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Sylvesterlauf von Alemannia Pfalzdorf abgesagt

Rennen mit Tradition in Pfalzdorf : Corona stoppt den Sylvesterlauf erneut

Nach Gesprächen mit der Stadt Goch hat Veranstalter Alemannia die Reißleine für die Großveranstaltung gezogen. 2146 Sportler hatten sich bereits angemeldet.

Diese Entscheidung war in den vergangenen Tagen bereits erwartet worden, nun ist die Absage offiziell: Der Sylvesterlauf in Pfalzdorf wird auch in diesem Jahr nicht stattfinden. Veranstalter Alemannia Pfalzdorf hat die Reißleine für die 33. Auflage der Großveranstaltung gezogen. Erneut macht die Corona-Pandemie der Leichtathletik-Abteilung des Klubs einen Strich durch die Rechnung. Dem Entschluss waren Gespräche mit der Gocher Stadtverwaltung vorausgegangen.

„Die Stadt Goch hat uns zu Recht darauf hingewiesen, dass die Ministerpräsidentenkonferenz ein bundesweites Ansammlungs- und Versammlungsverbot für den Silvestertag beschlossen hat. Daher gibt es schlichtweg keine Möglichkeit, den Lauf stattfinden zu lassen“, sagt Gerd Janßen, Leichtathletik-Abteilungsleiter der Alemannia. Bislang hatten sich bereits 2146 Sportler für die Rennen angemeldet, die meisten für die Distanz über fünf Kilometer. Auf insgesamt 2500 Läufer und Läuferinnen war die Teilnehmerzahl begrenzt worden. In der Vergangenheit waren auch bereits mehr als 3000 Starter an der Hevelingstraße mit dabei.

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Doch dieses Limit ist nun hinfällig. „Auf Bundesebene ist dieses Versammlungsverbot bereits beschlossen worden. Die Länder müssen es jetzt noch umsetzen. Aber daran wird nicht mehr gerüttelt. Wir wollen nun nicht weiter an der Organisation arbeiten, wenn wir wissen, dass es nichts mehr werden kann. Da brauchen wir uns nicht auf den Kopf zu stellen“, sagt Gerd Janßen.

Ein zwölfköpfiges Organisations-Team hatte in den vergangenen Monaten für die Vorbereitung der Veranstaltung verantwortlich gezeichnet – und nichts unversucht gelassen. Die Zuversicht war bemerkenswert groß. Und das, obwohl viele Laufveranstaltungen in der Region in diesem Jahr wieder gestrichen worden sind. „Wir hätten es uns leicht machen und die Veranstaltung noch einmal absagen können. Doch das wollten wir nicht, weil wir auch beweisen wollen, dass es in der Pandemie langsam zurück zur Normalität geht“, sagte Tim Verhoeven vom Organisations-Team noch vor einigen Wochen.

Die Entscheidung sei den Pfalzdorfern alles andere als leichtgefallen, wie Gerd Janßen versichert. „Natürlich sind wir sehr enttäuscht, gerne teilen wir diese Absage nicht mit. Aber wir sind alle Bürger dieses Landes und müssen uns an Recht und Gesetz halten. Die Corona-Pandemie ist größer als der Sylvesterlauf. Das müssen wir akzeptieren“, sagt der Abteilungsleiter.

Eine virtuelle Variante der Veranstaltung, wie sie von der Alemannia im vergangenen Jahr angeboten worden war und immerhin noch gut 800 Sportler auf die Beine gebracht hatte, soll es diesmal nicht geben. „Im ersten Jahr war so eine virtuelle Variante ja noch ganz witzig, weil es so etwas noch nie gegeben hatte. Aber digitale Formate können einen Lauf in Präsenz niemals ersetzen. Und in diesem Jahr hört man von diesen virtuellen Varianten doch überhaupt nichts mehr“, sagt Janßen.

Alle bereits angemeldeten Teilnehmer sollen in den kommenden zwei Wochen ihre Startgebühren – Erwachsene zahlten zwölf Euro – per Überweisung zurückerstattet bekommen. Wer den Verein bei der Deckung der bereits getätigten Ausgaben unterstützen will, kann sein Startgeld allerdings auch spenden. Zwei Euro fließen zudem an einen guten Zweck, den Ghana-Kreis der St. Martinus-Gemeinde.

Nachdem die Absage von der Alemannia in sozialen Netzwerken mitgeteilt worden, fielen die Reaktionen eindeutig aus. Dass es 2021 erneut keinen Sylvesterlauf geben würde, sei sehr bitter. Die Startgebühren aber scheinen die meisten Sportler spenden zu wollen.