Tennis : Tennisclub Rot-Weiß Goch diskutiert über Umzug

Am Freitag findet eine Mitgliederversammlung statt. Der Grund: Für die bisherige Anlage läuft der Pachtvertrag 2029 aus. Die Vision eines Umzugs in ein etwaiges Sportzentrum an der Marienwasserstraße steht zur Diskussion.

Das Jahr 2029 scheint noch weit weg. Doch für den Tennisclub Rot-Weiß Goch spielt es bereits eine große Rolle. Dann nämlich läuft der Pachtvertrag mit der Stadt aus, der den Tennisfreunden die Nutzung der Platzanlage an der Jahnstraße garantiert. Doch der Verein muss sich aktuell gleich mehreren Zukunftsfragen stellen: Wo soll zukünftig Tennis gespielt werden? Wie viele Plätze braucht man eigentlich? Und vor allem: Wie können zahlende Mitglieder zurückgewonnen werden?

Die letzte Frage steht schon seit Jahren beim TC Rot-Weiß auf der Tagesordnung - wie bei vielen anderen Vereinen der Region auch. Hatte der Gocher Klub 2016 noch 311 Mitglieder, sind es heute nur noch 243, die gegen die gelbe Filzkugel schlagen. Darunter immer weniger Kinder und Jugendliche. Aus der Anzahl der Mitglieder lässt sich auch der Bedarf an Tennisplätzen ableiten. Eigentlich verfügt der TC Rot-Weiß über elf Aschecourts, aufbereitet aber sind nur neun. Tendenziell seien das noch immer zu viele, sagt Horst-Dieter van de Loo, Vereinstrainer der Weberstädter.

Da der Pachtvertrag für die Anlage 2029 ausläuft, beschäftigt sich der Vorstand bereits seit einigen Jahren mit der Zeit danach. „Wir sind was das Thema anbelangt total offen“, sagt van de Loo. Am kommenden Freitagabend trifft sich der Klub zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Dort im Fokus wird ein möglicher Umzug der Tennisanlage stehen. „Schon vor 20, 25 Jahren war das ein Thema. Damals stand die Idee im Raum, dass wir in die Nähe des Grundstücks des heutigen Goch Ness ziehen. Die Jahreshauptversammlung stellte sich damals aber gegen dieses Vorhaben“, sagt van de Loo.

Nun könne die Gemengelage eine andere sein. Zur Diskussion würde nun die Vision gestellt, in Richtung eines möglichen Sportzentrums an der Marienwasserstraße zu ziehen. Dort steht bereits die vorrangig vom TC RW Goch genutzte Tennishalle „Sporttreff“. Zudem befindet sich in direkter Nachbarschaft die Sportanlage von Viktoria Goch.

„Das ist sicherlich eine interessante Überlegung, verschiedene Sportarten an einem Ort zu zentrieren“, sagt Jürgen Meuser (SPD), Sportausschussvorsitzender in Goch. Gleichwohl aber stünde diese in der Politik noch nicht zur Debatte. Ein Zentrum, an dem von Fußball über Volleyball bis hin zum Tennis alle Sportler eine Heimat fänden, hält Meuser allerdings für „optimal“. Immerhin befinde sich gleich nebenan auch die Turnhalle des Gymnasiums sowie ein Bolzplatz.

Anika Brendgen, Sportwartin des Klubs und Spielerin der ersten Damenmannschaft, hält viel von der Idee einer neuen Anlage: „Unsere jetzige Anlage ist traumhaft schön, mitten in der Natur, sie ist fast eine Parkanlage. Doch gerade in Anbetracht unserer Mitgliederzahl ist sie eben auch extrem weitläufig.“ Eine Anlage, die flächenmäßig überschaubarer ist und die zentral das Klubhaus beheimate, halte sie für „sehr charmant“. Als Beispiel führt Brendgen die Sportstätte des TC RW Emmerich an. Dort befindet sich das Klubhaus zentral, sieben Plätze liegen ringsherum.

Der 64-fache deutsche Meister van de Loo sieht in einem etwaigen Umzug auch finanzielle Vorteile. „Das Gelände, auf dem sich unsere Anlage nun befindet, ist als Bauland sehr interessant. Ein Umzug vor 2029 könnte uns die Möglichkeit bieten, eine neue Anlage zu errichten“, sagt van de Loo. Auch sei die vereinseigene Infrastruktur „in die Jahre gekommen“.

Die neue Anlage könnte besser auf den aktuellen Bedarf des Vereins zugeschnitten sein. Bisher aber seien die Pläne nicht konkret. Auch Politik und Stadt seien, so Meuser, noch nicht eingebunden worden. „Eine mögliche Entscheidung liegt in den Händen der Mitglieder. Deren Meinung wollen wir uns am Freitag anhören“, sagt van de Loo.

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