Sylvesterlauf Alemannia Pfalzdorf

Sylvesterlauf: Pfalzdorf als Hochburg der Läufer

Beim 31. Sylvesterlauf sorgten die Anhänger für ein Volksfest an der Hevelingstraße.

Der Sylvesterlauf – was ist das?

Sie brachten den Läufern Glück. Sportliche Höchstleistungen waren durch die Glücksbringer garantiert. Foto: Markus van Offern (mvo)

Der Sylvesterlauf ist die größte Sportveranstaltung der Region, organisiert von der Leichtathletikabteilung der Alemannia Pfalzdorf. Traditionell findet er am letzten Tag des Jahres statt – und das seit 31 Jahren.

Foto: Markus van Offern (mvo)

Die Läufer starten am Schulzentrum neben der St. Martinus Kirche, gerannt wird über Asphalt, das Ziel ist erneut der Ortskern. Für die stimmungsvolle Moderation zeichnete sich Johannes van Heukelom verantwortlich. Erneut avancierte das Leichtathletik-Event an der Hevelingstraße zum Stelldichein der hiesigen Laufsportszene, die sportlich das Jahr ausklingen ließ.

Pfalzdorf Silvesterlauf Veranstaltung 5KM Lauf - Startzeit 13:15 Uhr Zieleinlauf erste Frauen Foto: Markus van Offern (mvo)

Wie viele Teilnehmer gingen an den Start?

In diesem Jahr hatten 2943 Läufer gemeldet, darunter allein 547 Kinder und Jugendliche. Davon erreichten 2510 auch das Ziel. Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist das ein leichter Rückgang; 2017 knackten die Alemannen die 3000-er-Marke. Die Zieleinlaufquote war mit knapp 85 Prozent nun allerdings höher als im Vorjahr.

„Wir haben genau mit diesen Teilnehmerzahlen auch gerechnet. Vielleicht waren es zuletzt einige Läufer mehr, da der Lauf am Sonntag stattfand, nun fiel er ja auf einen Montag“, sagt Veranstalter Tim Verhoeven. Das Durchschnittsalter betrug 35 Jahre.

Wie waren die Bedingungen für Laufsport?

Im vergangenen Jahr regnete es noch in Pfalzdorf. Nun blieben die Sportler bei milden Temperaturen trocken. Zu Höchstleistungen spornten die tausenden Fans an, die sich an den Straßenrändern lautstark bemerkbar machten. Der „Blumenkamp“ schickte gar einen eigenen Fanclub ins Rennen, der mit knallbunten Postern und poppiger Musik aufwartete. Dudelsackspieler, Megaphonzurufe und Schlagermusik taten ihr Übriges.

Gab es außergewöhnliche Läufer?

Selbstverständlich. Athleten in Bären- oder in Cinderella-Verkleidung wurden gesichtet. Ein Teilnehmer lief gar mit Kinderwagen – allerdings ohne menschlichen Nachwuchs, sondern mit Plüschtier-Elch. Ganz offenbar hieß es da: Wettschulden sind Ehrenschulden. Die meisten Akteure aber präsentierten sich in den lilalen Funktionsshirts des Veranstalters. Der Sylvesterlauf bot erneut einen spannenden Mix von Spitzensport und Volksfest-Breitensport.

  • Lokalsport : 26. Steintorlauf: Laufsport vom Feinsten

Besonders stach auch Sebastian Hintzen hervor, der extra aus Freiburg angereist war, um in rot-weißen Gruppentrikots mit seinen Nichten Linette und Henrike Hintzen fünf Kilometer zu rennen. „Was für ein Spektakel hier“, konstatierte der Gast, der versprach, im kommenden Jahr wiederzukommen. Den Zieleinlauf hatte er mit Linette abgesprochen, beide überschritten die Linie nach 24:28 Minuten. Ihre Schwester folgt einige Minuten danach. Die jüngste Teilnehmerin war die zweijährige Hanna Kraatz, der erfahrenste Karl Tausche mit 83 Jahren.

Welcher Sportverein stach hervor?

Die meisten Teilnehmer stellten ganz deutlich die Weberstädter Vereine. Viktoria Goch meldete die zweitmeisten, mit 67 Teilnehmern war der TV Goch allerdings omnipräsent und wurde dafür geehrt. Jugendwartin Heidi Chlasta sagte dazu: „Wir sind stolz, so viele junge Menschen von unserem Sport und dem Sylvesterlauf begeistern zu können.“ 32 Nachwuchsathleten waren es insgesamt. Leistungsdruck wolle sie keinesfalls aufbauen, insbesondere bei den Kindern stehe der Spaß im Vordergrund. Optisch stach auch der SV Sonsbeck hervor, deren Sportler in den teufelsroten Trikots der Herausforderung entgegen gingen.

Wie lief der Fünf-Kilometer-Lauf?

Die Volksdistanz hätte kaum spannender sein können. An der Spitze kämpften Armin Gero Beus vom SV Sonsbeck und Florian Falkenthal vom LV Marathon Kleve gegen einander. Immer wieder wechselten sie die Positionen und forderten zu Tempoerhöhungen heraus. „Das war ein Wettkampf auf Augenhöhe. Wir sind praktisch die ganze Zeit gemeinsam gelaufen. Dann muss final der Endspurt entscheiden“, sagt Beus. Bei diesem behielt er die Oberhand und kam mit einer Zeit von 15:46 Minuten zwei Sekunden schneller als sein Kontrahent ins Ziel. „Ich hatte heute ein wirklich gutes Gefühl. Natürlich kommt man hierhin, um auch zu gewinnen. Die Konkurrenz mit Florian hat großen Spaß gemacht, aber auch das Ambiente hier war sehr würdig“, fügt er an. Bei den Damen entschied An Lenders vom Venloop Running Team den Lauf für sich. Sie benötigte für die Strecke 17:52 Minuten und war in der Zieleinlaufliste auf Rang acht gelistet.

Wie lief der Zehn-Kilometer-Lauf?

In der Königsdisziplin wurden Kirsten de Baey-Ruszin vom Hamminkelner SV und Cristoph Uphues vom TV Wattenscheid 01 als Sieger geehrt. Der Beste der Männer hatte dafür 32:50 Minuten nötig und ließ seiner Konkurrenz damit keine Chance. Für Baey-Ruszin war der Triumph nach 36:22 Minuten eine Überraschung, schließlich war ihr letzter Lauf im September, danach verabschiedete sie sich in die Winterpause. „Ich bin eigentlich in der Aufbauphase. Dass daraus direkt der Sieg wurde, finde ich sensationell“, sagt sie. Erstmalig lief sie in Pfalzdorf mit. „Für unseren Verein ist der Sylvesterlauf aber längst Tradition“, sagt Baey-Ruszin. Sie ließ final Theresa Stevens hinter sich.

Wie fiel das Fazit des Veranstalters aus?

„Wir sind wirklich sehr zufrieden. Normalerweise gibt es immer Kleinigkeiten und Zwischenfälle, die nicht klappen, wie wir uns das vorgestellt haben. Jetzt aber lief alles glatt. Das sportliche Niveau war, wenn ich die Zeiten betrachte, sehr hoch. Der Einlauf ins Ziel war natürlich extrem emotional, da sich im Ortskern so unglaublich viele Menschen aufgehalten haben. Nach einer halbjährigen Vorbereitung war der Tag eine tolle Belohnung für unseren Einsatz. Nun freuen wir uns 364 Tage lang wieder auf die neue Auflage.“