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Sebastian van Brakel wechselt vom 1. FC Kleve zur SGE Bedburg-Hau

Fußball : Sebastian van Brakel verstärkt die SGE Bedburg-Hau

Der Innenverteidiger des 1. FC Kleve wird in der kommenden Saison spielender Co-Trainer beim Landesligisten. Er tritt die Nachfolge von Christian Klunder an, der jetzt als Teammanager für den Klub aktiv ist.

Der Fußball-Landesligist SGE Bedburg-Hau setzt ein personelles Ausrufezeichen. Im Sommer wechselt Innenverteidiger Sebastian van Brakel vom Oberligisten 1. FC Kleve an die Schulstraße in Hasselt. Dort soll der 32-Jährige künftig als spielender Co-Trainer aktiv sein. Damit folgt er auf Christian „Theo“ Klunder, der bislang als Assistent von Sebastian Kaul auf dem Rasen unterwegs war, seine Laufbahn nun allerdings beendet und Teammanager bei der SGE ist. „Sebastian van Brakel ist unsere 1A-Wunschlösung für die Position. Er passt genau in unser Beuteschema – und wohnt auch noch in Hasselt“, sagte Christian Klunder bei der Vorstellung des Neuzugangs im IGETEC-Sportpark in Bedburg-Hau.

Auch beim 1. FC Kleve hätte man gerne weiter mit dem Abwehrspieler zusammengearbeitet. Van Brakel lief am Bresserberg seit Sommer 2016 auf. Zuvor stand er bei Viktoria Goch unter Vertrag. „Wir hätten Sebastian van Brakel gerne gehalten. Wir haben ihm ein stark einsatz­orientiertes Angebot gemacht, das wir für gut und fair gehalten haben. Leider hat er sich anders entschieden. Natürlich ist sein Abgang für uns schade. Persönlich aber finde ich seinen Schritt nachvollziehbar“, sagt Christoph Thyssen, Vorsitzender des 1. FC Kleve. Der Polizist van Brakel entschied sich stattdessen für das Engagement bei der SGE Bedburg-Hau in der Landesliga.

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„Ich bin dem 1. FC Kleve sehr dankbar für die vergangenen Jahre. Auch während meiner Verletzung hat der Verein immer zu mir gehalten. Wir haben jetzt auch wieder gute und offene Gespräche geführt. Letztendlich aber war das Gesamtpaket als Co-Trainer bei der SGE sehr attraktiv für mich. Hier kann ich die Erfahrung machen, wie es ist, als Trainer auf das Spiel zu blicken“, sagt van Brakel.

Im Februar 2020 riss sich der 32-Jährige in der Liga-Begegnung gegen den VfB Hilden ohne Fremdeinwirkung die Patellasehne. Der Abwehrspieler war damals unglück­lich im seifigen Rasen hängen geblieben. Er wurde mit dem Rettungswagen umgehend vom Stadion ins Klever Krankenhaus gebracht und operiert. Lange Zeit war van Brakel anschließend nur auf Krücken unterwegs, er kämpfte sich monatelang mit Physiotherapie zurück. Nun aber gibt es endlich wieder Hoffnung.

Belastungsabhängig habe er durchaus noch gelegentlich Schmerzen, so van Brakel. Das Ausdauer- und Krafttraining könne er aber problemlos absolvieren. Wie das Knie darauf reagiert, wenn auch wieder mit Ball trainiert wird, müsse er abwarten. Da die Ungewissheit mit Blick auf die Verletzung groß ist, sei er sich auch nicht sicher gewesen, ob er im Konkurrenzkampf beim 1. FC Kleve weiter hätte bestehen können. Dabei gehörte Sebastian van Brakel bis zu seiner Verletzung zum absoluten Stammpersonal des Teams von Trainer Umut Akpinar. An der Seite von Nedzad Dragovic gab er der Mannschaft vom Defensivzentrum aus Halt – und avancierte beim Oberligisten zu einem Führungsspieler.

„Wir haben Sebastian van Brakel auch deshalb geholt, weil er Verantwortung auf dem Rasen übernehmen kann und übernehmen soll. Mit Christian Klunder und mir werden bald zwei Typen auf dem Platz fehlen. Nun soll Sebastian mein verlängerter Arm auf dem Feld werden“, sagt Trainer Sebastian Kaul, der in den vergangenen Jahren auch immer wieder für die Grün-Schwarzen zum Einsatz gekommen war, obwohl er mehrfach angekündigt hatte, sich auf seine Arbeit als Coach fokussieren zu wollen.

Ohnehin passe der Wechsel in die Strategie der SGE, so Christian Klunder. „Eigentlich haben wir vor allem immer zwei Gruppen auf dem Schirm. Einerseits richtig gute Kreisliga-A-Spieler und andererseits Akteure, die in höheren Ligen unterwegs sind, aber etwas weniger machen möchten“, sagt der 38-Jährige. Zur zweiten Gruppe gehört auch Sebastian van Brakel, der sich durchaus vorstellen könne, nach seiner Laufbahn als Spieler als Übungsleiter in Erscheinung zu treten.

Auch Björn Mende, Vorsitzender der SGE, bestätigt, dass Sebastian van Brakel die Wunschlösung für die vakante Position gewesen sei. „Wir sind uns sicher, dass er uns weiterhelfen wird. Außerdem wollen wir möglichst viele Spieler aus der Umgebung in unseren Reihen haben. Dass Sebastian im Ort wohnt, passt sehr gut“, so Mende. Gleichzeitig sei die eigene Jugendarbeit ein wichtiger Baustein für den Erfolg des Vereins. So werden auch im Sommer wieder mehrere A-Junioren zum Team von Sebastian Kaul stoßen. Schließlich gebe es durchaus Talente bei der SGE. So führte die A-Jugend die Tabelle in der Leistungsklasse nach vier Spieltagen souverän an, ehe die Saison unterbrochen und später annulliert wurde.

Mit dem Wechsel von Sebastian van Brakel ist die Kaderplanung der SGE Bedburg-Hau weitestgehend abgeschlossen. Unbedingt notwendig seien weitere Neuzugänge nicht. Allerdings haben die Kaderplaner des Landesligisten noch den Außenstürmer Jefferson Vanilson Gola im Visier. Der 22-Jährige kickte zuletzt für den Bezirksligisten SV Rindern und kam in der Saison 2019/2020 auf 14 Tore und acht Assists in der Kreisliga A. Damit hatte der Niederländer maßgeblichen Anteil am Bezirksliga-Aufstieg der Mannschaft. Klar ist , dass der Student den SV Rindern verlassen will. Noch ist jedoch offen, wohin Gola wechselt.

So gestaltet sich die Verpflichtung des pfeilschnellen Offensiv­akteurs bislang mühsam. Schließlich will sich Jefferson Vanilson Gola auch noch bei einem Probetraining des 1. FC Kleve beweisen. Diese Möglichkeit soll er auch tatsächlich bekommen, sobald die Corona-Pandemie Trainingseinheiten in Mannschaftsstärke wieder zulässt, wie der Oberligist auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte. Sollte das Engagement beim 1. FC Kleve allerdings nicht zustande kommen, stünde die SGE bereit. „Wir sind mit der Kaderplanung aber so weit, dass wir nicht auf den letzten Drücker etwas machen müssten, wenn es nicht klappt. Die Entscheidung liegt beim Spieler“, sagt Björn Mende.