Volleyball: SV Bedburg-Hau mit Steigerungspotential

Volleyball : SV Bedburg-Hau mit Steigerungspotential

Die Bezirksliga-Damen von SVB und 1. VBC Goch treffen bald im Lokalderby aufeinander.

Noch ist die erste Halbserie in den Volleyball-Ligen nicht abgeschlossen. Der letzte Spieltag der Hinrunde steht noch aus. Nichtsdestotrotz bietet es sich an, zum Jahreswechsel und nach inzwischen acht absolvierten Spieltagen eine Zwischenbilanz und darüber hinaus eine Prognose für den weiteren Saisonverlauf zu erstellen. Interessant ist auch zu vergleichen, wo die Volleyball-Teams aus Goch und Bedburg-Hau zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres standen und für die aktuelle Prognose zu sehen, was sie aus ihren Ausgangspositionen gemacht haben. Ein vergleichender Rückblick der nicht nur für die Verbandsliga-Männer der SV Bedburg-Hau, sondern auch bei den zwei klassenhöchsten Frauen-Teams im Grenzland, den Bezirksligisten SV Bedburg-Hau und 1.VBC Goch lohnenswert ist.

Herren-Verbandsliga

Die Ausgangsposition, von der Verbandsligist SV Bedburg-Hau ins vorige Jahr startete, verhieß nichts Gutes. Die Sechs um ihren langjährigen Spielgestalter Niklas Groß startete nach acht Spielen als siegloser Tabellenletzter ins Jahr 2019 und sicherte sich dann erst über den Umweg der Relegation den Verbleib in der Verbandsliga. Nun im Vergleich Januar 2019 zu 2020 stehen Haus Mittelblocker „Katze“ Bours und seine Mitstreiter nach acht Spielen der Saison 2019/2020 nach vier Siegen und mit elf Punkten als Tabellensechster ungleich besser da. Anders als vorige Saison hat das Team von der Antoniterstraße zumeist überzeugende und auch den eigenen spielerischen Möglichkeiten entsprechende Leistungen abgeliefert. So gilt für den weiteren Saisonverlauf: Mit dem Kampf um die Meisterschaft sowie dem direkten Abstieg hat das Team nichts zu tun. Für Hau genau so wie für mindestens noch vier weitere Teams bleibt indes die spannende Frage, wer zum Saisonende in die Abstiegsrelegation muss. Hält die SVB-Sechs in Sachen Abwehr- und Annahmestabilität und Kampfkraft das Niveau der erste acht Spieltage, sollte die Relegation an der Antoniterstraße kein Thema sein. „Katze“ Bours befand nach den ersten Spielen dieser Spielzeit: „In Abwehr und Annahme läuft‘s diese Saison viel besser, aber im Angriff waren wir vorige Saison stärker.“ Damit ist klar, in welchen Bereich Haus Verbandsliga-Sechs noch zulegen kann und sich möglicherweise im Kampf um das Vermeiden der erneuten Relegationsteilnahme in den nächsten Partien steigern muss: Im Angriff!

Damen-Bezirksliga

Abstieg in die Bezirksklasse oder eine Teilnahme an der Abstiegsrelegation sind im Januar diesen Jahres wie im Januar des Vorjahres absolut kein Thema für die Bezirksliga-Frauen der SV Bedburg-Hau und des 1.VBC Goch. Aktuell ist die Sechs aus Hau Tabellenvierter und das Team aus der Weberstadt belegt mit neun Punkten und damit lediglich drei Punkten weniger als Hau Rang sechs. Vor beiden rangieren die Titelkandidaten Moerser SC, MTV Union Hamborn und TV Sevelen.

Ungleich besser stand das SVB-Team um seine langjährige Spielertrainerin Petra Stockhorst im Januar vorigen Jahres da. Bedburg-Hau war Spitzenreiter mit knappen Vorsprung auf den Rumelner TV und den VC Eintracht Geldern II. Bereits wenige Spieltage später war Hau aus dem Aufstiegsrennen ausgeschieden. Auch diese Saison ist nach dem Abschied so erfahrener Angreiferinnnen wie Katrin Bovet und Anne Ziems im SVB-Team der Landesliga-Aufstieg kein Thema. Weiter Spaß haben und gute Spiele abliefern, ist für die weiteren Saisonverlauf beim Team, das mit Nadine Golibrzuch eine der besten Angreiferinnen der Liga in seinen Reihen hat, die Devise bis zum Saisonende.

Genau wie im Vorjahr starten Gochs Bezirksliga-Damen wieder als Tabellensechster ins neue Jahr - das aber mit größeren Ansprüchen. Im bisherigen Saisonverlauf betonte Gochs neues Trainerduo Moritz Müller und Alex Pötzsch immer wieder, das junge VBC-Team brauche Zeit, sich einzuspielen und neue Taktiken zu verinnerlichen. In Gochs bisherigen Partien gab es die Pflichtsiege gegen Duisburg und Krefeld, einige Höhen und schreckliche Tiefen in Duellen mit Teams aus der oberen Tabellenhälfte. Doch zuletzt war ein klarer Aufwärtstrend im VBC-Team zu erkennen. Gochs vorige Saison überragende Angreiferinnen Jenna Peters und Paula Hoffmann haben in ihre neuen taktischen Rollen hinein gefunden und sich die Neuzugänge Emilie Böhnke als Mittelbockerin und Hannah Bovet im Außenangriff ebenso wie Zuspielerin Carla Müller gut ins Team integriert. Zuversichtlich befand Alex Pötzsch nach guten Leistungen der VBC-Sechs zuletzt in der Kreispokal-Endrunde: „Inzwischen stimmen die Abläufe. Das macht mich sehr zuversichtlich für den weiteren Saisonverlauf.“ Desaströse Ausreißer nach unten wie noch im Heimspiel gegen Sevelen wird es im jungen Gocher Team nicht mehr geben. Mit dem Duell gegen das sieglose Schlusslicht ASV Süchteln startet das Team um Libera Anna Kraus ins neue Jahr. Dann folgt zum eigentlichen Rückrunden-Auftakt ein Spiel mit besonderem Reiz: Das Derby gegen den Lokalrivalen SV Bedburg-Hau, der im Hinspiel eine Niederlage am grünen Tisch akzeptieren musste und nun auf dem Spielfeld auf Revanche sinnt. Zur Erinnerung: Hau bat wegen Personalengpässen um Verlegung der Partie. Eine Einigung kam nicht zustande und Bezirksliga-Staffelleiter Dannenberg, Weeze, wertete das Spiel mit 3:0 für Goch. So einen Saisonbeginn hatte Haus Spielertrainerin Petra Stockhorst in ihrer langen Trainerkarriere noch nie erlebt.

Herren-Bezirksliga

Wie anfangs des vorigen Jahres finden sich auch dieses Mal wieder die Männer des 1.VBC Goch und von Haus Zweitvertretung in ihnen vertrauten, nämlich unteren Tabellenregionen der Bezirksliga wieder. Erneut ist Gochs junge Sechs als siegloser Inhaber der roten Laterne ins neue Jahr hinüber gewechselt. Dieses Mal mit 0:15 Sätzen nach fünf Spielen, im vorigen Jahr noch mit 0:18-Sätze nach sechs Partien. Die reinen Zahlen zeigen indes nicht, dass sich das sehr junge Team von VBC-Coach Friedhelm Fritz spielerisch und taktisch verbessert hat. Die Null zumindest in der Satzbilanz zu tilgen, kann dem Team um Mittelblocker Maik Herbst bis zum Saisonende noch gelingen.

Auch Bedburg-Haus Zweitvertretung hat erfahren, wie schwer es ist, untere Bezirksliga-Regionen zu verlassen. Diese Saison scheint es, dass der Tabellenvorletzte der vergangenen Saison nun Ansprüche auf einen Platz im Mittelfeld der Liga anmelden kann. Zwei Siege, sechs gewonnene Punkte und 7:9 Sätze sprechen dafür. Das Team um die Romeo und Dante Browder hat die taktischen und spielerischen „Kinderkrankheiten“ seiner vorigen Spielzeiten überwunden. Der beeindruckende Auftritt im glatt mit 3:0-Sätzen gewonnen Heimspiel gegen den Kreisrivalen TSV Wa./Wa. zeigte, dass die Schützlinge von Coach Guido Oster der Rolle des Punklieferanten entwachsen sind. Anders als in der Vergangenheit müssen nun mit Ausnahme der Spitzenteams aus Duisburg und Verberg alle Haus Zweitvertretung als Gegner ernst nehmen. Schafft es Osters Team in der Rückrunde noch mehr Konstanz zu zeigen und auch umkämpfte Sätze am Ende für sich zu entscheiden, dann ist Wohl sicher: Oster und seine Schützlinge werden am Saisonende in der Tabelle vor Goch und Wachtendonk liegen und weiter dem Tabellenvierten Kevelaer dicht auf Fersen bleiben.