Fußball-Landesliga Die SGE Bedburg-Hau ist nicht kaltschnäuzig genug

Bedburg-Hau · Die Mannschaft ist seit sechs Spielen unbesiegt. Trotzdem liegt sie nur zwei Punkte vor einem Abstiegsplatz. Das Manko ist, dass das Team seine Torchancen nicht konsequent nutzt. Am Mittwoch tritt der FC Kray bei der SGE an.

Die SGE Bedburg-Hau, hier Jasin Saiti (rechts), hat in den meisten Partien in der Defensive überzeugt. In der Offensive gibt es aber noch Luft nach oben.

Die SGE Bedburg-Hau, hier Jasin Saiti (rechts), hat in den meisten Partien in der Defensive überzeugt. In der Offensive gibt es aber noch Luft nach oben.

Foto: Markus van Offern (mvo)

Die SGE Bedburg-Hau tritt in der Fußball-Landesliga aktuell etwas auf der Stelle, obwohl sich die Bilanz der vergangenen Wochen wahrlich sehen lassen kann. Die Mannschaft ist seit sechs Spielen ungeschlagen, hat in diesem Zeitraum zwei Siege und vier Unentschieden erreicht. Trotzdem ist es dem Team von Trainer Jo Voß nicht gelungen, sich etwas deutlicher von den Abstiegsplätzen abzusetzen. Die SGE hat nach 17 Partien 22 Punkte auf dem Konto, liegt auf Rang 13 und hat nur zwei Zähler vor den Plätzen, die hinunter in die Bezirksliga führen. Der Vorsprung kann am heutigen Mittwoch ausgebaut werden, wenn die Mannschaft um 20 Uhr den Tabellensiebten FC Kray zum Nachholspiel empfängt. Bei einem Sieg würde es im Tableau immerhin hinauf auf den zehnten Rang gehen.

Jo Voß, der als Coach vor der Saison die Nachfolge von Sebastian Kaul angetreten hat, ist im Grunde zufrieden mit den bisherigen Auftritten seiner Mannschaft in der Liga mit 20 Teams. Nur ein großes Manko hat er ausgemacht, dass aber wiederum entscheidend dafür ist, dass die SGE es bislang nicht geschafft hat, sich eine noch bessere Ausgangsposition im Abstiegskampf zu verschaffen. „Wir sind im Abschluss nicht kaltschnäuzig genug. Deshalb haben wir uns in einigen Spielen nicht für die guten Leistungen belohnt, die wir gezeigt haben. Wir hätten sicherlich ein paar Punkte mehr holen können“, sagt der 32-jährige Coach.

Ein Grund für die Schwächen im Abschluss ist sicherlich, dass die SGE Bedburg-Hau praktisch seit dem ersten Spieltag auf einen Akteur verzichten muss, der ein Garant für Tore sein sollte. Jan-Luca ­Geurtz, der vom Bezirksligisten Viktoria Goch gekommen ist, musste in der Auftaktpartie gegen die SpVgg Steele bereits nach 50 Minuten ausgewechselt werden. Geurtz, der zuvor in den Testspielen mit guten Leistungen und einigen Toren seine Qualitäten unter Beweis gestellt hatte, fehlt seitdem wegen eines Sehnenabrisses im Oberschenkel.

„Ich hoffe, dass er im Januar wieder ins Training einsteigen kann und uns dann wieder zur Verfügung steht, wenn die Meisterschaft Mitte Februar fortgesetzt wird“, sagt Jo Voß. Bis dahin wird der Coach in der Offensive weiter etwas improvisieren müssen. Unter anderem wurde Sezai Kezer, eigentlich für die linke Seite eingeplant, schon mit Erfolg als Stürmer eingesetzt. „Wir haben den Vorteil, dass wir einige Akteure im Kader haben, die vielseitig eingesetzt werden können. Zudem können wir auch taktisch sehr variabel agieren“, sagt Voß.

Deshalb ist es auch nicht ganz so schwer ins Gewicht gefallen, dass derzeit nur zwei der fünf Akteure, die für das zentrale Mittelfeld eingeplant waren, zur Verfügung stehen. Leon Claaßen (Schambeinentzündung) wird zwar eventuell schon im Dezember wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Doch er dürfte wie Fabian Berntsen (Knieverletzung) erst nach der Winterpause eine Option sei. Marten Albrecht (Mittelfußbruch) wird noch länger fehlen.

Die personelle Situation bei der SGE, die teilweise zehn Spieler ersetzen musste, scheint sich also langsam zu entspannen. In der Partie gegen den FC Kray werden nur Jan-Luca Geurtz, Marten Albrecht, Fabian Berntsen und Yannick Winkels (Knieverletzung) definitiv fehlen. Matthias Roser, der zuletzt wegen einer Blessur am Sprunggelenk ebenfalls passen musste, könnte dagegen wenigstens als Alternative auf der Bank schon wieder zum Kader gehören, wenn die SGE Bedburg-Hau am Mittwoch versuchen will, ihre Serie fortzusetzen.

Der Gegner zählt zum Kreis der Titelanwärter. Der Oberliga-Absteiger FC Kray hat derzeit neun Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter BW Dingden, allerdings auch zwei Partien weniger ausgetragen. Für die Essener zählt deshalb am Mittwoch in Bedburg-Hau nur ein Sieg, um den Anschluss zu halten. „Wir wissen, dass eine sehr schwere Aufgabe gegen ein Team, das einige Akteure im Kader hat, die schon in höheren Klassen gespielt haben, auf uns wartet. Trotzdem rechnen wir uns natürlich Chancen auf einen Erfolg aus. Voraussetzung ist, dass wir in der Defensive so gut arbeiten, wie wir es in den meisten Partien bislang getan haben“, sagt Jo Voß.

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