Jugendfußball: Oranje-Technik mit deutscher Taktik

Jugendfußball : Oranje-Technik mit deutscher Taktik

Die U13-Mannschaft des Oberliga-Klubs 1. FC Kleve empfing am Bresserberg Gleichaltrige des niederländischen Vereins SV Geinoord.

Niko Hegemann, Trainer der U13-Mannschaft des 1. FC Kleve, hatte sich wochenlang auf diesen Austausch gefreut, ihm regelrecht entgegengefiebert. Am vergangenen Wochenende dann war es soweit: Der niederländische Verein SV Geinoord gastierte am Bresserberg des Oberliga-Klubs. „Diesen Austausch werden alle Beteiligten noch lange in Erinnerung behalten“, sagt Hegemann, der seit dieser Spielzeit die D-Jugendmannschaft betreut. Zuvor war er bereits als Nachwuchsausbilder bei seinem Heimatverein Sturm Wissel aktiv. Über persönliche Kontakte von FC-Offiziellen waren die Verbindungen zum Klub, der seit dem vergangenen Jahr Kooperationspartner des Eredivisie-Vereins FC Utrecht ist, zu Stande gekommen. Hegemann und Kollegen ergriffen die Gelegenheit und luden die Gleichaltrigen aus Nieuwegein zu sich ein.

Zwei Tage verbrachten die niederländischen Talente in der Jugendherberge am Bresserberg. Geprägt wurde der Ausflug ins Nachbarland von der schönsten Nebensache der Welt. „Insbesondere für die niederländischen Jungs dürfte dieser Austausch unvergesslich sein, da viele von ihnen zum ersten Mal ohne Eltern im Ausland unterwegs waren“, sagt Hegemann im Gespräch mit unserer Redaktion. Seine Mannschaft kickt im Ligabetrieb in der D-Jugend-Leistungsklasse. Am Samstagmorgen hatte das Klever Jugendaufgebot noch mit 4:1 erfolgreich ein Testspiel beim SV Sonsbeck bestritten, in der Folge dann trafen die Rot-Blauen auf den niederländischen Partner. Zum Auftakt zogen die Mannschaften in ein Testspiel unter Wettkampfbedingungen.

Der Endstand nach sechzig Minuten: 3:3-Unentschieden. Früh waren die Klever durch Sam Jansen (7.) in Führung gegangen, wenig später hatte Maliq Seferi (15.) erhöht. Doch die Niederländer kämpften sich zurück und sorgten nach 29 und 46 Zeigerumdrehungen für den Ausgleich. Giulius Geukes wiederum war es, der den 1. FC Kleve nach fünfzig Minuten abermals in Front schoss, nur zwei Minuten später sorgten die Gäste aus dem Königreich für den Schlusspunkt einer umkämpften Partie. „Wir haben ein wirklich richtig gutes Spiel mit sehr vielen Torszenen gesehen. Man hat allerdings auch beobachten können, dass wir uns erst einmal an die niederländischen Regeln gewöhnen mussten“, sagt Hegemann. So wird der Ball im niederländischen Nachwuchsfußball nicht eingeworfen, sondern eingedribbelt. Auch bei Standards darf das Spiel auf diesem Wege eröffnet werden. „Das macht das Spiel sehr viel schneller. Ich halte die niederländischen Regeln für wirklich sinnvoll. Vielleicht sollten wir uns in Deutschland mit diesen auch einmal auseinandersetzen“, sagt Hegemann.

Im Nachgang des Testspiels trainierten die Klever Kicker zudem noch mit den Kollegen aus dem Großraum Utrecht. Dabei trat Hegemann auch in Kontakt mit den „Oranje“-Ausbildern. „Die niederländische Jugendausbildung genießt ja zurecht einen hervorragenden Ruf. Dort wird wahnsinnig viel Wert auf die technische Ausbildung gelegt. Das hat man auch beim SV Geinoord gesehen“, sagt der Übungsleiter. Doch Hegemann legt Wert darauf, zu unterstreichen, dass auch beim FC ein besonderes Augenmerk auf die technischen Fähigkeiten gelegt würde. Und dennoch: „Man hat einen deutlichen Unterschied in der Spielanlage beider Mannschaften gesehen. Die niederländischen Jungs spielen schnell über viele Stationen, wir sind da vielleicht etwas gradliniger, ja zielstrebiger“, sagt Hegemann. So habe er nun zahlreiche niederländische Trainingsübungen kennengelernt, die er auch beim FC anwenden wolle. „Ich bin mir aber sicher, dass wir auch dem SV Geinoord einiges haben mitgeben können“, sagt Niko Hegemann. Die Partnerschaft der Klubs geht künftig weiter: Im Frühjahr des kommenden Jahres will der rot-blaue Nachwuchs zu einem Gegenbesuch in den Niederlanden ansetzen, womöglich wird dieser Austausch gar zu einem festen Programmpunkt für Kleves Jugend.