Fußball Reichlich Abstimmungsbedarf

Mit 3:2 nach 0:2-Rückstand behielt der 1. FC Kleve im Derby zur Gocher Saisoneröffnung die Oberhand über die heimische Viktoria. Beide Teams offenbarten der noch jungen Vorbereitung geschuldet dabei noch klassische Defizite.

Vor etwa 400 Zuschauern konnte NRW-Ligist 1.FC Kleve im Testspiel beim Niederrheinligisten Viktoria Goch am Samstag mit 3:2 erfolgreich Revanche nehmen für die Testspielniederlage im Vorjahr (0:1). Ein Prestigeerfolg, der den Klevern sicher gut tut, auch wenn die Brisanz eines Lokalderbys nicht wirklich spürbar war - ein Klassenunterschied zwischen den Teams ebenso nicht. Rückschlüsse auf das wahre Leistungsvermögens der Teams sind derzeit allenfalls begrenzt möglich. Zu frisch ist noch die Vorbereitung, zudem nahmen beide Trainer ihr Auswechselkontingent großzügig in Anspruch. Zufriedene Gesichter gab es nachher dennoch auf beiden Seiten.

Ins leere Gehäuse

"Über weite Strecken haben wir ein ausgeglichenes Spiel gesehen, das auch gut 2:2 hätte ausgehen können", analysierte Viktoria-Coach Thomas von Kuczkowski. Gegenüber Georg Kreß stellte heraus, dass sein Team sich nach dem frühen Rückstand gewehrt habe: "Solche Spiele hätten wir letztes Jahr wohl noch verloren." Dabei sah es zunächst für die Schwanenstädter nicht gut aus. Bereits nach sieben Minuten sahen sie sich mit 0:2 im Hintertreffen. "Die ersten Minuten haben wir wohl gebraucht, um die Müdigkeit herauszukriegen", so Kreß. Goch knüpfte nahtlos an die abgelaufene Saison an – mit einem Galster-Treffer. Jens Schulz hatte den Gocher Goalgetter geschickt und dieser aus spitzem Winkel ins lange Eck in gewohnter Manier eingenetzt (6.). Das 2:0 für die Gastgeber legte Dennis Thyssen nach, der als Nutznießer eines Abstimmungsproblems zwischen Umut Akpinar und Keeper Sascha Horsmann ins leere Gehäuse vollendete (7.). Absprachedefizite zwischen Torhütern und Hinterreihe sollten Thema bleiben. Auf der Gegenseite waren sich Sebastian Schulte-Kellinghaus und Poli Minas nicht einig. Folge: Minas holte den heransprintenden Marius Sowislo von den Beinen. Den fälligen Strafstoß versenkte Adrian Mahr zum Anschlusstreffer (24.), womit die Klever zurück in der Partie waren. Der sträflich allein gelassene Benedikt Koep legte per Kopf den Ausgleich nach (28.). In der Folge bekamen die Zuschauer einen Schlagabtausch mit einer Fülle von Chancen auf beiden Seiten zu sehen. Koep (37.) und Milan Dehnen (43.) scheiterten an Minas, auf der Gegenseite vergab Stefan Galster die Großchance zur erneuten Gocher Führung. Bereits vorbei am unsicheren Horsmann konnte er seinen Flachschuss nicht an der Klever Abwehrreihe vorbeibringen (45.). Nach der Pause ging es im gleichen Stil weiter. Für Goch verpasste dabei vor allem Tim Haal eine mögliche Führung (49., 80.), auch Comebacker Ernes Tiganj hatte einen Treffer auf dem Fuß. Bei den Klevern, die sich unterm Strich ein Chancenübergewicht erarbeiteten, fehlte zunächst Benedikt Koep (47.) und Adrian Mahr die nötige Präzision (51., 61.) gegen Gochs Neuzugang zwischen den Pfosten, David Parke. Als auch der Versuch von Marek Klimczok auf der Linie geklärt wurde (76.), schien es beim Remis zu bleiben. Doch vier Minuten vor dem Ende gelang dem Polen frei vor Parke per überlegtem Heber noch der nicht unverdiente Siegtreffer für die Gäste (86.).

(RP)