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Fußball: Überrascht vom gegnerischen Matchplan

Fußball : Überrascht vom gegnerischen Matchplan

Fußball-Landesliga: Der 1. FC Kleve besiegte VSF Amern mit 3:0. Es trafen Niklas Klein-Wiele und Levon Kurikciyan (2).

Eine ungewohnte Situation war das gestern Nachmittag für die Landesliga-Fußballer des 1. FC Kleve. Nach 18 Spieltagen, in denen sie ohne Unterbrechung als Tabellenführer in die Spiele gegangen waren, sahen sie sich ein erstes Mal wieder in der Verfolgerposition. Der VfB Homberg hatte durch seinen 3:0-Erfolg im auf Freitagabend vorgezogenen Spiel gegen den SV Sonsbeck die Rot-Blauen von der Tabellenspitze verdrängt.

Gegner der Klever war mit dem VSF Amern eine Mannschaft, die sich wie schon in der vergangenen Saison mit aller Macht gegen den Abstieg stemmt. Die Fußballer aus der Gemeinde Schwalmtal hatten sich zum Bresserberg aufgemacht mit der Erkenntnis, dort kaum etwas verlieren zu können - zu deutlich war die Ausgangslage. "In Kleve erwartet niemand etwas von uns. Wir können nur gewinnen, egal auf welche Art", sagte VSF-Trainer Dennis Sobisz im Vorfeld der Begegnung. Mehr Underdog könne seine Mannschaft gar nicht sein. Und dann packten die Rot-Weißen allen Mut zusammen und entwarfen einen Matchplan, der "uns alle überrascht hat", gestand FC-Trainer Thomas von Kuczkowski nach dem Abpfiff des Spiels.

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Amern rührte keinen Beton an, sondern verteidigte sehr hoch und störte bereits die Klever Abwehrspieler bei deren Spielaufbau. "Darauf mussten sich meine Spieler erst einmal einstellen", sagte der Klever Trainer, der von daher auch Verständnis hatte für den äußerst mühevolle ersten Durchgang seiner Mannschaft. Mike Terfloth, der zunächst im Mittelfeld nicht den gewohnten Zugriff auf das Spiel bekam, versuchte es mit einem Schuss aus der Distanz, ähnlich tat es Otman Maehouat - beide ohne mit ihren Schüssen für Gefahr zu sorgen. Gefährlicher war da schon Levon Kurikciyan, der einen Einwurf wunderbar weiterspielte und Amerns Keeper mit einem Schuss von der halblinken Seite prüfte.

Eine halbe Stunde war vorüber, als der beste Klever Spieler Niklas Klein-Wiele, dessen Aktionen stets Hand und Fuß haben, einen lang in den Strafraum geschlagenen Freistoß wunderbar an seinem Gegenspieler vorbeizog und mit seiner rechten Klebe dem gegnerischen Torhüter keine Abwehrchance ließ. Dieses Tor war Balsam auf die Klever Seele, beruhigte deren Aktionen etwas, bremste allerdings die Gäste nicht in ihrem mutigen Vorhaben, etwas mitzunehmen. Das wurde ein weiteres Mal kurz nach der Pause deutlich, als Kleves Keeper Sascha Horsmann nach einem Distanzschuss von VSF-Kapitän Rene Jansen abtauchen musste, um den Ball zu klären. Der Schuss in der 65. Minute von Jansen war noch brenzlicher, weil er vom Klever Keeper erst ziemlich spät zu erkennen war. Doch auch die zweite Prüfung bestand die Nummer eins des 1. FC Kleve mit Bravour.

Die Herunternahme des am Knie verletzten Tim Haal, für ihn kam Simon Berressen, und den anschließenden Positionswechsel von Maehouat auf Maurice Rybacki sowie den dadurch bedingten taktischen Rückzug von Klein-Wiele auf die Sechser-Position sorgte in der letzten Viertelstunde für eine deutliche Belebung des Klever Offensivspiels, während nach hinten die Klever Reihen um Hajo Peters jetzt nahezu geschlossen waren.

Zwölf Minuten vor dem Ende bediente Klein-Wiele mit einem genauen Zuspiel in die Tiefe des Raumes Pascal Hühner, der jedoch am Torwart scheiterte. Den abgewehrten Ball verwandelte Kurikciyan zum Klever 2:0. Der dribbelstarke Angreifer hatte sieben Minuten später dann einen weiteren feinen Auftritt, als er einen langen Ball mit einer Körpertäuschung an seinem Gegenspieler vorbei legte und ihn unter Zuhilfenahme des Innenpfostens zum 3:0-Endstand in die gegnerischen Maschen schoss.

"Das war heute mit Sicherheit nicht unsere beste Leistung", konstatierte FC-Coach von Kuczkowski. Man müsse aber auch mal zufrieden sein, mit einfacheren Mitteln zum ziel gekommen zu sein. Von allen Konkurrenten um den Aufstieg habe seine Mannschaft mit Amern den schwierigsten Part gehabt. "Ein Kompliment an den Gegner, wie er hier aufgetreten ist und uns das Leben schwer gemacht hat."

(RP)