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Tischtennis: Bittere Nachricht für Mara Lamhardt und Lea Vehreschild

Tischtennis : Bittere Nachricht für zwei Klever Talente

Die im März abgesagte Deutsche Jugend-Meisterschaft der Jugend wird nicht nachgeholt. Mara Lamhardt, die zum letzten Mal bei der DM startberechtigt gewesen wäre, und Lea Vehreschild hatten sich für die Titelkämpfe qualifiziert.

Die Deutsche Meisterschaft für den Tischtennis-Nachwuchs war eine der ersten Großveranstaltungen im Sport, die der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen ist. Am 14. und 15. März hätten die vielversprechendsten Talente der Republik im saarländischen Schiffweiler an der Platte gestanden. Daraus aber wurde nichts. Mittlerweile hat der Verband offiziell gemacht, dass das Turnier auch nicht mehr nachgeholt wird – eine ersatzlose Streichung mit weitreichenden Folgen für die Nachwuchsspielerinnen Mara Lamhardt (WRW Kleve) und Lea Vehreschild (DJK Kleve).

„Diese Nachricht ist ziemlich bitter für mich. Ich finde die Entscheidung so auch nicht ganz richtig. Sicherlich wäre es schwierig, aber nicht unmöglich gewesen, einen anderen Termin zu finden“, sagt Lamhardt. Da die 17-Jährige im Dezember die Volljährigkeit erreicht, wurde ihr nun die Möglichkeit der letzten Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft genommen. „Auf dieses Turnier habe ich mich lange vorbereitet, jede Woche trainiert. Der Einsatz war jetzt eigentlich umsonst“, sagt die WRW-Akteurin, die bereits vier Mal an dem Wettbewerb teilgenommen hat.

Auch Lea Vehreschild, die im Jugendbereich für die DJK und bei den Seniorinnen für Weiß-Rot-Weiß aufschlägt, habe sich bereits lange Zeit auf den Wettkampf vorbereitet. „Natürlich hat man für die Deutschen Meisterschaften vor der Corona-Krise nochmal mehr trainiert und den Fokus darauf gelegt“, sagt sie. So habe sie insbesondere an ihrer Beinarbeit und den Aufschlägen gefeilt. „Die Absage war für den Verband ganz sicher eine schwere Entscheidung. Ich kann sie allerdings nachvollziehen, da niemand so richtig weiß, wie sich die ganze Situation rund um Corona weiterentwickelt“, sagt Vehreschild. Die 17-Jährige aber hat das nächste Ziel schon jetzt vor Augen. Immerhin darf sie auch im nächsten Jahr noch an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen.

Lea Vehreschild muss nicht nur auf den DM-Start, sondern auch auf die FICE/FISEC Games 2020 der DJK verzichten. Foto: Markus van Offern (mvo)

Doch Vehreschild verpasst nicht nur die Deutsche Meisterschaft, sondern auch die FICE/FISEC Games 2020. Diese hätten vom 16. bis 22 Juli im Duisburger Sportpark Wedau stattfinden sollen. Mehr als 1000 Jugendliche der Jahrgänge 2003 und jünger wären in Sportarten wie Badminton, Schwimmen, Tischtennis, Tennis, Volleyball, Basketball, Handball oder Futsal gegeneinander angetreten. Anlass war der 100. Geburtstag des DJK-Sportverbandes. Die Schirmherrschaft hätte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet übernommen. Auch diese Veranstaltung wurde nun abgesagt.

„Auf das Turnier hatte ich mich schon sehr gefreut. Das wäre eine besondere Erfahrung geworden“, sagt Lea Vehreschild. Im Tischtennis-Wettbewerb wären neben Deutschland noch Frankreich, Österreich, Tschechien, Rumänien und Malta dabei gewesen. Die DJK-Nationalmannschaft besteht aus jeweils drei Jungen und drei Mädchen, eine davon wäre Lea Vehreschild gewesen. Als DJK-Delegationsleiter wäre ihr Vater Helmut Vehreschild, langjähriger Klever Sportredakteur der Rheinischen Post, in Erscheinung getreten. „Die Absage ist sehr schade. Diese internationale Veranstaltung ist schon ganz besonders. Ich war in den vergangenen Jahrzehnten bei diesen Turnieren in Niederlande, Belgien und Italien als DJK-Betreuer dabei“, sagt der 62-Jährige.

Doch für Mara Lamhardt und Lea Vehreschild gibt es auch einen Lichtblick. Seit gut zwei Wochen dürfen die beiden Talente wieder trainieren – wenn auch nicht in der heimischen Halle in Kleve und nur unter besonderen Hygiene-Vorkehrungen. Das Duo nimmt einmal wöchentlich an den Trainingseinheiten des Tischtennis-Verbands in Düsseldorf teil. „Ich bin froh, dass dieses Training wieder angelaufen ist. Die Pause wegen der Corona-Pandemie war eindeutig viel zu lang“, sagt Lea Vehreschild.