Fußball: Platzanlage in Warbeyen: Gespräche mit Stadt laufen

Fußball : Platzanlage in Warbeyen: Gespräche mit Stadt laufen

Am zweiten Weihnachtstag zerstörte ein 18-Jähriger aus Kalkar offenbar den Rasen des VfR Warbeyen. Bis zum Sommer ist am Duvenpoll an Spielbetrieb nicht zu denken. Mannschaften könnten nun auf Nachbarklubs ausweichen. Auch die Bürgermeisterin hat ihre Hilfe angeboten.

Der Schock, das versichert Christian Nitsch unserer Redaktion, sitze noch immer tief. Es ist der Schock darüber, dass in der Nacht zum zweiten Weihnachtstag der Rasenplatz des VfR Warbeyen irreparabel zerstört worden ist. „Wir können es noch immer nicht fassen“, sagt Nitsch, Vorsitzender der Schwarz-Weißen. Ein Pkw hatte das Spielfeld regelrecht umgepflügt. Die Ermittlungen der Polizei fokussieren sich auf einen 18-Jährigen aus Kalkar. An dessen Geländewagen stießen die Beamten am zweiten Weihnachtstag auf großflächige Erd- und Schlammspuren. Den Beamten versuchte er zu erklären, er sei lediglich im Wald sowie auf Feldwegen unterwegs gewesen.

Dem Vernehmen nach sei der Kalkarer auch beim Country Club Mühlenhof in Niedermörmter und beim internationalen Golfclub in Moyland mit Zerstörungswut vorstellig geworden. Überall hinterließ er empfindliche Schäden an der Grasnarbe, es geht um Schäden in sechsstelliger Höhe. Der VfR Warbeyen ist nun drauf und dran, Ausweichpläne für die Mannschaften zu schmieden. „Wir sind in engen Gesprächen mit umliegenden Vereinen, auch mit Vereinen außerhalb des Klever Stadtgebiets“, sagt Christian Nitsch.

Auch mit dem Eigentümer des Warbeyener Areals, der Stadt Kleve, befinde man sich im Dialog. Bürgermeisterin Sonja Northing habe ihre Hilfe angeboten. Am Mittwoch soll vor Ort eine Begehung stattfinden. Nitsch zu Folge sei allerdings klar: Bis zum Sommer sei an Spielbetrieb am Duvenpoll nicht zu denken. Bis dahin müsse man improvisieren. Ein Problem dabei scheint zuvorderst die Tatsache, dass für den VfR Warbeyen Mädchen- und keine Jungenmannschaften im Spielbetriebs unterwegs sind. „Wenn man ausschließlich Knabenmannschaften hat, können die nach- und miteinander Umkleidekabinen nutzen. Geschlechter muss man allerdings kategorisch trennen, das macht´s deutlich schwieriger, anderswo unterzukommen“, sagt Nitsch.

Dabei drängt die Zeit: Schon jetzt habe die Wintervorbereitung der U16-Mannschaft begonnen, diese sei in der Soccerhalle in Hasselt untergekommen. Wie es für die übrigen Mannschaften weitergehe, sei allerdings noch offen. Sieben Mädchenmannschaften beheimatet der VfR Warbeyen, hinzu kommen zwei Frauen- und eine Männermannschaft. „Die Unterstützung, die wir von anderen Vereinen erfahren, wäre so nicht erwartbar gewesen und ist grandios“, sagt Nitsch. Um welche Klubs es sich dabei handele, wolle er allerdings nicht preisgeben. Für die meisten Kickerinnen laufe der Spielbetrieb in zwei Wochen wieder an.

An den Täter wolle Nitsch keinen Gedanken verschwenden, wie er erklärt. „Bei ihm muss eine leichte Form der Debilität vorliegen. Aber mit einer solchen kann man heutzutage auch Präsident der Vereinigten Staaten werden“, sagt Vereinschef Christian Nitsch. Um seinem Schock Ausdruck zu verleihen, hatte er sich übrigens prominente Hilfe gesucht: In sozialen Netzwerken des Warbeyener Juniorinnenleistungszentrums „Kämpferherzen“ hatte Ex-Bundesligakicker Hannes Bongartz erklärt: „Über sowas zu reden, fällt einem schwer. So etwas zu sehen, ist noch viel schlimmer. Es blutet das Herz. Wer so etwas veranstaltet und damit Jugendarbeit über Jahre in Frage stellt oder eventuell kaputt macht, ist verrückt.“