Fußball Viktoria Goch wirft SV Hönnepel-Niedermörmter aus dem Kreispokal

Goch · Der Bezirksligist setzt sich auf heimischem Platz mit 4:2 (0:1, 2:2) nach Verlängerung gegen den Landesligisten durch und zieht ins Halbfinale ein. Die Gäste-Mannschaft muss lange in Unterzahl spielen.

 Hö.-Nie.-Kapitän Marvin Müller (l.) – hier mit Viktoria-Spieler Niklas Zaß (M.) und Teamkollege Lukas Nowicki – sah in der 71. Minute die Gelb-Rote Karte.

Hö.-Nie.-Kapitän Marvin Müller (l.) – hier mit Viktoria-Spieler Niklas Zaß (M.) und Teamkollege Lukas Nowicki – sah in der 71. Minute die Gelb-Rote Karte.

Foto: Evers, Gottfried (eve)

Der Fußball-Bezirksligist Viktoria Goch hat große Moral bewiesen und den Landesligisten SV Hönnepel-Niedermörmter aus dem Kreispokal geworfen. Mit 4:2 (0:1, 2:2) nach Verlängerung setzte sich das Team von Trainer Daniel Beine im heimischen Hubert-Houben-Stadion durch. Dabei waren die Gäste früh in Führung gegangen. 200 Zuschauer waren beim Viertelfinale mit dabei.

„Es war wichtig, dass wir wieder gewonnen haben und eine super Einstellung an den Tag gelegt haben. Die erste Halbzeit war nicht ganz so gut von uns. Im zweiten Durchgang haben wir dann aber ein ganz anderes Gesicht und eine andere Körpersprache gezeigt. Wir haben bewiesen, unbedingt gewinnen zu wollen“, sagte Daniel Beine, dessen Team in der Bezirksliga um den Aufstieg kämpft.

In der Anfangsphase war die SV Hö.-Nie. jedoch das bessere Team. Nach 18 Minuten inszenierte Mittelfeldspieler Jan Vincent Steinkusch, der später verletzt ausgewechselt wurde, einen schnellen Angriff über den Flügel. Er bediente Dustin Eichholz, der am zweiten Pfosten nur noch einschieben musste. „Wir haben ein sehr gutes Spiel von beiden Seiten gesehen. In der ersten Halbzeit waren wir klar die bessere Mannschaft, obwohl wir nur mit halber Kapelle gespielt haben“, sagte Hö.-Nie.-Trainer Thomas Geist, der Stammspieler wie Marvin Ellmann, Marvin Hitzek, Maik Noldes oder Elidon Bilali zumindest nicht von Anfang an brachte. Schließlich hatte der Coach schon im Vorfeld der Partie erklärt, dass der Fokus seiner Mannschaft klar auf dem Landesliga-Klassenverbleib liegt – und nicht auf dem Kreispokal.

Im zweiten Durchgang steigerte sich Viktoria Goch, ohne allerdings allzu viele hochkarätige Chancen zu kreieren. Beide Mannschaften agierten stattdessen auf Augenhöhe. Doch Hö.-Nie.-Kapitän Marvin Müller wurde nach 71 Minuten zu Recht mit der Gelb-Roten Karte des Platzes verwiesen. Er hatte sich im Mittelfeld zu gleich zwei groben Fouls verleiten lassen. So wurde es unter Flutlicht noch einmal spannend.

 Viktoria-Trainer Daniel Beine war mit der Leistung und der Einstellung seiner Mannschaft zufrieden.

Viktoria-Trainer Daniel Beine war mit der Leistung und der Einstellung seiner Mannschaft zufrieden.

Foto: Evers, Gottfried (eve)

Doch zunächst erwies Konrad Kaczmarek (73.), der vor einigen Jahren auch für die SV Hö.-Nie. aktiv war, seiner Mannschaft einen Bärendienst, als er mit einem Eigentor für das 0:2 sorgte. Der 27-Jährige hatte in höchster Not vor Stürmer Marvin Ellmann klären wollen, beförderte den Ball jedoch ins eigene Tor.

So schien die Partie bereits entschieden. „Das Eigentor fiel zu einem sehr unglücklichen Zeitpunkt, als wir eigentlich am Drücker waren“, sagte Daniel Beine, der mit seinem Team am Wochenende in der Bezirksliga spielfrei hat. Doch die Viktoria kämpfte sich zurück in die Begegnung. „Der Gamechanger war die dumme Gelb-Rote-Karte von Marvin Müller. Das gab dem Spiel einen ganz anderen Verlauf. Goch hat noch einmal eine zweite Luft bekommen und dann schnell den Anschlusstreffer erzielt“, sagte Thomas Geist.

Ahmed Miri (79.) gelang nach einer Ecke von Levon Kürkciyan der Anschlusstreffer, Routinier Michel Wesendonk (80.) glich aus kurzer Distanz aus. So kam es zur Verlängerung. „In der Verlängerung war Goch das Team, das mit einem Mann mehr auch für mehr Druck gesorgt hat. Doch wir waren immer wieder gefährlich durch Konter. Goch konnte sich nie sicher sein“, sagte Geist. Doch in der 113. Minute packte Levon Kürkciyan einen sehenswerten Distanzschuss aus 30 Metern aus, Hö.-Nie-Torwart Dominik Langenberg war ohne Chance.

Wenig später wurde es dann noch einmal unruhig. Lukas Nowicki ging mit einer Fußverletzung zu Boden, doch sein Trainer Thomas Geist hatte das Wechselkontingent bereits ausgeschöpft. So mussten die Gäste in der Schlussphase mit bloß noch neun Akteuren agieren – eine aussichtslose Mission. Wenige Augenblicke später gelang Michel Wesendonk (118.) aus wenigen Metern die Entscheidung zu Gunsten der Gocher Viktoria.

„Trotz der Niederlage mache ich meiner Mannschaft ein riesen Kompliment für die erste Halbzeit und auch dafür, wie wir uns verhalten haben, als wir mit zehn Mann gespielt haben“, sagte Geist, dessen Team am Sonntag, 15 Uhr, vor heimischem Publikum auf Blau-Weiß Dingden trifft.

„Klar ist, dass die Wertigkeit des Pokals für uns nicht besonders hoch war. Daher war der Ausgang überhaupt kein Problem für uns, mit zwei Mann weniger konnten wir dann nichts mehr ausrichten. Dass Goch weitergekommen ist, ist völlig in Ordnung. Die Gelb-Rote Karte hätten wir uns sparen können, allerdings wird auch das einen Lerneffekt beim Spieler hervorrufen“, sagte Coach Thomas Geist.

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