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Tischtennis: Damen von WRW Kleve holten vor 40 Jahren den DM-Titel

Tischtennis : Im Triumphzug durch Kleve

Vor 40 Jahren gewann der damalige Tischtennis-Bundesligist Weiß-Rot-Weiß Kleve erstmals die Deutsche Meisterschaft. 650 Fans kamen damals in die Kellener Sporthalle, um das Damen-Team gegen den TSV Kronhagen zu unterstützen.

Es gibt im Sport Ereignisse, über die man sich auch nach Jahrzehnten noch gerne erinnert. Dazu gehört in Kleve ganz bestimmt die Deutsche Tischtennis-Meisterschaft von Weiß-Rot-Weiß Kleve. Der Traditionsklub, der 1976 und 1979 schon jeweils den europäischen Messe-Cup gewonnen hatte, wartete nach dreifacher Vizemeisterschaft von 1976 bis 1978 hinter dem DSC Kaiserberg sowie dem dritten Platz 1979 immer noch auf den nationalen Titel.

40 Jahre ist es nun her, als das Damen-Team im März 1980 nach 49 Jahren erstmals Deutscher Meister wurde. Auch wenn der Pokal des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) nach dem souveränen 9:1-Heimsieg gegen Hagen in die Höhe gestemmt wurde, das eigentliche Meisterstück machte das Quartett mit Wiebke Hendriksen, Monika Kneip-Stumpe, Roswitha Schmitz und Jutta Trapp einige Wochen zuvor.

In der Kellener Sporthalle fegen die Kleverinnen am Karnevalssonntag den amtierenden Champion TSV Kronshagen vor der Rekordkulisse von 650 Zuschauern mit 9:2 aus der Halle. „Das war eine Sensation“, erinnert sich die WRW-Legende Wiebke Hendriksen. Und auch der damalige Mannschaftsbetreuer Dieter Stumpe, der später auch über viele Jahre Vorsitzender war, stellt heute fest: „Für Kleve war das ein echtes Highlight.“

Nachdem die WRW-Damen im Hinspiel in Kronshagen mit 4:9 unterlegen waren, wäre im Rückspiel ein Heimsieg erforderlich gewesen, um das große Ziel noch zu erreichen. Doch am Abend vor der entscheidenden Begegnung kam die frohe Kunde aus Kaiserberg, dass der Meister, der zuvor schon mal ein Unentschieden gemacht hatte, dort unerwartet die Segel gestrichen hatte. Und so wurde WRW Kleve binnen 24 Stunden urplötzlich vom Außenseiter zum heißen Anwärter auf die Meisterschaft.

Für das Damen-Team der Saison 1980 sind die Erlebnisse von damals bis heute unvergessen. Foto: Klaus-Dieter Stade (kds)

Ein donnerndes „Kleve Helau“ schallte den 650 Fans aus den Kehlen von Moni, Rosi, Jutta und Wiebke als Schlachruf entgegen. Und die Heimmannschaft spielte an diesem Morgen Tischtennis wie von einem anderen Stern. „Wiebke war die Beste. Sie hat selten so gut gespielt“, sagte anschließend selbst Kronshagens Betreuer Trupkovic. Dreimal musste die Kleverin drei Sätze spielen, dreimal war sie erfolgreich. Aber auch Monika Kneip-Stumpe, Roswitha Schmitz und Jutta Trapp spielten sich in einen Rausch. Am Ende hieß es 9:2 für WRW Kleve, die Halle verwandelte sich in einen Hexenkessel.

„Eine tolle Stimmung. Das war sehr beeindruckend“, sagt Wiebke Hendriksen noch heute. Und der damalige WRW-Vereinsboss Seppl Kück meinte unmittelbar nach der entscheidenden Begegnung: „Das hätte ich mir nie träumen lassen.“

Vier Wochen später wurde der Meistertitel erwartungsgemäß unter Dach und Fach gebracht. Der TTV Rinteln wurde mit 9:0 auf die Heimreise geschickt und tags drauf kamen noch einmal 400 Zuschauer in die Kellener Sporthalle, um die Krönung mitzufeiern. 9:1 hieß es gegen den SSV Hagen.

Hanne Schlaf, damals DTTB-Damenwartin, war aus Frankfurt angereist, um den Pokal zu überreichen. „Die Stadt Kleve und ihre Bürger freuen sich mit ihnen. Es hat sich gelohnt, dass wir ihnen immer wieder Unterstützung gegeben haben“, sagte der damalige Bürgermeister Richard van de Loo.

Nach den vielen Gratulationen hatten die WRW-Verantwortlichen damals noch eine besondere Überraschung parat. In zwei Kutschen ging es im Triumphzug von der Kellener Sporthalle über die Emmericher Straße durch die Klever Innenstadt, wo dem Deutschen Meister, begleitet von einem kilometerlangen Auto-Konvoi, herzlich zugejubelt wurde. Mit rot-weißen Fähnchen bestückt und einem ohrenbetäubenden Hup-Konzert wurden die Spielerinnen von den treuen Fans bis zum Vereinslokal „Schwarzer Ritter“ eskortiert. Erlebnisse, die bis heute unvergessen sind.