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Tor-Spektakel: 1. FC Kleve und FC Kray trennen sich 4:4

Fußball-Oberliga : 1. FC Kleve rettet Punkt beim Spektakel

Die Mannschaft spielt 4:4 gegen den FC Kray. Trainer Umut Akpinar zeigt sich unzufrieden mit der Vorstellung des Teams – und bangt um Niklas Klein-Wiele. Die Anhänger der Gäste verursachen einen Polizei-Einsatz.

Fußball-Oberligist 1. FC Kleve hat sich im Heimspiel gegen den FC Kray einen Punkt erkämpft. 4:4 (2:2) trennten sich die Teams in der Getec-Arena. In der sechsten Minute der Nachspielzeit traf Niklas Klein-Wiele für das Team von Trainer Umut Akpinar zum Endstand. Zufrieden war der Coach dennoch nicht: „Natürlich haben die Zuschauer ein sehr unterhaltsames Spiel gesehen. Aber wir haben uns das so nicht vorgestellt. Vier Gegentore sind deutlich zu viel. Zuhause wollen wir anders auftreten.“

Die Gäste waren zwar besser ins Spiel gestartet, für den ersten Treffer sorgte aber der Klever Niklas Klein-Wiele (14.) nach einem Konter über Danny Rankl. Fortan dominierte der 1. FC. „Das Tor fiel genau zum richtigen Zeitpunkt“, sagte Akpinar. Doch die Antwort der Gäste folgte nach 22 Minuten. Nach einem feinen Steilpass lief Kevin Kehrmann alleine auf Kleves Torhüter Ahmet Taner zu und spitzelte den Ball geschickt zum Ausgleich am Keeper vorbei.

Die Kräfteverhältnisse änderten sich aber kaum. Der 1. FC Kleve war das tonangebende Team – und bestätigte die gute Form der vergangenen Wochen. Nachdem Stürmer Danny Rankl im Strafraum zu Fall gebracht worden war, traf Routinier Nedzad Dragovic (27.) vom Elfmeterpunkt zum 2:1. Nach einer Ecke köpfte Krays Florian Usain (39.) wiederum völlig unbedrängt zum 2:2 ein. Erneut stimmte die Zuteilung beim 1. FC überhaupt nicht.

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Nach dem Seitenwechsel häuften sich auf seifigem Rasen die technischen Fehler, Kombinationen über mehrere Stationen waren selten. Niklas Klein-Wiele (55.) köpfte daneben, Younes Mouadden (75.) traf aus einer Abseitsstellung, Calvin Top (82.) versuchte es aus der Distanz. Von den Kickern aus dem Ruhrgebiet kam kaum mehr etwas. Doch sie hatten Glück: Nach einer Flanke traf der Klever Kai Robin Schneider (84.) unglücklich ins eigene Tor.

So mussten die Rot-Blauen, die mittlerweile für starke Schlussphasen bekannt sind, nochmal alles nach vorne werfen. In der 90. Minute schob Younes Mouadden zum erneuten Ausgleich ein. Doch er und seine Kollegen schienen noch abgelenkt zu sein, als die Essener postwendend zur Gegenoffensive ansetzten. In der Hintermannschaft des 1. FC Kleve herrschte vollkommene Unordnung, als Johannes Sabah (90.+2) zum 4:3 traf. Die Essener feierten frenetisch. Doch sie hatten die Rechnung ohne Klein-Wiele gemacht, der noch das 4:4 erzielte.

„Wenn du so spät das 3:4 bekommst, kannst du froh sein, einen Punkt zu holen. Kray hat das auch sehr gut gemacht. Aber wir müssen einfach deutlich besser auftreten, auch eine andere Körpersprache zeigen. Das fühlt sich heute wie eine Niederlage an“, sagte Umut Akpinar, der in Sorge um Niklas Klein-Wiele ist. Der 27-Jährige hatte sich beim Tor zum 4:4 vertreten – und musste mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Rasen getragen werden. Eine Diagnose steht noch aus.

Für einen negativen Höhepunkt sorgten alkoholisierte Fans des FC Kray, die während der zweiten Halbzeit begannen, die verbotenen Strophen des Deutschlandliedes zu singen. Einige Klever Anhänger reagierten zügig und forderten die Essener lautstark auf, das Stadion zu verlassen. Da die Ordnungskräfte nicht ausfindig machen konnten, wer gesungen hatte, wurde die Polizei hinzugerufen. Die Beamten nahmen Anzeige und Ermittlungen auf.