Fußball: Spielen ohne Risiko

Fußball: Spielen ohne Risiko

Der NRW-Ligist 1. FC Kleve will in der kommenden Saison den Etat weiter kürzen. Ein Termin für die Jahreshauptversammlung wurde gestern Abend festgelegt: 23. oder 30. April sind favorisierte Daten.

Beim 1. FC Kleve ächzt man finanziell noch heute unter den Spielzeiten, in denen man den Sprung in die Regionalliga schaffte und sich aus dieser wieder verabschiedete. Doch sollen die Zeiten, in denen man sich zuerst nach dem Konto- und dann nach dem Punktetstand des 1. FC erkundigte, Geschichte sein. So hat es jedenfalls der aktuelle Vorstand des Klever Aushängeschildes vor.

Die bestimmende Farbe

Hatte der 1. FC Kleve in der Regionalliga-Saison 2008/09 häufig die Rote Laterne inne, so war Rot auch die bestimmende Farbe in der Buchhaltung des Klubs. Nach der Spielzeit noch gerade alles das gerettet, was aus einem brennenden Haus zu retten ist, so wurden in der aktuellen Runde zunächst die größten Brandherde gelöscht. In der kommenden Saison soll wieder mit dem Aufbau begonnen werden, wie Eric Jansen, 2. Vorsitzender des Vereins, der RP erklärte: "Es kann auch mal eine Saison geben, in die man nicht alles bis auf den letzten Cent ausgibt." Die finanzielle Schieflage, in der sich der Verein manövriert hat, soll bei den Etat-Planungen für die Saison 2010/11 weiter begradigt werden. "Wir werden den Etat für die nächste Spielzeit weiter reduzieren müssen", sagt Eric Jansen. Auch Vorsitzender Uwe Dönisch-Seidel sieht die Situation so kommen: "Nach der momentanen Berechnung ist das so. Wir werden nur das ausgeben, was wir haben."

FC-Trainer Georg Kreß, der auch Manager des 1. FC ist, genießt beim Vorstand des Vereins höchste Wertschätzung: "Was der geleistet hat, ist sensationell. Und man sieht, dass Geld alleine keine Rolle spielt, wo man in der Tabelle steht. Siegens Etat ist fünfmal so groß, und die stecken ganz unten drin", sagt Jansen. In der vergangenen Saison sollen die Ausgaben für das ballspielende Personal 600 000 Euro betragen haben. Um 50 Prozent sei diese Zahl für die aktuelle Spielzeit reduziert, so Jansen damals. Und jetzt wird weiter an dem größten Posten geschraubt.

Trainer Georg Kreß habe, so Jansen, grob mitgeteilt bekommen, in welchem Rahmen sich die Ausgaben für den Kader belaufen dürfen. Bei den Rot-Blauen ist man der Überzeugung, dass auch weniger Geld nicht zwangsläufig dazu führen muss, dass man um den Abstieg mitspielt. "Die schlechtere wirtschaftliche Situation trifft doch alle Vereine", sagt Jansen nicht ganz unberechtigt.

Eine weitere nicht unbedeutende Entscheidung wird heute bekannt gegeben. Die Jahreshauptversammlung des 1. FC Kleve wird Ende April stattfinden. Als mögliche Termine wurden der 23. oder 30. April ins Auge gefasst. Erst gestern Abend wurde auf einer Sitzung das endgültige Datum für die Versammlung festgelegt.

Fest steht auch, dass Vorsitzender Uwe Dönisch-Seidel als Vorsitzender weitermachen wird. "Wir haben eine gute Mannschaft und ich sehe grundsätzlich für diese Position zur Verfügung."

Da bei der letzten Versammlung der Vorstand auf eigenen Vorschlag nicht entlastet wurde, soll dies nun Ende April nachgeholt werden. "Die Voraussetzungen dafür sind andere. Damals war etwa das Zuschussverfahren für den Stadionumbau nicht abgeschlossen", sagt Dönisch-Seidel.

(RP)