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Lokalsport: Tänzerinnen üben auf neuem Boden

Lokalsport : Tänzerinnen üben auf neuem Boden

Auf Initiative der Tanzpädagoginnen hat der Turnverein Kalkar für seine zahlenmäßig stärkste Abteilung nachgerüstet. Im Trainingsraum wurde ein neuer Holzschwingboden verlegt. Er soll künftig die Gelenke der Tänzerinnen schonen.

Er riecht noch etwas streng. Die ersten Tanzstunden hat er aber bereits hinter sich, der neue Tanzboden des TV Kalkar. In den Herbstferien hat dieser Einzug in einen der angemieteten Räume in Stadtnähe gehalten und sorgte in den vergangenen Wochen bereits für Begeisterung bei Groß und Klein.

Seit 2010 trainiert der TVK, dessen stärkste Abteilung mittlerweile der Tanz ist, in den Räumen des früheren Bauchtanzstudios an der Grabenstraße in Kalkar. Damit sollte vor allem Kindern und Jugendlichen eine angemessene Trainingsmöglichkeit geboten werden - egal ob im Jazz, Ballett, kreativem Kindertanz oder sogar Pilates für die Erwachsenen. Einziges Manko an dem rund 120 Quadratmeter großen Trainingsraum in der ersten Etage des Gebäudes war der Boden, der für die vielen Tanzdisziplinen nicht gut geeignet war.

Dieses Problem hat der Verein nun mit einem transportablen Holzschwingboden der international renommierten und auf Bühnenbau spezialisierten Firma Gerriets gelöst. Auf den alten Untergrund wurden etwa 50 Platten verlegt, die mit einem speziellen Klick-System miteinander verbunden sind. Somit kann er jederzeit wieder ausgebaut und woanders ausgelegt werden. "Das war uns wichtig, da unsere Räume ja nur angemietet sind", erklärt Tanzpädagogin Elke Welz-Janssen. Zwar habe man weiß Gott nicht vor, in naher Zukunft auszuziehen, jedoch wollte man einen Boden haben, der für so viel Geld gegebenenfalls auch mitziehen könnte, so die Tanzlehrerin. Der TV Kalkar möchte mindestens die nächsten drei oder mehr Jahrzehnte Spaß an ihm haben.

Der neue Boden, der zusätzlich mit einem robusten PVC-Beleg ausgelegt wurde, ist ein sogenannter Schwingboden, der die Fuß- und Kniegelenke weniger belastet, da er mitschwingt und so abfedert. Ein Punkt, der für die Tanzpädagoginnen Elke Welz-Jansssen, Katja Unkrig und Ruth Naß wichtig war. "Wenn man sechs oder mehr Stunden Unterricht gibt, merkt man das auf einem nicht geeigneten Boden sehr deutlich. Die Gelenke leiden dadurch, auch schon bei Kindern", weiß Welz-Janssen. Für sie und ihre Kolleginnen war dies auch der Grund, warum sie mit der Bitte um einen neuen Tanzboden zum Vorstand gingen, der sofort seine Bereitschaft erklärte. "Der neue Boden ist wirklich ein Genuss. Jetzt können wir sogar springen, da er ja mitgeht", berichtet Welz-Janssen.

Damit sowohl die Lehrerinnen als auch ihre Schüler gut und möglichst schonend tanzen können, hat der Verein tief in die Tasche greifen müssen. Ein Kredit brauchte trotzdem nicht aufgenommen werden. "Wir konnten ihn von unserem Ersparten aus der Vereinskasse bezahlen", sagte Norbert Hos, erster Vorsitzender des TVK.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen und ist zumindest im Umkreis einmalig. "Soweit ich weiß, gibt es im Kreis Kleve keinen vergleichbaren Boden", meint Welz-Janssen, die aus ihrer Zeit in Tanzstudios deutscher Großstädte auch andere Gegebenheiten kennt. "Da hat eigentlich jedes Studio so einen Schwingboden", berichtet die Tanzpädagogin. Als sie in den Kreis Kleve kam und keinen mitschwingenden Boden mehr beim Tanzen unter den Füßen hatte, habe sie ihn besonders zu schätzen gelernt. Umso größer war ihre Freude, dass man nun auch in Kalkar so tanzen kann. Bald sogar ganz frei von Gerüchen.

(RP)