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Fußball: Tim Haal trifft von der Mittellinie ins Tor

Fußball : Tim Haal trifft von der Mittellinie ins Tor

Fußball-Landesliga: Der 1. FC Kleve hält sich auch im sechsten Saisonspiel schadlos - diesmal auswärts bei VSF Amern. Durch Tore von Tim Haal (2) und Pascal Hühner kommen die Rot-Blauen zu einem ungefährdeten 3:0 (2:0)-Sieg.

Wer feiern kann, kann auch arbeiten. An diese Volksweisheit erinnerte Kleves Trainer Thomas von Kuczkowski seine Spieler vor der Auswärtspartie gegen die Vereinigten Sportfreunde Amern, die mit einen Holperstart in die Saison gestartet waren. Am Freitag hatte man in Kleve das Training gestrichen und sich in Mannschaftsstärke ins heimische Oktoberfest gestürzt. Die Spieler haben Charakter bewiesen, stellte "Kucze" nach den 90 Minuten anerkennend fest. Sie können nicht nur "geil feiern", sondern anschließend auch "geil Fußball spielen". Mit 3:0 (2:0) holten Akpinar & Co. den sechsten Sieg in Folge, zu einem Selbstläufer allerdings wurde der Nachmittag nicht. "Wir mussten über die gesamte Spielzeit die Konzentration hoch halten", sagte der Klever Trainer.

Er traf damit den Nagel auf den Kopf. Denn Amern zeigte "anders als noch bei der letzten Niederlage gegen Aufsteiger Repelen", wie ihr Trainer Rainer Bruse resümierte, dass es um Längen besser ist, als die bisher geholten mageren drei Punkte vermuten lassen. Von Kuczkowski: "Ich hatte Sorge, dass sie ausgerechnet gegen uns einen Coup landen." Als der Klever Trainer das sagte, hatte er seiner Mannschaft bereits für den sechsten Sieg in Folge und die makellose Weste gratuliert und war erleichtert darüber, dass seine Befürchtung über die Rückkehr Amerns zu alter Stärke noch nicht eingetreten war.

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Bei guten äußeren Bedingungen entwickelte sich ein von beiden Seiten sehr intensiv geführtes Spiel. Zu Beginn ließen die Gastgeber Kleve durch frühes Pressing nicht zur Entfaltung kommen. Das dauerte jedoch nur wenige Minuten, bis Kleve den Kampf annahm, sehr klug die Räume besetzte und "im Abschluss das Quäntchen Glück", wie Amerns Trainer feststellte, auf seiner Seite hatte.

Sehr schön kam Kleves Führungstreffer in der 11. Minute zustande, als Tim Haal einen von Fabio Forster an den kurzen Pfosten geschlagenen Eckball mit dem Kopf ins lange Eck drehte. Ein erzwungenes Tor: Denn dem Eckball ging ein Zuspiel von Forster auf den über rechts gestarteten Tobias Gorgs, der in der Sturmspitze der Rot-Blauen ein ständiger Unruheherd war. Sein harter Torschuss wurde von Amerns Stefan Kern in höchster Not zur Ecke geklärt, aus der sich dann die Klever Führung entwickelte.

Mit der Führung im Rücken beruhigte der 1. FC Kleve über vermehrten Ballbesitz das Spiel und setzte nadelstichartig gefährliche Aktionen gegen den Kasten von Amern. Doch viel mehr wurde die Partie im Mittelfeld zu einem Abnutzungsspiel, bei dem sich beide Mannschaften kaum etwas schenkten. Glück für Kleve in der 30. Minute, als ein zu kurz abgewehrter Ball vor die Füße von Rene Janssen fiel, dessen Flachschuss knapp am Klever Tor vorbei ging. Ansonsten stand die FC-Defensive unerschütterlich.

Eine Minute vor dem Pausengang erlief der erneut eminent fleißige Pascal Hühner einen von Forster mit Augenmaß hinter die gegnerische Abwehr geschlagenen langen Ball. Über den Torwart hob der Hochgeschwindigkeitsfußballer den Ball zentimetergenau unter die Latte. Eine vielleicht noch größere Tat gelang Tim Haal in der 53. Minute, als ihm ein nicht ganz geglückter Abschlag des Geburtstagskindes "Poli" Minas an der Mittellinie vor die Füße fiel, er sich mit einer kurzen Finte so viel Raum verschaffte, wie er benötigte, um den Ball über den weit vor seinem Tor stehenden Keeper zum Klever 3:0 in die Maschen zu schlagen. Paderborns Moritz Stoppelkamp ließ herzlich grüßen.

"Damit war die Messe gelesen", so "Kucze", der sich am Ende von seinen Spielern noch die nicht ganz ernst gemeinte Frage gefallen lassen musste, ob sie in der kommenden Woche nicht wieder am Freitag trainingsfrei haben könnten. "Vor dem Derby?", fragte der Klever Trainer in die Runde, "ganz bestimmt nicht!"

(RP)