Radrennen ums Tönnissen-Center: Wennekes siegt über 70 Kilometer

Radsport : Wennekes siegt am Tönnissen-Center

Bei der 21. Auflage des Radrennens rund ums Tönnissen-Center war der Niederländer der Schnellste über die 70-Kilometer-Distanz. Die Veranstalter zeigen sich zufrieden. Ein wichtiger Faktor dafür: Der Regen blieb aus.

Rudi Tönnissen ist einer der wichtigsten Protagonisten des Kreis Klever Radsports. Schon seit mehr als zwanzig Jahren organisiert er im Herzen der Kreisstadt das Radrennen rund ums Tönnissen-Center. Monatelang feilt er am Ablauf der Sportgroßveranstaltung. Am Sonntagnachmittag fand bereits die 21. Auflage des Rennens auf dem Programm – ein Höhepunkt des Jahres für Tönnissen und die Radrenngemeinschaft Kleverland. Wer ihn während der Veranstaltung für einige Minuten begleitet, versteht, was das sportliche Urgestein für die Radsportprotagonisten bedeutet. Allerorts ist er gefragter Ansprechpartner, Tönnissen witzelt, spornt an, weist Ehrenamtlern den Weg. Auf seinem Mountain-E-Bike rast er umher, ist omnipräsent.

„Mit einem solchen Rennen ist wirklich unglaublich viel Arbeit verbunden“, sagt er. Nun aber könne er zufrieden zurückblicken. Hunderte Radrennfahrer gingen an den Start, zudem feuerten tausende Zuschauer am Seitenrand an. Dabei verlief der Start ins das Rennen holprig: Ursprünglich hätten die Senioren um 11 Uhr auf ihre 44-Kilometer-Strecke gehen müssen. Daraus aber wurde nichts: Gleich zwei Mal mussten die Radsportler von der Königsallee herunter, da Gabelstapler des Technischen Hilfswerks durchgelassen werden mussten. „Heute ist der Wurm drin“, rief ein Sportler den Kollegen zu. In der Folge aber rollte es nach Plan auf dem zwei Kilometer langen Cirquit rund um das Tönnissen-Center. „Alle fahren auf eigene Rechnung und Gefahr“, kündigte der RRG-Vorsitzende Hans-Peter Roeloffs mit dem ersten Startschuss an. „Wir sind besonders froh, dass es nicht geregnet hat. Schlechtes Wetter wäre für eine solche Veranstaltung ganz bitter“, sagt Tönnissen. Schließlich würde es dann für die mit bis zu 60 Kilometer pro Stunde fahrenden Radler gefährlich.

Ein besonderer Tag war das Wochenende auch für Tönnissens Enkel Constantin Coenen. Am Samstag startete er bereits bei einem Triathlon in Hilden, in Kleve ging das 10-jährige Nachwuchstalent in der Schülerklasse U11 an den Start und legte zwölf Kilometer zurück. „Ich trainiere mehrmals in der Woche und klar, wenn ich mitmache, will ich auch alles dafür geben, zu gewinnen“, sagte Constantin Coenen. Am Sieg fuhr er zwar knapp vorbei, mit dem dritten Rang aber zeigte er sich dennoch zufrieden. So auch sein Großvater: „Ich bin stolz darauf, wie der Junge Sport treibt.“

Die namhaftesten Sportler gingen bei den sogenannten Elite-Amateuren an den Start. „Da kommen viele immer von weit her angereist. Das ist eine wichtige Bestätigung unserer Arbeit“, sagt Rudi Tönnissen. Nach Enttäuschungen in den vergangenen Jahren hätten sich die Gastgeber nun dafür entschieden, keinen A-Sportpromi des Radsports einzuladen. Eine starke Zeit fuhr der Sieger dennoch. Der Niederländer Robin Wennekes im Trikot des Teams „Vlasman Ct“ benötigte für die 70 Kilometer nur 01:32:25 Stunden. Er hatte auf den letzten Metern Stehvermögen bewiesen und seine ersten Verfolger Nils Büttner (RV Blitz Spich) und Frederik Volmberg (RSC 79 Werne) abgeschüttelt. Und das auf einer Zielgeraden, die, so bestätigen es die Sportler unisono, nicht zu unterschätzen sei. Immerhin betrage die Steigung der Königsallee bis zur Kreuzung mit der Hoffmannallee knapp sechs Meter beziehungsweise zwei Prozent. „Das sportliche Niveau schätzen wir auch in diesem Jahr wieder als hoch sein. Das war den Aufwand wert. So freuen wir uns schon wieder auf das neue Jahr“, sagt Tönnissen.