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RP-Serie 125. Geburtstag: Merkurs Geräteturnen-Abteilung im Porträt

Turnen : Eine kleine Gruppe mit großem Zusammenhalt

Unter der Leitung von Dominik Schwake dreht sich sonntags bei Merkur alles um den Grätschsitz, die Kehre und den Handstand.

Turnvater Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) hätte seine helle Freude daran gehabt: Bei der Abteilung Geräteturnen des VfL Merkur Kleve wurde in der Spyck-Turnhalle gehüpft, gesprungen, geflogen, überschlagen, gehockt und gedreht. „Wenn zum Turnen am Sonntag von 10 bis 12 Uhr alle kommen, sind es 18 Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder“, sagt der Trainer Dominik Schwake.

VfL Merkur wurde 1895, also vor 125 Jahren, als „Turnclub Merkur“ gegründet. Anfänglich beschränkten sich die Aktivitäten auf Turnen und Leichtathletik. Heute hat der Verein zwölf unterschiedliche sportliche Abteilungen: American Football, Basketball, Cheerleading, Fechten, Gesundheits- und Rehasport, Handball, Karate, Leichtathletik, Tennis, Volleyball, Gymnastik trocken und auch im Wasser und nicht zuletzt Kinderturnen. Vereinsvorsitzender Helmut Tripp ist stolz auf derzeit 1.100 Mitglieder, die durch fast 60 Diplom-Sportlehrer, Trainer und Übungsleiter fachkundig betreut werden.

Die Abteilung „Geräteturnen“ gehört zu den kleinsten Sportgruppe, doch der Zusammenhalt zwischen Erwachsenen und Kindern ist groß. Mit sieben Jahren ist Maja Rütten die jüngste Turnerin. Schon mit drei Jahren begann sie beim Kinderturnen, und heute ist das Reck ihr Lieblingsgerät. Hier übt sie unter Anleitung fleißig den Felgenaufschwung, den Unter- und Umschwung.

Ihre zehnjährige Schwester Lena schwärmt für das Bodenturnen. Hier beherrscht sie den Handstand, den Radschlag, den Salto und die Radwende. Als Ausgleich für seine Arbeit am Computer als Azubi im Bereich Elektroniker für Betriebstechnik hat der 19-jährige Felix Heckner sich im Sommer 2017 den Geräteturnern angeschlossen. Seine ganze Familie war und ist sehr sportlich. „Wegen der guten Kontrolle liebe ich den Handstand und versuche auch Übungen am Reck“, sagt er.

Kaja Schnabel (11 Jahre) hat die Note "Sehr gut" im Sportunterricht bekommen. Kein Wunder, denn sie hatte schon im heimischen Garten am Reck und an den Ringen geturnt, bevor sie mit neun Jahren zum VfL Merkur kam. Michelle Pitzner (14) hat als großes Vorbild Pauline Schäfer. Für diese Kunstturnerin ist das Spezialgerät der Schwebebalken, auf dem sie bei den Weltmeisterschaften 2017 die Goldmedaille gewann.

Mit sieben Jahren begann Michelle in Neukirchen-Vluyn mit dem Turnen, und nun turnt sie beim VfL Merkur besonders gerne am Schwebebalken. Der Turnverein 1908 Neunkirchen war die Heimat der Zwillinge Dominik und Patrick Schwake. Die heute 31-Jährigen begannen dort mit sechs Jahren das Geräteturnen. Ihr Lieblingsgerät waren die Ringe. Beim VfL Merkur ist Patrick mittlerweile Trainingshelfer, und sein Bruder Dominik hat die Trainer-C-Lizenz für den Turn- und Wettkampfsport erworben. „Voraussetzung für das erfolgreiche Turnen an Geräten sind Beweglichkeit, Kraft, Schnelligkeit, Gleichgewichtsgefühl, Rhythmisierungsfähigkeit, Körperspannung und Koordination“, sagt Dominik Schwake, der soeben seine Prüfung als Fachangestellter für Bäderbetriebe im Freizeitbad GochNess bestanden hat.

Und schon steht in der Turnhalle an der Flutstraße die nächste Übung am Barren an. Hier lernen die jungen und älteren Turner die Kippe in den Grätschsitz, die Kehre, die Rolle und den Handstand. Dabei können sich die Übenden immer auf das gute Auge des Trainers verlassen. Einen großen Wunsch hat die Abteilung schon seit langer Zeit und besonders im Jubiläumsjahr „125 Jahre VfL Merkur 95 e.V. Kleve“, das im Spätsommer gefeiert werden soll: „Die Geräte sind veraltet. Neue Geräte in einer neuen Halle sind unser großer Traum“, fordert Übungsleiter Dominik Schwake.