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Tennis-Kreis Kleve sucht eine neue Führung

Vereine und Verbände : Schwere Zeiten im Tennis-Kreis Kleve

Drei Vorstandsposten müssten neu besetzt werden. Auch die Nachwuchsarbeit macht Sorgen. Doch der neue Kreis-Jugendtrainer Paul Jansen ist auf einem guten Weg.

Es war eine triste Jahreshauptversammlung des Tennis-Kreises Kleve. Eigentlich hätten die Posten des Vorsitzenden, des Sportwarts und des Jugendwarts neu besetzt werden sollen. Doch es fanden sich keine Kandidaten. „Es ist heutzutage schwer, Ehrenamtler zu mobilisieren. Es sind kaum Leute in Sicht“, sagt Volker Wernick, der seit 40 Jahren Kreis-Jugendwart ist.

Wernick wollte schon vor zwei Jahren sein Amt niederlegen. „Doch Paul Jansen hat erst im Sommer als neuer Kreis-Jugendtrainer angefangen. Jetzt wollte ich ihn nicht im Regen stehen lassen“, so Wernick. Daher sei er zwar zurückgetreten. Da allerdings kein Nachfolger gewählt werden konnte, übt er das Amt weiter kommissarisch nach. „Paul Jansen wird die Jugendarbeit neu aufbauen und ist auf einem guten Weg“, sagt Wernick über den Gocher.

Auch die Vorsitzende Alexandra Nitsche hätte ihr Amt gerne zur Verfügung gestellt. „Es ist viel Arbeit, die leider nicht auf allzu viele Schultern verteilt ist. Die Aufgaben als Vorsitzende machen Spaß. Doch es ist schwer, diese mit einem Beruf zu vereinbaren“, sagt Nitsche, die beim TC Blau-Weiß Issum in der Zweiten Verbandsliga aufschlägt. Anders als Wernick hat sie sich im Januar in ihrem Amt bestätigen lassen, spätestens im kommenden Jahr soll allerdings Schluss sein. Weiterhin kümmere sie sich nun etwa um die Ausrichtung der Kreismeisterschaften oder die Organisation der Winterhallenrunde.

„Wir stehen wirklich vor großen Problemen. Viele Vereine dümpeln so herum“, sagt Volker Wernick. So gebe es im Kreisgebiet aktuell zwar 29 Klubs, doch nur zwölf Vereine hätten auch Mannschaften für die Jugend-Medenspiele im Sommer angemeldet. Zudem nehme man bereits im zweiten Jahr nicht mehr an den traditionellen Bezirksvergleichspielen im Winter teil, bei denen die besten Jugendlichen des Kreises auf die Altersgenossen aus Krefeld, Viersen, Mönchengladbach, Neuss und Moers treffen. „Es ist einfach nicht mehr gelungen, konstant die erforderlichen 14 Nachwuchsspieler an den Start zu bringen“, sagt Wernick.

Zudem werde von anderen Tennis-Kreisen im Bezirks-Jugendausschuss aktiv Stimmungsmache gegen den Kreis Kleve betrieben, da man in der Vergangenheit nicht selten unvollständig bei den Vergleichsspielen angetreten sei. „Es ist für mich ganz klar, dass wir vor schweren Jahren stehen“, sagt Volker Wernick.