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Pokalfinale: 1. FC Kleve verliert gegen Rot-Weiss Essen

Finale Fußball-Niederrheinpokal : 1. FC Kleve verpasst den Pokal-Coup

Der Oberligist verliert das Endspiel des Niederrheinpokals gegen Regionalligist Rot-Weiss Essen mit 1:3. Die Mannschaft von Trainer Umut Akpinar kämpft aufopferungsvoll. Doch es reicht nicht zum Coup.

Der Traum des 1. FC Kleve vom Einzug in die erste Runde des DFB-Pokals, bei dem Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld der Gegner gewesen wäre, ist geplatzt. Der Fußball-Oberligist verlor am Samstag im Essener Stadion an der Hafenstraße das Endspiel um den Niederrheinpokal gegen den Regionalligisten Rot-Weiss Essen mit 1:3 (0:1). Die Mannschaft von Trainer Umut Akpinar kämpfte aufopferungsvoll. Doch es reichte nicht, um den Coup im Cup gegen den klar favorisierten Tradionsklub aus dem Pott zu schaffen. RWE sicherte sich bei der 14. Endspiel-Teilnahme zum zehnten Mal den Pokal. Der 1. FC Kleve hatte zum ersten Mal in seiner Geschichte das Finale erreicht.

Fans waren zu der Partie nicht zugelassen. Gut 300 Besucher waren aber im Stadion, darunter ehemalige Fußball-Größen von Rot-Weiss Essen wie Otto Rehhagel oder Willi „Ente“ Lippens, der seine Laufbahn einst in Kleve begonnen hatte. Sein Herz schlug auf der Tribüne des Essener Stadions aber für RWE.

Der Klever Trainer Umut Akpinar hatte die Partie als „historisches Spiel“ für den Verein bezeichnet. Er hatte seine Startelf im Vergleich zum 4:3-Sieg nach Elfmeterschießen gegen den Ligarivalen 1.FC Bocholt vier Tage zuvor auf einer Position verändert. Luca Plum lief von Beginn an für Sebastian Santana auf, für den er gegen Bocholt zur zweiten Halbzeit ins Spiel gekommen war.

Die Partie nahm den erwarteten Verlauf. Der klar favorisierte Regionalligist dominierte und hatte bereits in der ersten 20 Minuten ein halbes Dutzend guter Chancen zur Führung, wobei der Klever Rechtsverteidiger Kai Robin Schneider nach Kopfbällen gleich viermal auf der Linie rettete. Die Defensivabteilung des 1. FC war vor allem bei hohen Flanken in den Strafraum selten Herr der Lage. Im Spiel nach vorne gab der Oberligist durch einen Distanzschuss von Mike Terfloth (10.) auch schnell ein offensives Lebenszeichen von sich. Doch er wurde dann erst einmal in die Defensive gedrängt.

Erst nach 25 Minuten kam der Außenseiter wieder besser in die Partie, wobei es bei vielversprechenden Kontern oft am letzten Pass mangelte. Abwehrchef Nedzad Dragovic (31.) scheiterte mit einem Freistoß aus gut 25 Meter an Daniel Davari, dem ehemaligen Bundesliga-Keeper im Essener Tor. Der 1. FC Kleve schien jetzt mehr Zugriff auf die Partie zu haben, als er vor der Pause doch noch in Rückstand geriet. Simon Engelmann (38.) traf aus kurzer Distanz für Essen zum 1:0.

Der 1. FC Kleve agierte nach der Pause offensiv mutiger und wurde schnell dafür belohnt. Abwehrchef Neddzad Dragovic erzielte in der 52. Minute mit einem Elfmeter den Ausgleich, nachdem Kai Robin Schneider gefoult worden war. Aber nur vier Minuten später brachte Simon Engelmann RWE mit einem Distanzschuss wieder in Führung. Doch das Team von Umut Akpinar blieb im Spiel, weil der Favorit nicht mehr mit der Konsequenz agierte, mit der er das Geschehen vor der Pause im Griff gehabt hatte. Niklas Klein-Wiele (67.) verfehlte mit einem Schuss aus spitzem Winkel das Tor knapp. Es war nun beinahe ein Duell auf Augenhöhne, ehe Simon Engelmann (82., Elfmeter) mit seinem dritten Tor für die Entscheidung sorgte.

Erleichterung herrschte beim Fußball-Verband Niederrhein darüber, dass der Niederrheinpokal trotz der Corona-Pandemie auf dem Rasen beendet werden konnte. „Das war unser großes Ziel. Wir wollten den Teilnehmer des Niederrheins am DFB-Pokal sportlich ermitteln und nicht das Los darüber entscheiden lassen. Das wäre der Fall gewesen, wenn wir die Halbfinale-Partien und das Endspiel nicht mehr hätten austragen können“, sagte Wolfgang Jades, Vorsitzender des Fußballausschusses im Verband Niederrhein.

Rot-Weiss Essen: Davari - Backszat, Kehl-Gomez (65. Platzek), Grund, Engelmann (89. Dorow), Heber, Condé, Plechaty, Hahn, Behounek (76. Endres), Kefkir (89. Adetula).

1. FC Kleve: Taner - Schneider, Haal, Dragovic, Kezer, Terfloth, Forster, Klein-Wiele, Hühner, Terada (80. Santana), Plum (46. Thuyl).

Tore: 1:0 (38.) Engelmann, 1:1 (52.) Dragovic (Foulelfmeter), 2:1 (56.) Engelmann, 3:1 (82. Engelmann).

Schiedsrichter: Florian Heien (Xanten).