Rot-blaues Kollektivversagen

Fußball-Landesliga: Der 1. FC Kleve geht beim PSV Wesel-Lackhausen mit 0:7 unter. Ercan Sendag sieht die Rote Karte. Trainer Thomas von Kuczkowski nach dem Spiel: "Die Luft ist einfach raus bei uns."

Vor der Partie beim PSV Wesel-Lackhausen hatte Trainer Thomas von Kuczkowski noch an seine Mannschaft appelliert, sich trotz mangelnder Motivation so teuer wie möglich zu verkaufen. Doch was der Coach des 1. FC Kleve dann gestern am Molkereiweg von seiner Auswahl geboten bekam war ein rot-blaues Kollektivversagen.

"Die Luft ist einfach raus bei uns. Wenn ein grundsolider Spieler wie Timo Stock schon völlig neben sich steht, sagt das viel aus. Ich will aber jetzt auch nicht alles in Frage stellen und den Vorschlaghammer raus holen. Unsere personelle Situation ist nicht gut. Johannes Seegmüller hat ja vorher zum Beispiel schon 90 Minuten für die A-Jugend gespielt", sagte von Kuczkowski, "wir wollen jetzt schauen, dass wir die zwei Heimspiele noch gut absolvieren. Mit Platz 3 in einem Übergangsjahr können wir ganz gut leben. Ab Sommer stellen wir uns dann neu auf. Daran muss ich mich dann auch messen lassen. Das ist ganz klar."

Die Schwanenstädter kamen im S-Stadion überhaupt nicht in die Gänge, obwohl von Kuczkowski eine schlagkräftige Elf auf den Platz geschickt hatte. Die Mannschaft konnte zu keiner Zeit die Vorgaben umsetzen, obwohl "Kucze" noch eindringlich vor dem "dynamischen und vor allem schnellen Umschaltspiel" des Gegners gewarnt hatte.

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Bereits nach zwölf Minuten besorgte Oliver Vos die 1:0-Führung für die Platzherren. Danach war dann ein kleines Aufbäumen der Klever zu erkennen, mehr aber auch nicht.

Im Gegenteil: Der PSV blieb eiskalt vor dem Kasten von FC-Torwart Poli Minas. Timm Golley markierte das 2:0 (25.). Ercan Sendag sah nach 28 Minuten die Rote Karte. Sebastian Eisenstein ließ noch vor der Pause das 3:0 folgen (35.). Die Hoffnung, dass es nach einer Kabinenpredigt in der Halbzeit zumindest etwas besser werden könnte, wurde schnell zunichte gemacht.

Wesel-Lackhausen kannte kein Erbarmen mit den Schwanenstädtern und schoss weiter munter Tore. Marvin Schweds erhöhte nach 50 Minuten auf 4:0. David Müller ließ wenig später den fünften Treffer folgen (55.). Der eingewechselte Matthäus Cwiek machte eine Viertelstunde vor Schluss sogar das halbe Dutzend voll. Erneut Cwiek war dann auch verantwortlich für den siebten Weseler Streich (89.), ehe Schiedsrichter Sascha Deutscher die desillusionierten Klever mit dem pünktlichen Abpfiff endlich erlösen könnte.

(RP)