Saison mit Höhen und Tiefen

Die erste Landesliga-Spielzeit des SV Grieth verlief turbulent. Nach einer ordentlichen Hinrunde kam es im Winter zur Trennung vom Trainer und einigen Spielen, worauf eine schwache Rückrunde folgte.

"Wir waren alle froh, als diese Saison endlich vorbei war", so Grieths bisheriger Co-Trainer und Spieler Jürgen Hommers, der ab der kommenden Spielzeit Cheftrainer ist, nach einer turbulenten Spielzeit. Das erste Jahr in der Landesliga war von Beginn an von Unruhen geprägt. "Normal sollte man nach dem erstmaligen Aufstieg des Vereins in diese Liga mit viel Euphorie in die Saison gehen, aber bei uns war es das Gegenteil", blickt Hommers zurück. So gab es viele Unstimmigkeiten innerhalb der Mannschaft. Auf das Sportliche wirkte sich das zu Saisonbeginn nicht aus. Auf einen 3:1-Sieg in Wesel-Lackhausen folgten Heimsiege gegen Warbeyen (4:0) und den Duisburger SV (4:1). Doch je weiter es in Richtung Winter ging, desto schlechter wurden die Resultate. In der Tabelle stand man vor dem Weihnachtsfest dennoch auf dem sechsten Tabellenplatz, was eine bis dato gute Saison für den Neuling auf dem Papier bedeutete.

Umbruch in der Winterpause

Mitte Januar kam es jedoch zum Umbruch: Der SV Grieth und Trainer Franz-Josef "Jupp" Tenhagen trennten sich mit sofortiger Wirkung im gegenseitigen Einvernehmen. Die Trainerrolle übernahmen Hommers, Andre Spielmann, Arne Gertgens und Klaus Schraven arbeitsteilig. Außerdem verließen einige Spieler, darunter viele Stammkräfte, den Club kurz vor dem Trainingsauftakt. Die Abgänge stellten eine enorme Schwächung dar, die sich im Verlauf der Rückrunde bemerkbar machen sollte. Waren es in der Hinrunde noch 22 Punkte, die man holte, konnten in der Rückserie nur noch 13 Zähler hinzugewonnen werden. Neben den bereits vollzogenen Wechseln war ein Grund, dass ein Großteil des Kaders bereits Mitte der Rückrunde seinen Abgang samt neuem Verein bekanntgab. "Danach wollten wir die Saison nur noch irgendwie vernünftig zu Ende bringen", sagt Hommers. Dadurch, dass nun weniger Spieler zur Verfügung standen und sich noch einige Akteure verletzten, wurde es personell oft eng, sodass die Ersatzbank meist nicht üppig bestückt war. "Wir hatten viel Aufwand, um genug Spieler zusammenzukommen", weiß auch der zukünftige Trainer, der selbst oftmals noch in die Bresche sprang. Ein weiterer Aspekt für das Auftreten in der Rückrunde ist die oftmals fehlende Einstellung, wie auch Hommers weiß: "Wir waren manchmal in der ersten Halbzeit nicht richtig bei der Sache, haben dann erst zum Schluss unsere Stärke gezeigt, was aber oft nicht gereicht hat." In der Tat waren vor allem in der Schlussphase der Saison einige Partien dabei, in denen die Schifferstädter einen aussichtslosen Pausenrückstand noch umgebogen haben oder kurz davor waren, Ein Beispiel ist die Partie beim Absteiger TuRa Duisburg, in der der SVG bis zur 80. Minute mit 0:3 zurücklag, das Ruder aber noch umbog und 4:3 gewann. Bei solchen Aufholjagden kam Grieth die Offensivstärke zu Gute, allen voran Pascal Hühner (19 Tore), der nach der Saison eine Liga höher zum Lokalrivalen SV Hö./Nie. wechselt. Außerdem stellten Pascal Seitz (11) und Michel Hühner (10) ihre Offensivqualitäten unter Beweis.

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Viele neue Gesichter

Durch die vielen Abgänge (die RP berichtete) muss Jürgen Hommers einen völlig neuen Kader zusammenstellen. Dabei hat er festgestellt, dass ein Handschlag nichts mehr wert ist: "Da bekommt man eine Zusage und ein paar Tage später wird der Spieler bei einem anderen Verein vorgestellt. Dieses Phänomen haben mir andere Trainer auch bestätigt."

Entscheidend ist für Hommers vor allem die menschliche Seite der Spieler: "Für mich ist das manchmal wichtiger als das spielerische Vermögen." Die Planungen beim SV Grieth stehen kurz vor dem Abschluss.

(RP)