Hallenfußball : Vasovic schreibt Geschichte

30. Hallenturnier um Klever Flockdruck-Pokal: Der B-Ligist TuS Kranenburg überzeugt und siegt beim Hallenfußballturnier des SV Donsbrüggen. Für Trainer Dragan Vasovic schließt sich beim Bandenkick ein Kreis.

„Fußball ist attraktiv, Hallenfußball ist noch attraktiver“, sagte Franz Beckenbauer 1985. Schließlich könne seine National-Elf so der leidigen Abseits-Regel entkommen. Doch nicht nur die veränderten Statuten machen den Budenzauber so attraktiv.

Die Zutaten für den winterlichen Spannungs-Kick: ein kleines Spielfeld, viele Zuschauer und noch mehr Tore. Beim 30. Hallenturnier um den Klever Flockdruck-Pokal entschied sich der SV Donsbrüggen jedoch gegen eine Flut von Treffern.

„Wir haben erstmalig den Futsal-Ball eingeführt, der den Verlauf der Partien tatsächlich deutlich geändert hat“, sagt Veranstalter und Trainer Joachim Theunisse. So wurden viele Spiele bei einem Stand von 1:0 abgepfiffen – ansonsten eine Rarität beim Hallenfußball. „Der Verlauf des Turniers war so deutlich spannender, ausgeglichener, denn häufig galt: Wer das erste Tor schießt, dürfte auch als Sieger vom Platz gehen.

Theunisses Einladung zum Traditionsturnier waren mit der Klever Zweitvertretung ein Bezirksligist sowie mehrere Kreisligisten gefolgt. Einzig die zweite Garde des Gastgebers war dem hohen Tempo über weite Strecken nicht gewachsen.

„Die besten Mannschaften aus dem Klever Umkreis gingen an den Start“, sagt Theunisse. Von Beginn an zeichnete sich ein Zweikampf zwischen SV 06 Donsbrüggen und TuS Kranenburg um die Krone ab. Insbesondere die Elf von Dragan Vasovic steigerte sich im Spielverlauf zunehmend. Trotz Feldüberlegenheit drohten sie im Halbfinale allerdings über die Zweitvertretung der SGE zu stolpern, die sich vor dem Tor effektiv zeigte und zwei Mal in Führung ging. Mit einem glänzenden Schlussspurt und einem sehenswerten Doppelpack von Jan Pietersma reichte es aber doch zum Finaleinzug.

Im zweiten Halbfinale war es Kleves Reserve, die die Führung im Spiel übernahm. Die Begegnung war klar taktisch geprägt, Torschüsse wurden nur selten verzeichnet. Donsbrüggen aber, mit dem heimischen Publikum im Rücken, drehte die Partie sensationell. So standen sich Kreisliga-A-Ligist Donsbrüggen und Kreisliga-B-Ligist Kranenburg in jenem Endspiel gegenüber, über das Theunisse sagt: „Wir sind ins offene Messer gelaufen.“ Dabei gingen seine Kicker als Titelverteidiger ins Rennen, schließlich behielten sie im vergangenen Jahr nach Siebenmeterschießen gegen die Schwanenstädter die Oberhand.

Schon nach einer Minute erzielte Pietersma die Führung. In der Folge versuchte es Donsbrüggen mit einer übereifrigen Offensive, die die Gäste direkt bestraften: wenige Augenblicke später erhöhte Jouri Been zum vorentscheidenden 2:0. Dem 4:2-Sieg des TuS hatte die Theunisse-Elf wenig entgegenzusetzen. „Ich glaube, dass wir durchaus verdient gewonnen haben. Dieser Erfolg kann der Mannschaft Rückenwind geben, schließlich haben wir höherklassige und rivalisierte Klubs geschlagen“, sagt Vasovic.

Für ihn schloss sich darüber hinaus ein bemerkenswerter Kreis. Der Übungsleiter ist der erste, der den Flockdruck-Cup sowohl als Spieler - mit dem SC Kleve - wie auch als Spielertrainer und Trainer gewonnen hat. „Das macht mich besonders stolz. Eine außergewöhnliche Geschichte wird so ganz rund. Jetzt muss ich das Turnier später noch als Senior gewinnen“, sagt er scherzhaft.

Eine weitere Pointe des Samstagnachmittags: für das Team aus Kranenburg traf Frederik Gietmann, dessen Vater Ingo 1995 mit Vasovic als Spielertrainer den Pokal in die Höhe hielt.

Im Finale erhöhte Frederik zum 3:1 für seine Farben. „Das kann er daheim stolz erzählen und seinem Vater etwas entgegenhalten“, sagt Vasovic.

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