1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve
  4. Sport Kleve und Goch

Pokal: Viktoria Goch verzichtet gegen Wuppertaler SV auf Heimrecht

Fußball-Niederrheinpokal : Viktoria Goch verzichtet auf Heimrecht

Die Partie des Bezirksligisten gegen den Wuppertaler SV wurde als Risikospiel eingestuft. Der finanzielle Aufwand, um die Auflagen zu stemmen, wäre zu groß gewesen. Deshalb steigt die Begegnung nun im Stadion am Zoo.

Die Entscheidung ist den Verantwortlichen von Viktoria Goch nicht leichtgefallen. Doch es blieb dem Klub letztendlich keine andere Wahl. Der Fußball-Bezirksligist verzichtet in der dritten Runde des Niederrheinpokals, in der er auf den Regionalligisten Wuppertaler SV trifft, auf sein Heimrecht. Das steht seit Dienstagabend fest. Der Grund: Die Viktoria sieht sich nicht in der Lage, die Auflagen zu erfüllen, damit die Begegnung im Gocher Hubert-Houben-Stadion hätte angepfiffen werden können. Denn die Partie wird von der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) als Risikospiel angesehen, weil der WSV Fans in seinen Reihen hat, die von den Sicherheitsbehörden als gewaltbereit eingestuft werden. Die Begegnung findet jetzt am Mittwoch, 17. November, 19 Uhr, im Stadion am Zoo in Wuppertal statt.

„Es ist ärgerlich, dass wir das Heimrecht abgeben müssen. Es wäre für unsere Mitglieder und Fans sicherlich ein Erlebnis gewesen, wenn die Partie in Goch stattgefunden hätte. Doch wir sehen uns aus organisatorischen und finanziellen Gründen nicht in der Lage, die Auflagen zu stemmen, die damit verbunden wären“, sagt Michael Görtz, Vorsitzender von Viktoria Goch. Auch Trainer Daniel Beine bedauert, dass seiner Mannschaft die Chance genommen wird, diese attraktive Partie gegen den Pokalverteidiger vor eigenen Fans bestreiten zu können. „Schade, das wäre für die Spieler sicherlich ein Highlight gewesen. Aber ich habe alles Verständnis für die Entscheidung des Vereins“, sagt Beine.

  • Michael Langenberg freute sich über ein
    Basketball : Aufsteiger TV Goch gelingt ein Start nach Maß
  • Ein Rettungswagen (Archiv).
    Nach Abbruch des Spiels : Fan nach medizinischem Notfall bei Handball-Spiel aus Krankenhaus entlassen
  • Feiern den Sieg in der World
    „Hört sich großartig an“ : Atlanta Braves gewinnen World Series gegen die Houston Astros

Die Viktoria hatte bereits am Morgen nach der Auslosung, die am vergangenen Donnerstag stattgefunden hat, die Mitteilung erhalten, dass die Partie als Risikospiel behandelt wird. Wenige Stunden später fand im Hubert-Houben-Stadion bereits eine Ortsbesichtigung mit dem Ordnungsamt der Stadt Goch und der Polizei statt. „Das Ergebnis war, dass wir nicht nur 50 professionelle Ordner hätten stellen müssen. Wir hätten auch für einen separaten Bereich mit Gastronomie und Toiletten für die Wuppertaler Zuschauer sorgen müssen“, sagt Görtz.

Dieser Aufwand wäre für den Verein vor allem aus finanziellen Gründen viel zu groß gewesen. „Der Sinn eines so attraktiven Heimspiels im Pokal ist es doch auch, dass am Ende ein paar Euro für die Klubkasse übrig bleiben. Doch diese Partie wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einem Zuschussgeschäft für uns geworden, weil alleine der Ordnungsdienst schon eine vierstellige Summe gekostet hätte“, so der Viktoria-Vorsitzende. Zudem habe der Verein aus Wuppertal die Nachricht erhalten, dass der Regionalligist davon ausgeht, dass sein Team höchstens von gut 100 Fans begleitet werden wird. Kurzum: Die Sache rechnet sich nicht.

Hinzu kamen organisatorische Probleme. Die Viktoria hätte nur wenige Tage Zeit gehabt, alle Vorkehrungen zu treffen, damit die Behörden Grünes Licht für einen Anpfiff der Partie im Hubert-Houben-Stadion gegeben hätten. „Das ist ehrenamtlich kaum zu leisten“, sagt Görtz. Ein Umzug ins Stadion des 1. FC Kleve, wie es Landesligist SGE Bedburg-Hau in der zweiten Runde bei seinem Heimspiel gegen den KFC Uerdingen (1:4 nach Verlängerung) vorgemacht hat, war für die Viktoria auch kein Thema. „Denn wir glauben nicht, dass viele Gocher Fans nach Kleve gefahren wären“, so Michael Görtz. Deshalb sei ein Verzicht des Heimrechts alternativlos gewesen.

Das wiederum stellt Daniel Beine jetzt vor ein Problem, weil Anpfiff im altehrwürdigen Stadion am Zoo, wo einst der Ball schon in der Bundesliga gerollt ist, schon um 19 Uhr ist. „Ich weiß im Moment noch nicht, ob auch alle Spieler schon so früh Feierabend haben, damit sie rechtzeitig in Wuppertal sind“, sagt der Coach.

Übrigens: Der Wuppertaler SV hatte in der Runde zuvor auch ein Spiel vor eigenem Publikum, weil der SC Werden-Heidhausen ebenfalls auf sein Heimrecht verzichtet hatte. Der Essener Bezirksligist verlor beim WSV vor 264 Zuschauern mit 0:4.