, der nach einer Ecke und reichlich geschlagenen Luftlöchern in der Klever Abwehr, den Ball jedoch lediglich an den Innenpfosten setzte (73.). Somit war eigentlich alles hergerichtet für einen entscheidenden Treffer in der Schlussphase. Die 90. Minute ist so etwas wie der Star unter den Minuten, weil Treffer in ihre gern schon mal entscheidende sind: Kleves Klunder hatte Sekunden vor dem Abpfiff nach einer Ecke die Möglichkeit zum 1:0. Er köpfte daneben. Zum Leidwesen der FC-Fans. Aber Leiden gehört für Fußball-Fans dazu. Erst recht in Kleve.

(RP)