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SV Hö.-Nies Trainer Sven Schützek stellt sich den Fragen im RP-Gespräch

Interview Sven Schützek : "Die Klasse halten wir zu 100 Prozent"

Der Trainer der SV Hö.-Nie. spricht vor dem Spiel gegen die VSF Amern über die Zukunft des Landesligisten.

Sven Schützek hat als Trainer des Fußball-Landesligisten SV Hönnepel-Niedermörmter einen perfekten Einstand gefeiert: Zum Auftakt besiegte seine vom Abstieg in die Bezirksliga bedrohte Mannschaft die direkte Konkurrenz, DJK/VfL Giesenkirchen und Blau-Weiß Dingden. Vor zwei Wochen übernahm der 43-Jährige das Traineramt bei den Schwarz-Gelben. Zuvor hatte sich der Verein von Thomas von Kuczkowski getrennt, der anderthalb Jahre bei der Spielvereinigung an der Seitenlinie stand. Aktuell ist Hö.-Nie. mit einem Punkt Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz Tabellen-Fünfzehnter. Im Interview spricht der Moerser darüber, dass er sich des Klassenverbleibs sicher ist und warum er vor allem an der Disziplin seiner Mannschaft gefeilt hat.

Herr Schützek, wenn Sie es in einer Prozentzahl bemessen müssten: Wie wahrscheinlich ist der Klassenerhalt der SV Hö.-Nie.?

Sven Schützek Die Klasse halten wir zu 100 Prozent. Daran habe ich keinerlei Zweifel. Es wäre schon falsch, nur von 99 Prozent auszugehen. Dann hätte ich diesen Job nicht annehmen dürfen.

Die ersten zwei Wochen Ihres neuen Engagements verliefen sehr erfolgreich. Wo haben Sie angesetzt?

Schützek Nun, erst einmal muss ich sagen: Es ist alles ein wenig wie im Zeitraffer verlaufen. Anfang Januar habe ich den TuS Fichte Lintfort verlassen. Eigentlich wollte ich bis zum Sommer eine Pause einlegen, doch dann kam das Angebot von Hö.-Nie. Allzu lange haben die Gespräche nicht gedauert, ich war sofort begeistert von der Aufgabe. Ich konnte mir aber auch nicht ewig Gedanken darüber machen, welche neuen Impulse ich der Mannschaft geben möchte.

Es heißt, Sie hätten die Zügel im Training deutlich angezogen?

Schützek Ob das so ist, müssen andere beurteilen. Als ich zum ersten Mal auf die Mannschaft gestoßen bin, habe ich allerdings neue Regeln eingeführt. Ich lege hohen Wert auf Disziplin und Pünktlichkeit. Daher habe ich die Trainingseinheiten auch später angesetzt, damit auch wirklich alle Spieler pünktlich erscheinen. Außerdem kann es einer Mannschaft sehr gut tun, nach einer gewissen Zeit eine völlig andere Ansprache zu bekommen. Bisher hat das gefruchtet.

Bis 2015 betreuten Sie die zweite Mannschaft der SV Hönnepel-Niedermörmter. Zuletzt standen Sie viereinhalb Jahre beim TuS Fichte Lintfort an der Seitenlinie und führten den Verein von der Bezirks- in die Landesliga. Haben Sie die Entwicklungen in Kalkar weiter verfolgt?

Schützek Natürlich. Der Kontakt ist nie abgerissen. Mit Michael Kröll, der jetzt Teammanager ist, habe ich mich immer wieder ausgetauscht. Das Verhältnis zwischen mir und dem Verein ist besonders.

Es waren stürmische Jahre für den Klub. Protagonisten wie Guido Lohmann, Kato Sürün, Georg Kreß und Thomas von Kuczkowski ist es nie gelungen, nachhaltig für Ruhe im Verein zu sorgen.

Schützek Zugegebenermaßen: Das hat von außen einen turbulenten Anschein gemacht. Aber ich habe damals noch nicht in der Kabine gesessen. Außerdem interessiert es hier niemanden mehr, was gewesen ist. Mich am wenigsten. Unser aller Blick geht nach vorne. Wir haben ein Ziel vor Augen und das ist greifbar.

Werden Sie Ruhe in den Verein bringen?

Schützek Das ist mein wichtigstes Ziel. Wir müssen uns auf das Sportliche fokussieren, da haben wir genug Arbeit vor uns.

Haben Sie Kontakt zu Ihrem Vorgänger Thomas von Kuczkowski?

Schützek Nein. Ich respektiere ihn als erfahrenen Trainer. Allerdings ist der Abgang für ihn sicherlich auch mit vielen Emotionen verbunden. Da wäre es aktuell nicht angemessen, Kontakt aufzunehmen.

Sie haben für zweieinhalb Jahre bei der SV Hö.-Nie. unterschreiben. Wo steht der Verein im Sommer 2022?

Schützek Dafür bräuchte ich die Glaskugel. In zweieinhalb Jahren herrscht hier auf jeden Fall Ruhe. In welcher Liga wir dann spielen, weiß ich nicht. Erst einmal werden wir alles geben, in der Landesliga zu bleiben. Die Oberliga ist kein Thema.

Heute trifft Ihre Mannschaft um 15 Uhr vor heimischem Publikum auf die VSF Amern. Wie stark erwarten Sie den Gegner?

Schützek Ich halte die VSF Amern für eine Wundertüte. Wenn ihr Offensivspiel ins Rollen kommt, können sie jedes Spiel gewinnen. Sie haben zwar eine gute Hinrunde gespielt, zuletzt aber auch gegen Dingden und Sterkrade-Nord verloren. Wir rechnen uns Chancen aus.