Fußball Schwarz-Gelb im Jubelrausch

Fußball · Nach dem sensationellen Pokalsieg beim SC Rot-Weiß Oberhausen ließen Spieler, Trainer, Betreuer und Fans des SV Hönnepel/Niedermörmter ihrer Freude freien Lauf. Jetzt wartet das Endspiel an der Essener Hafenstraße.

Die Stadionuhr tickt am Dienstagabend bei 21.45 Uhr, als Fabio Forster sich auf den Weg zum vielleicht entscheidenden Strafstoß begibt. Er nimmt sich viel Zeit bis zum Elfmeterpunkt und legt sich behutsam den Ball zurecht. Dann nimmt er Anlauf und versenkt mit dem linken Fuß den Ball in der rechten unteren Ecke, die Pokalsensation auf Niederrheinebene ist perfekt. Der SV Hönnepel/Niedermörmter hat den Drittliga-Absteiger Rot-Weiß Oberhausen mit 7:5 aus dem Wettbewerb "gekegelt".

Sekunden später macht sich ein jubelnder Hö./Nie.-Knäuel, der zuvor an der Seitenlinie Hand in Hand das Elfmeterschießen verfolgt hatte, auf den Weg zum entscheidenden Schützen. Forster wird von seinen Mitspielern, den Trainern und Betreuern fast erdrückt. Es spielen sich unglaubliche Szenen im Niederrheinstadion ab.

Als die erste Freude verflogen ist, baut sich das schwarz-gelbe Erfolgsteam vor der Tribüne auf und lässt sich minutenlang von den rund 250 Fans — in zwei Bussen und mit PKWs angereist — feiern. Es ist der größte Erfolg in der inzwischen 61-jährigen Vereinsgeschichte. Wer hätte davon zu träumen gewagt?

Trainer Georg Mewes ist total aus dem Häuschen. Er umarmt jeden, der ihm über den Weg läuft. Später gesteht er ein: "Für mich war die Qualifikation für die Oberliga wichtiger. Aber sensationell ist schon, was da in 120 Minuten abgelaufen ist. Die Jungs haben Übermenschliches geleistet, und das zwei Tage nach dem Spiel in Wülfrath."

Oberhausens prominenter Coach Mario Basler verschwindet unmittelbar nach dem letzten Elfmeterschuss aus dem Stadion, gratuliert dem SV aber später, als beide Mannschaften sich wie vereinbart zu einem gemeinschaftlichen Essen treffen, zum Sieg, den er auch als verdient ansieht.

Die RWO-Spieler werden von ihrem Anhang mit Schmähgesängen und -rufen in die Kabinen geleitet. Auf dem Stadionvorplatz hat sich inzwischen ein umfangreiches Polizeiaufgebot eingefunden, das zu befürchtende Ausschreitungen verhindern soll. Ein RWO-Fan fragt sich verzweifelt: "Wie kann man in nur zwei Jahren die Karre so an die Wand setzen?"

Der SV Hö./Nie. feiert und wird dies auch am Wochenende tun. Am morgigen Freitag um 5 Uhr geht es per Bus nach Berlin, wo man im Pokalfinale — natürlich als Zuschauer — dabei sein wird. "Ich habe den Spielern gesagt, dass sie Turnschuhe mitbringen sollen. für den Samstagmorgen habe ich einen Waldlauf angesetzt", sagt Mewes.

(RP)
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