Lokalsport : "Vielen Dank, mein Freund!"

Schweren Herzens verabschiedet der 1. FC Kleve beim 2:1-Erfolg gegen die DJK Teutonia St. Tönis Rechtsverteidiger Raphael Camara. FCK-Coach Thomas von Kuczkowski kämpft dabei mit den Tränen. Hühner und Haal sichern den Sieg.

Thomas von Kuczkowski, Trainer des Fußball-Landesligisten 1. FC Kleve, hielt nach dem 2:1 (1:0)-Sieg über die DJK Teutonia St. Tönis erst noch seine übliche Ansprache an die Mannschaft, ehe er seinen wohl schwersten Gang am gestrigen Nachmittag antrat. Mit den Tränen kämpfend umarmte er Raphael Camara und sagte: "Vielen Dank, mein Freund!"

Für den 23-jährigen Studenten waren es die letzten 90 Minuten im Klever Dress, da er studienbedingt ein Praktikum in Berlin absolvieren muss. Auch ihm fiel der Abschied sehr schwer. "Es waren tolle zweieinhalb Jahre. Ich werde die Jungs und den Verein vermissen. Danke für alles!", so Camara.

Beide Seiten trennten sich nach dem Schlusspfiff nur äußerst ungern. "Raphael ist der wohl beste rechte Verteidiger in der Liga. Aber auch menschlich, mit seinen Ansprachen an die Mannschaft, wird er uns fehlen. Von ihm habe ich gelernt, dass man auch mit Ruhe viel ausrichten kann", adelte ihn Kucze.

Camara, der bereits vor dem Anpfiff im Mittelkreis verabschiedet wurde, war auch gegen die DJK in der Defensive wieder mal einer der wichtigsten Akteure auf dem Platz. Denn trotz einer frühen Führung durch Pascal Hühner (6.), waren die Gäste das zunächst gefährlichere Team. FCK-Keeper Raven Olschewski musste sein Können bereits in Minute vier unter Beweis stellen, als St. Tönis' Brian Günther ihn mit einem Schussversuch prüfte. Eine noch größere Chance hatte jedoch der Ex-Klever Ercan Sendag nach acht Zeigerumdrehungen, aus kurzer Distanz traf er aber lediglich den Torhüter. Nur Sekunden später klärte Olschewski einen erneuten Sendag-Versuch gerade noch mit der Fußspitze. Das Leder flog allerdings direkt DJK-Akteur Daniel Jagenburg vor die Füße, der die bis dato beste Möglichkeit aber ungenutzt ließ.

In der Folgezeit störten vor allem die Gäste aus St. Tönis mit einigen Nickligkeiten den Spielfluss. Eine Standardsituation auf Klever Seite, die der gegnerische Torhüter entschärfte, beendete dann eine zum Schluss hin zerfahrene erste Hälfte. "Die Führung haben wir nur in die Pause gerettet", musste auch von Kuczkowski eingestehen.

Nach 58 Minuten sorgte Schiedsrichter Sascha Radusch dann für den größten Aufreger des Spiels: Fabio Forster sprang der Ball im eigenen Sechzehnmeterraum an seinen fast gänzlich am Körper angelegten Arm, woraufhin der Referee trotzdem auf den Elfmeterpunkt zeigte. Sendag verwandelte sicher, ehe nur acht Minuten später auf der anderen Seite Ernest Pijalic Mike Terfloth im Strafraum zu Fall brachte und Radusch ebenfalls auf Strafstoß entschied, welchen Tim Haal verwandelte. Kurz darauf sah DJK-Spieler Kerim Gürdal wegen Festhaltens eine unnötige Rote Karte (83.). Tobias Gorgs ließ in der Schlussphase außerdem noch zwei ganz große Chancen liegen. Dem 1. FC Kleve reichte der Sieg aber, um sich Platz zwei zurückzuerobern.

(RP)