Lokalsport: Von Driesen hat eine Sorge weniger

Lokalsport : Von Driesen hat eine Sorge weniger

Reitboden gewonnen. Beide geplanten Hallen stehen bereits und können wieder benutzt werden.

Im Juli 2013 traf es den Reit- und Fahrverein von Driesen Asperden-Kessel besonders hart. Seine Reithalle brannte komplett ab. Seinerzeit war es bereits der vierte Brand innerhalb eines Jahres. Zuvor waren schon Schuppen, in denen Reitutensilien gelagert wurden, betroffen. "Wir hatten eigentlich nichts mehr", erklärt Wolfgang Kösters, Vorsitzender des Vereins. Resignation war für den Vorstand und die Mitglieder jedoch keine Lösung. Stattdessen bemühten sie sich und kämpften weiter, so dass beide geplanten neuen Reithallen seit Herbst stehen. Die größere Halle mit den Maßen 60 mal 30 Meter wird seit Oktober sogar schon wieder beritten, wenn auch bislang nur im Trainingsbetrieb.

Bei der kleineren Halle (45 mal 25 Meter groß) fehlte noch ein wichtiges Element im Reitsport: Der Reitboden. Dank Lisa van Bebber und Philipp Uschkoreit haben sie diesen nun zum Nulltarif erworben. Die beiden aktiven jungen Reiter wurden auf eine Aktion der Reitsportmesse Niederrhein, die in Kalkar stattfand, aufmerksam. Auf der Facebook-Seite der Messe verlosten die Veranstalter den Reitboden, der in Kalkar für zahlreiche Reitvorführungen ausgelegt war. Teilnahmebedingung war lediglich eine Collage zu erstellen, die ausdrückt, warum man den Reitboden gewinnen möchte. "Reiten auf Schotter geht nicht, Reitsportmesse Kalkar macht es vielleicht möglich? Gebt uns einen Finger eurer Hand. Und wir haben vielleicht bald Reitersand!", stand unter anderem auf dem Werk des Reitvereins aus Asperden-Kessel. Zusammen mit zwei Bildern ihrer Halle stellten sie die fertige Collage auf Facebook, wo dann fleißig "Gefällt mir"-Angaben, auch "likes" genannt, gesammelt werden mussten.

Mit fast 3000 solcher Bekundungen gewann der Reit- und Fahrverein von Driesen Asperden-Kessel vor dem Verein für Voltigiersport Kleve, der immerhin fast 2.200 "Likes" für sich gewinnen konnte. "Damit wurde uns eine Sorge abgenommen", freut sich Kösters.

Ganz besonders möchte er sich bei van Bebber und Uschkoreit für die Idee und die Umsetzung bedanken. Beide haben darüber hinaus gemeinsam mit anderen Mitgliedern ordentlich die Werbetrommel gerührt. "Das war ein richtiger Hype, der eine Woche lang alles bestimmt hat", berichtet Kösters. In der Schule, auf der Arbeit, im Bekanntenkreis und im Internet machten die Mitglieder andere auf die Aktion aufmerksam. So konnte sogar ein Rückstand von sieben Tagen wieder eingeholt werden. "Als wir unsere Collage eingestellt haben, lief die Aktion eigentlich schon sieben Tage", so Kösters. Doch die restlichen sieben von insgesamt 14 Tagen haben gereicht, um auf der Reitsportmesse Niederrhein in Kalkar als Sieger gekürt zu werden. "Unser Zusammenhalt war einfach großartig", macht Kösters unter anderem als Grund für den Gewinn aus.

Nur einen Tag nach Ende der Aktion wurde der erste Sand bereits angeliefert. Er reicht jedoch nur fast aus, um die komplette kleinere Halle zu füllen. "Wir müssen wahrscheinlich noch eine kleine Menge hinzukaufen", sagt Kösters. Doch das sei nicht tragisch. Mit dem gewonnenen Sand sei zumindest der Großteil des Reitbodens abgedeckt.

Noch in diesem Jahr soll der komplette Boden fertig sein. Auch die Banden sollen bis zum letzten Tag des Jahres stehen. Die kleinere Halle dient dann unter anderem als "Winter-Abreithalle", Unterbringungs- und Warmmachmöglichkeit.

Die Arbeit ist damit aber noch lange nicht zu Ende. Im nächsten Jahr muss sich der Verein weiter der Innenausstattung widmen. Außerdem benötigen sie noch eine Toilettenanlage und Aufenthaltsräume. Denn in der größeren Halle sollen im nächsten Jahr endlich wieder Turniere ausgetragen werden.

(RP)
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