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Tischtennis-Klubs begrüßen die Corona-Pause

Sport in der Corona-Krise : Vereine begrüßen die Pause im Tischtennis

Auf die Entscheidung des Westdeutschen Verbandes, die Saison wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen zu unterbrechen, gibt es nur positive Reaktionen. WRW Kleve hofft, dass der Deutsche Tischtennis-Bund jetzt nachzieht.

Der Westdeutsche Tischtennis-Verband hat angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen erst einmal die Notbremse gezogen. Von der Oberliga abwärts wird der Spielbetrieb bis zum 31. Dezember eingestellt. Die Saison soll nur in einer Einfach-Runde beendet werden, wobei die bislang in der Hinserie ausgetragenen Partien gewertet werden. Die noch ausstehenden Begegnungen sollen an den bereits festgelegten Rückrunden-Terminen stattfinden. Das bedeutet, dass wohl erst frühestens Anfang März wieder aufgeschlagen wird.

Die Klubs der Region begrüßen die Entscheidung. „Das ist angesichts der dramatisch ansteigenden Infektionszahlen der einzig vernünftige Schritt. Die Vereine haben so auch ein hohes Maß an Planungssicherheit. Denn sie wissen bereits jetzt, zu welchen Terminen die noch ausstehenden Spiele ausgetragen werden. Es bleibt allerdings die große Frage, ob wirklich im März wieder gespielt werden kann. Wenn nicht, dann könnte es schwer werden, die Saison zu beenden“, sagt Klaus Seipold, Teammanager der Damen-Mannschaften von WRW Kleve.

Der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) hat hingegen noch keine Entscheidung gefällt, wie es in den höherklassigen Ligen weitergehen soll. „Ich hoffe, dass der DTTB einen ähnlichen Entschluss wie der Westdeutsche Verband trifft“, sagt Seipold. Noch aber sind für das kommende Wochenende die Heimspiele der ersten Damen-Mannschaft von WRW in der Dritten Liga gegen den SV Holzbüttgen und des zweiten Teams in der Regionalliga gegen den TTV Hövelhof angesetzt. „Wir überlegen allerdings, ob wir diese Partien von uns aus absagen. Diese Möglichkeit haben wir“, sagt Seipold. Bis Donnerstag müsste diese Entscheidung getroffen werden.

Klaus Seipold (WRW): „Der einzig vernünftige Schritt.“ Foto: Markus van Offern (mvo)

Für Seipold ist es die logische Konsequenz aus der aktuellen Entwicklung, dass die Saison unterbrochen wird. „Im privaten Bereich sollen Kontakte so weit wie möglich vermieden werden. Bei einem Tischtennis-Spiel einer unserer Damen-Mannschaften treffen sich aber mindestens acht Personen aus acht verschiedenen Haushalten. Das passt nicht zusammen“, sagt Seipold. Deshalb plädiert er dafür, dass auf Bundesebene wenigstens in der Dritten Liga und der Regionalliga eine Pause eingelegt wird. „Denn wir befinden uns in diesen Klassen noch nicht im Profibereich, wo es auch handfeste wirtschaftliche Interessen gibt“, so Seipold.

Der TTV Rees-Groin hat in der laufenden Saison 18 Mannschaften ins Rennen um die Meisterschaft geschickt und zählt damit unverändert zu den Tischtennis-Hochburgen am Niederrhein. Jörn Franken, Geschäftsführer des Vereins und Leistungsträger der ersten Mannschaft in der NRW-Liga, hatte mit der Entscheidung des Verbands insgeheim schon gerechnet. „Überall schießen die Infektionszahlen momentan in die Höhe. Da blieb den Verantwortlichen praktisch keine andere Wahl, zumal sie ja auch an die Gesundheit der Sportler denken müssen“, sagt Franken.

Eugen Brück (TTC Geldern): „Unterbrechung zum richtigen Zeitpunkt.“ Foto: Klatt

Auch in Rees ist die Erleichterung groß, dass die Saison nur in Form einer einfachen Runde zu Ende gespielt wird. Franken: „Hätten wir auch noch Nachholtermine für all’ unsere Mannschaften suchen müssen, wäre das sehr chaotisch geworden.“ Damit die zahlreichen Spielerinnen und Spieler auch in Corona-Zeiten ihrem Hobby nachgehen können, hält der TTV Rees-Groin zumindest den Trainingsbetrieb aufrecht. „Wir beachten selbstverständlich sämtliche Schutzmaßnahmen. Aber so lange die Hallen nicht geschlossen werden müssen, machen wir intern weiter“, sagt Franken.

Für Heinz Leuken, Tischtennis-Abteilungsleiter des SV Walbeck, kam die Entscheidung des Westdeutschen Verbandes nicht überraschend. „Mir war schon beim Saisonstart klar, dass diese Situation eintreffen würde. Der Verband hat richtig entschieden“, sagt er. Zwar hätten sich die Hygienekonzepte der Vereine bei den Spielen und beim Training bewährt. „Aber das allein reicht nicht. Man darf nicht vergessen, dass zum Beispiel bei der Anfahrt zu den Partien vier bis fünf Personen aus verschiedenen Haushalten auf engen Raum in einem Auto sitzen. Und ohne diese Fahr-Gemeinschaften könnten wir den Spielbetrieb auch gar nicht durchziehen“, so Leuken.

Auch bei Eugen Brück, Vorsitzender des TTC Blau-Weiß Geldern-Veert, stößt die Entscheidung des Verbandes auf Verständnis. „Die Saison ist zum richtigen Zeitpunkt unterbrochen worden, weil die Vereine sonst zwangsläufig den Überblick verloren hätten. Schon in den vergangenen Wochen gab es immer wieder Absagen. Irgendwann hätte man die ganzen Nachholspiele gar nicht mehr unter einen Hut bekommen können. Jetzt können alle Beteiligten nur hoffen, dass wir die Saison im neuen Jahr vernünftig zu Ende spielen können“, sagt der erfahrene Funktionär.