Fußball : „Aufgegeben hat sich hier noch niemand“

Schlusslicht Siegfried Materborn versucht alles, um den Abstieg doch noch zu verhindern. Trainer Ingo Pauls gibt nicht auf.

Trotz des derzeit letzten Tabellenplatzes in der Kreisliga A herrscht im Lager von Siegfried Materborn keine Katerstimmung. Zwar konnte die Mannschaft um Trainer Ingo Pauls in den bisher 13 absolvierten Spielen erst zweimal das Feld als Sieger verlassen, die restlichen elf Partien wurden allesamt verloren, dennoch herrscht an der Materborner Alle keine Panikstimmung. „Wir wussten von Beginn an, dass es für uns eine sehr schwere Saison wird. Wir sind ja auch nicht als Meister aufgestiegen, sondern haben uns erst als Zweiter durch die Hintertür (Relegationsrunde gegen SuS Kalkar und TSV Nieukerk) für die A-Liga qualifiziert. Allen im Verein war dabei bewusst, vor welcher Herausforderung wir stehen“, erklärt Trainer Pauls.

Der erfahrene Coach ergänzt: „Natürlich ist diese Hinrunde eher subotimal gelaufen. Zwar haben wir in einigen Spielen sehr gute Ansätze gezeigt, auf der anderen Seite gab es aber auch Partien, in denen uns die Gegner ganz deutlich unsere Grenzen aufgezeigt haben“.

Einer der Hauptgründe dafür dürfte auch die Tatsache sein, dass die Gelb-Schwarzen mit dem fast identischen Kader aus dem Aufstiegsjahr aus der Kreisliga B nun eine Liga höher auf Tore- und Punktejagd gehen. Zudem versucht das Trainerteam mit Pauls und Co. Stephan Siebers weiter junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchsbereich in das Team zu integrieren. „Der Sprung aus der Jugend in den Seniorenbereich ist halt nicht so einfach. Natürlich haben wir versucht, die Spieler darauf vorzubereiten, doch wenn es dann wirklich auf den Platz geht, ist es noch immer eine etwas andere Situation. Aber im Großen und Ganzen haben unsere jungen Spieler einen sehr guten Job gemacht. Die Einstellung stimmt und die Leistungskurve zeigt nach oben.“

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Und diese erfolgreiche Arbeit hat für die Materborner leider auch eine Kehrseite.

„Ich weiß, dass bis zu fünf der jungen Spieler bereits Kontakte von Vereinen aus der Umgebung aufgenommen wurde. Es wäre für uns natürlich sehr schlecht, wenn diese Spieler, mit denen wir eine erfolgreiche sportliche Zukunft gestalten wollen, den Verein verlassen würden. Zumal wir viele kleine Schritte unternommen haben um hier in Materborn wieder ein „Wir-Gefühl“ zu schaffen.“

Ein Manko aus der Vorbereitung und Hinrunde ist bei den Materbornern nun endlich Geschichte. Denn mittlerweile ist der Rasenplatz endlich freigegeben. „Das waren schon sehr schwierige Bedingungen für uns in den letzten Monaten. Ein vernünftiges Training war auf dem alten Rasenplatz kaum möglich und auch die Meisterschaftsspiele waren aufgrund der Platzverhältnisse, besonders in den letzten Wochen des alten Jahres, mitunter Grenzwürdig. Nun jedoch gilt es nach vorne zu schauen. Wir müssen und wollen den neuen Platz jetzt intensiv zum Training nutzen um uns am Ende dadurch auch einen kleinen Heimvorteil auf dem für viele andere Mannschaften ungewohnten Rasenplatz zu erarbeiten. Das bedeutet jedoch auch, dass wir sehr hart arbeiten müssen. Doch wir haben noch neun Heimspiele hier zu absolvieren und wir wollen unsere Chance nutzen, um den Klassenerhalt zu schaffen. Aufgegeben hat sich hier noch keiner“, gibt sich der Coach kämpferisch.