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VfR Warbeyen besiegt Borussia Mönchengladbach im Niederrheinpokal

Frauenfußball : VfR Warbeyen schreibt Geschichte

Das Team von Trainer Sandro Scuderi zieht mit einem 3:2-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach ins Finale des Niederrheinpokals ein. Sophie Schneider entscheidet die Partie. Nun winkt der Einzug in den DFB-Pokal.

Der Frauenfußball-Regionalligist VfR Warbeyen hat es geschafft: Das Team von Trainer Sandro Scuderi ist ins Finale des Niederrheinpokals eingezogen. Mit 3:2 (2:2) schaltete das Team am Donnerstagabend den Favoriten und Ligakonkurrenten Borussia Mönchengladbach aus und schrieb somit Geschichte. 300 Zuschauer waren in der Eroglu-Arena mit dabei, als die Warbeyenerinnen nach dem Schlusspfiff minutenlang auf dem Rasen feierten und ihren Emotionen freien Lauf ließen.

„Da bekomme ich Gänsehaut. Dieses Spiel war Werbung für den Frauenfußball. Ich habe immer wieder gedacht: Passiert das hier wirklich? Und ich finde, dass wir verdient gewonnen haben, weil wir es einen Tick mehr wollten“, sagte VfR-Trainer Sandro Scuderi. Von Anfang an gingen die Gastgeberinnen engagiert zur Sache. Sie gingen keinem Zweikampf aus dem Weg. Hochkarätige Chancen gab es aber in der Anfangsphase noch nicht. „Wir sind richtig gut gestartet, bekommen dann aber aus dem Nichts das 0:1. Das war natürlich ein kleiner Nackenschlag“, so der Coach.

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Nach 16 Minuten brachte Britt Maria Johanna van Rijswijck Borussia Mönchengladbach mit einem verdeckten Distanzschuss in Führung, die Warbeyener Torfrau Eva Brouwer war ohne Chance. Doch in der Folge blieb das Team vom Duvenpoll eifrig. „Wir haben uns nicht ablenken lassen, stattdessen haben wir weiter Gummi gegeben. Wir sind immer wieder angelaufen und haben die Gladbacherinnen unter Druck gesetzt, gleichzeitig aber kaum etwas zugelassen. Die Chancen haben wir uns dann auch verdient“, sagte Scuderi. So war der Ausgleichstreffer folgerichtig. Hanna Hamdi hatte zu einem Solo über die rechte Seite angesetzt. Die Angreiferin legte den Ball quer und fand Sandra Starmanns (21.), die aus kurzer Distanz einschob. Nach 24 Minuten hätte die Mittelfeldspielerin erneut treffen können. An Gladbachs Torhüterin war Starmanns bereits vorbei, doch beim Abschluss fehlte die Genauigkeit.

Besser machte es wenig später Julia Hülsken (29.) Die Stürmerin war von Hanna Hamdi im Strafraum bedient worden, mit einer gehörigen Portion Willen nutzte sie die Chance. Danach wurde der VfR für kurze Zeit etwas passiver, die Folge war der Gladbacher Ausgleichstreffer. Amber van Heeswyk (37.) traf freistehend.

In der Halbzeitpause wurde Coach Sandro Scuderi dann laut. Aber nicht etwa, weil er unzufrieden mit seinen Spielerinnen war. „Ich wollte klar machen, was wir vor Augen haben. Völlig verdient stand es 2:2, eigentlich hätten wir schon führen können. Es war mir wichtig, zu betonen, dass es in der zweiten Halbzeit weh tun wird, wir es aber schaffen können“, sagte Scuderi, dessen Team in der Regionalliga auf Tabellenplatz neun steht, langfristig aber in die Zweite Bundesliga will.

In der zweiten Halbzeit waren die „Fohlen“ die tonangebende Mannschaft. Die Gladbacherinnen hatten viel Ballbesitz, doch der Defensivverbund des VfR Warbeyen stand stabil. Außer einigen Distanzschüssen brachten die Gäste nicht viel zu Stande. Im Gegenzug zeigte sich der VfR effizient. Mit einem Schuss aus 20 Metern traf die eingewechselte Sophie Schneider (69.) zum 3:2, es war die Entscheidung unter Flutlicht. „Ich bin unfassbar stolz auf das Team und die Leistung, die wir auf dem Platz gezeigt haben. Man hat sofort gemerkt, dass jeder bereit war, zu kämpfen und alles für den Sieg zu tun. Bei einer so tollen Teamleistung und in einem so unglaublichen Spiel den Siegtreffer zu erzielen, lässt sich nicht in Worte fassen“, sagte Schneider, die für Julia Hülsken in die Partie gekommen war. Sandro Scuderi war mächtig stolz auf seine Akteurinnen. „Alle Beteiligten haben alles dafür getan, dass es so ein besonderer Abend geworden ist. Es war ein Sieg, mit dem wir Geschichte geschrieben haben“, sagte der Coach.

Der VfR Warbeyen hat nun beste Chancen, den Einzug in den DFB-Pokal zu schaffen. Im Finale des Niederrheinpokals geht es nämlich gegen den Bezirksligisten Rhenania Bottrop, der überraschend das Endspiel erreicht hat. Der Sieger qualifiziert sich für den höchsten deutschen Pokalwettbewerb. Scuderi sagt: „Wir werden Rhenania Bottrop auf keinen Fall unterschätzen. Ihr Erfolg kommt nicht von ungefähr, sie haben einige ehemalige Regionalliga-Spielerinnen in ihren Reihen und steigen in die Landesliga auf. Aber wir wollen im Finale unbedingt gewinnen.“