Mädchenfußball: Rickes-Team befindet sich in schwerer Krise

Mädchenfußball : Rickes-Team befindet sich in schwerer Krise

Zuletzt setzte es drei Niederlagen für die B-Juniorinnen der SV Bedburg-Hau. Trainer Rickes kritisiert „fehlende Mentalität“.

In den vergangenen Jahren schwammen die Kämpferherzen von Trainer Sven Rickes auf einer Welle des Erfolges. Sportlich wie emotional folgten Höhepunkt auf Höhepunkt, folgerichtig mündeten diese im Sommer im Regionalliga-Aufstieg.

Nun aber ist Rickes als Krisenmanager seiner U-17-Mädchen gefragt: „Es ist eine völlig neue Situation für uns, die wir noch nicht angenommen haben“, sagt er. Die letzten fünf Partien gingen teils deutlich verloren, zuletzt unterlagen Spielführerin Anna Schneider und Kolleginnen 0:2 beim Tabellenkonkurrenten MSV Duisburg.

„Die Einstellung war schlecht. Ich erkenne einen Mangel an Entschlossenheit, einen Mangel an Willen, solche Spiele zu gewinnen. Technisch-taktisch war das ein Offenbarungseid“, sagt Rickes.

Dabei sah es für die Kämpferherzen in der Rheinstadt anfangs gut aus. Sie agierten mitunter auf Augenhöhe, die überragende Schlussfrau Clara Giebels hielt das torlose Remis lange fest. Nach 54 Minuten aber war der Rückstand perfekt, als Mailin Paplewski für den MSV zu einem furiosen Solo ansetzte. Über die Grundlinie tankte sie sich in den Strafraum und schloss aus spitzem Winkel eiskalt ab. „Das kann passieren. Danach aber hatten wir Duisburg überhaupt nicht mehr im Griff“, sagt Rickes. Es folgte nach 73 Zeigerumdrehungen das 0:2, als Jennifer Aranowski, in dieser Saison eine der torgefährlichsten Protagonisten der Liga, unbedrängt aus der zweiten Reihe in den Winkel abschließen konnte.

Nun rangieren die Hauerinnen auf dem vorletzten Tabellenplatz und haben bereits sechs Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. „Natürlich mache ich mir meine Gedanken. Bisher haben wir immer unser Ziel Klassenerhalt hochgehalten. Aber nun fehlt es an Mentalität. Wir müssen uns hinterfragen: Wollen die Mädels diesen wirklich schaffen?“, fragt Rickes. Es sei nicht ausgeschlossen, dass man sich in einer für diese Woche anberaumten Teambesprechung anders entscheide und daraus Konsequenzen zieht: „Man kann auch alles investieren, um sich würdig zu verabschieden“, sagt er.

Am kommenden Samstag wartet gegen den SV Menden, Neunter der Tabelle mit sechs Punkten Vorsprung auf Bedburg-Hau, ein Schicksalsspiel vor heimischem Publikum. Rickes macht es kurz: „Wir müssen gewinnen.“

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