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Tennis: TC Rot-Weiß Goch bleibt an der Jahnstraße

Tennis im Kreis Kleve : TC Rot-Weiß Goch bleibt an der Jahnstraße

Der Verein hat den Pachtvertrag für seine Anlage bis 2035 verlängert, aus dem aber fünf Plätze herausgenommen werden. Dieser Bereich soll in Bauland umgewandelt werden. Ein Umzug zur Marienwasserstraße ist vom Tisch.

Drei Jahre lang hatte der Tennis-Club Rot-Weiß Goch über einen Neustart an der Marienwasserstraße gesprochen und dabei auch Politik sowie Verwaltung in seine Pläne einbezogen. Allerdings vergebens. Die Idee ist mittlerweile vom Tisch, der Verein hat den Vertrag für seine Anlage an der Jahnstraße mit der Stadt bis 2035 verlängert. Ursprünglich wäre der Kontrakt 2030 ausgelaufen.

„Wir haben im Jahr 2019 die Idee vorgebracht, über einen neuen Standort nachzudenken, da unsere Anlage mit 17.500 Quadratmetern und elf Ascheplätzen einfach zu groß ist. Es ist schwer, den Unterhalt sicherzustellen“, sagt Gerd Thyssen, Vorsitzender des Tennisvereins. Der Vorschlag der Sportler war naheliegend. Es sollte gewissermaßen ein Tausch stattfinden: Die Stadt Goch hätte die Tennisflächen in attraktives Bauland umwandeln können, im Gegenzug hätte sie nur wenige hundert Meter entfernt neue Sportflächen ausweisen sollen.

Der TC Goch träumte nämlich davon, zur Marienwasserstraße zu ziehen, wo sich bereits die Tennishalle Sporttreff, die nun aber ohne Pächter und Zukunft dasteht, und Viktoria Goch befinden. Dort hätte man einen Sportpark entwickeln können. Doch der Verein war nun unter Zugzwang, da die Anlage an der Jahnstraße dringend modernisiert werden musste. Ein neuer Anstrich, eine moderne Elektroanlage, stabile Zäune, eine effiziente Pumpe, hübsche Grünanlagen – es gab reichlich zu tun.

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Doch Landesmittel wären nur geflossen, wenn der Pachtvertrag mindestens eine zehnjährige Bestandsgarantie vorsieht. Deshalb ging der Verein auf die Stadt mit der Bitte um eine Vertragsverlängerung zu, die willigte ein. So konnte der Klub investieren. Zehn Prozent Eigenmittel und viele ehrenamtliche Stunden schoss der Verein hinzu. „Diese Arbeiten waren für unseren Verein sehr wichtig, ein großer Schritt“, sagt Gerd Thyssen.

Ein Schritt, der ohne die Unterstützung der Stadt nicht möglich gewesen wäre. „Wir haben nun das getan, was der Verein wollte: den Vertrag verlängert. Außerdem haben wir die hinteren fünf Plätze aus dem Pachtvertrag herausgenommen. Auch das war ein Anliegen des Vereins“, sagt Wolfgang Jansen, Geschäftsführer der Gocher Stadtentwicklungsgesellschaft GO!. Diese Flächen, die von den Aktiven des TC Goch nicht mehr genutzt wurden und teils schon seit Jahren brachliegen, sollen schnellstmöglich in Bauland umgewandelt werden.

Im Laufe des kommenden Jahres wolle man der Lokalpolitik einen Entwurf vorlegen, so Wolfgang Jansen. Zudem plant er eine Wallanlage in Richtung Tennisplätze, um die Emissionsbelastung für die Anwohner zu minimieren. Erschlossen werden soll das Gebiet demnach über die Dr. Arens-Straße. Diese Pläne dürften nicht überraschen: Die Flächen des Tennisvereins gelten seit Jahren als echtes Filetstück in der Gocher Stadtplanung.

„Mit der Förderzusage bindet sich der Verein auch an seinen derzeitigen Standort. Man weiß natürlich nicht, was in den nächsten Jahren alles so passieren wird. Allerdings steht ein Umzug Stand jetzt nicht zur Debatte, der Gedanke an einen Sportpark scheint überholt zu sein“, sagt Wolfgang Jansen. Außerdem könne der TC Rot-Weiß Goch am jetzigen Standort seine Identität bewahren.

Gerd Thyssen hat in den vergangenen Jahren immer wieder auch das Gespräch mit der Lokalpolitik gesucht. Da sei die Idee grundsätzlich zwar auf Gegenliebe gestoßen, allerdings wurde es nie konkret, so Thyssen. „So, wie die Lösung nun ist, sind wir als Verein dicke zufrieden. Wir bleiben mitten in der Stadt, der Standort passt hervorragend“, sagt der seit 2019 amtierende Vorsitzende des 275 Mitglieder zählenden Vereins. Mit der Aufbereitung der Plätze sind hohe Kosten verbunden, die man teils gerne einsparen will, so Thyssen.

Schließlich sind die goldenen Zeiten des Tennissports längst vorbei. Da sei das Ende für die hinteren Plätze ein wichtiges Signal. „Was nach 2035 ist, kann noch niemand abschließend sagen. Bis dahin werde ich aber wohl nicht mehr in Verantwortung sein. Dann kann es sein, dass der Umzug an die Marienwasserstraße noch einmal Thema wird. Aber aktuell sind diese Gedanken nun nicht mehr“, sagt Gerd Thyssen.