Verhoeven bricht Weltrekord

Der Sportler des Clever Ruder Clubs schaffte im Ergometer-Rudern in der Klasse Männer - 20 bis 29 Jahre, Schwergewicht binnen 24 Stunden 263,14 Kilometer.

In einem beispiellosen Endspurt hat Stefan Verhoeven vom Clever Ruder Club (CRC) den bestehenden Weltrekord im Ergometer-Rudern in der Klasse "Männer – 20 bis 29 Jahre, Schwergewicht" gebrochen. Es galt, innerhalb von exakt 24 Stunden möglichst viele Kilometer zu rudern. Verhoeven schaffte 263 km und 14 m. Vorher stand der Rekord bei 241 km – und noch während des Rennens ging die Nachricht ein: Neuer Rekord bei 257 km! Von da an setzte Verhoeven alles auf eine Karte – und gewann!

Willensstark

Das pausenlose Surren der Ruderergometer bildet das Grundrauschen, trotz guter Lüftung liegt Schweißgeruch in der Luft. Eine Ruderin und zwei Ruderer bewegen sich mit entschlossenen Gesichtern willensstark und diszipliniert auf den Rollsitzen hin und her, die Flügelräder ihrer Rudergeräte mit kraftvollen Armzügen und wuchtigen Beinstößen bewegend. Um sie geht es, sie wollen den Weltrekord brechen. Es sind – neben Verhoeven - Maike Dußling vom CRC und Hajo Rebstein vom Wassersportverein Godesberg (WSVG). Dußling rudert in der Klasse Frauen U19, der Rekord steht bei 141 km, Rebstein will den Rekord brechen bei den Masters, 50 bis 59 Jahre, Schwergewicht, der Rekord steht bei 251 km.

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Jeder kann Pausen machen, so oft und so viel er mag – aber viel Aus-Zeit kommt nicht zusammen. Jede Minute Pause bedeutet eine fehlende Minute fürs Rudern. Der Flüssigkeitsumsatz der Athleten ist enorm. Trinkschläuche werden von den persönlichen Helfern gereicht. Essen ist nötig, belastet aber den Kreislauf. Hier gilt es zu optimieren. Verhoeven hat sich hauptsächlich für Bananen entschieden, Maike Dußling sah man zwischendurch auch an rohen Möhren knabbern.

Ausrichter dieses Events war der WSVG. Hier ist Hajo Rebstein zu Hause, Jahrgang 1959 und seit mehr als zehn Jahren Vorstandsmitglied. Er hatte den Weltmeisterschaftsversuch von langer Hand vorbereitet und war nun selbst gestartet. Er wollte den Weltrekord! Das Ganze fand statt im Vereinssaal des WSVG in Bad Godesberg. Die drei Ruderer wurden teils still, teils lautstark unterstützt von Ruderkameraden der eigenen aber auch auswärtigen Vereine, mit denen die drei Kontakte pflegen. Und selbst in der Nacht blieben viele Kameraden zur moralischen Unterstützung da – teils mühsam die Müdigkeit mit starkem Kaffee bekämpfend.

Dußling und Rebstein mussten schließlich abbrechen. Dußling war zwar bereits im Jahre 2007 mit rund 2.600 km Jahresbeste im gesamten Deutschen Ruderverband (DRV), rudert seither die Langstrecken, hatte aber nur sehr wenig auf einem Ruderergometer trainieren können. Nach 96 km in rund 17 Stunden brach sie ab. Rebstein wurde von einer aufkommenden Lungenentzündung gebremst und gab schließlich aus Vernunftgründen nach etwa 100 km auf.

Immer wieder finden sich Ruderinnen und Ruderer zusammen, um die Weltrekorde auf dem Ruder-Ergometer Concept II zu verbessern. Und auch Weltmeisterschaften werden ausgetragen. Die Beliebtheit dieses Gerätes leitet sich wohl aus der Marktführerschaft des Produzenten her. Weltweit finden sich seine Geräte in den meisten Rudervereinen, vor allem für das Wintertraining der Rennruderer, und in den Fitness-Studios. "Man kann," sagt Verhoeven, "diesen Leuten ein gewisses Engagement über das Kommerzielle hinaus nicht absprechen. Bei Concept II werden die Richtlinien gehütet und die Rekordlisten geführt. Außerdem unterstützen sie Großveranstaltungen, wie Weltmeisterschaften usw." Die etwas skeptische Frage nach der Kontrolle der Ergebnisse beantwortet Verhoeven mit: "Keine Sorge! In den Geräten sind Speicherchips eingebaut, die alles aufzeichnen und von Concept 2 überprüft werden." Außerdem gebe es sehr viele Zeugen, es sei ja alles öffentlich.

(RP)