Fußball: Optisch überlegene Klever verlieren Derby

Fußball : Optisch überlegene Klever verlieren Derby

SV Straelen - 1. FC Kleve 3:2 (2:1). Trotz einer akzeptablen Leistung kassierten die Rot-Blauen die dritte Niederlage im vierten Spiel.

Viele Zuschauer rieben sich vor dem Anpfiff des Fußball-Landesliga-Kreisderbys zwischen dem SV Straelen und dem 1. FC Kleve verwundert die Augen. Nicht nur, dass mit Levon Kurikciyan und Pascal Hühner gleich zwei etatmäßige Offensivakteure auf der rot-blauen Bank saßen, auf der linken Abwehrseite stand mit Stefan Osman-Reinkens auch noch ein bisher geheimer Neuzugang in der Startelf. Wie FCK-Trainer Thomas von Kuczkowski nach dem Spiel erklärte, hatte er Osman-Reinkens zusammen mit Georg Kreß, sportlicher Leiter der Klever, unter der Woche verpflichtet. Die 2:3 (1:2)-Niederlage konnte der 34-Jährige, der die linke Schwanenstädter Abwehrseite gut verstärkte, aber nicht verhindern.

Das spannende Kreisderby hätte jedoch genauso gut andersrum ausgehen können. "Die drei Punkte waren glücklich", fasste von Kuczkowski richtig zusammen. Dass die Gäste aber bereits zum dritten Mal in dieser Saison als Verlierer den Platz verließen, war auch wiedermal dem eigenen Unvermögen im Torabschluss zu verschulden. Optisch waren die Rot-Blauen zwar gleich von Beginn an überlegen, bis auf ein paar harmlosere Möglichkeiten sprang jedoch trotz allen Bemühungen nichts heraus. Die Blumenstädter, bei denen beinahe jede Offensiv-Aktion für Gefahr sorgte, präsentierten sich dagegen nach sechs gespielten Minuten bereits gnadenlos effektiv. So ging der erste Torschuss von Straelens Sascha Tenbruck gleich ins Klever Netz. Nach der Führung blieben die Schwanenstädter weiterhin die agilere Mannschaft, die in Minute 26 aber sehr viel Glück hatte, nicht das 0:2 kassiert zu haben: Marvin Hitzek passte genau in den Lauf von SVS-Stürmer David Kalokoh, welcher jedoch nur den Pfosten traf. Der gefährliche Abpraller landete allerdings wiederum vor die Füße von Hitzek. Aus ganz kurzer Distanz brauchte dieser eigentlich nur noch ins Tor treffen, schoss aber stattdessen meilenweit darüber. Und das sollte sich rächen: In Minute 34 erzielte Kleves Tim Haal in Stürmermanier sein bereits drittes Saisontor. Hitzek machte seinen Aussetzer in Minute 41 allerdings wieder wett und markierte Straelens 2:1.

Die 300 Zuschauer an der Römerstraße sahen im Anschluss eine von Nickligkeiten geprägte zweite Hälfte, die auch für Diskussionen sorgte. Allein sechs Gelbe Karten zeigte Schiedsrichter Niklas Peuten in diesen zweiten 45 Minuten, in denen zehn Zeigerumdrehungen nach Wiederbeginn Thorsten Lippold auf 3:1 für Straelen erhöhte. "Lippold hätte zu diesem Zeitpunkt aber schon gar nicht mehr auf dem Platz sein dürfen", monierte von Kuczkowski. Der Referee ahndete Lippolds Foulspiel jedoch nicht mit einem Platzverweis, während sich Gäste-Akteur Levon Kurikciyan acht Minuten vor dem Schlusspfiff unnötig provozieren ließ und von Peuten die Rote Karte wegen einer Tätlichkeit bekam. Zuvor hatte Sebastian van Brakel mit dem 2:3-Anschlusstreffer Kleve noch berechtigterweise hoffen lassen (64.). Bei den zahlreichen vielversprechenden Torchancen in Hälfte zwei fehlte dem mit einem Punkt neuen Tabellenletzten zum Teil jedoch einfach das nötige Quäntchen Glück. Oder wie es Stephan Houben, Trainer beim SV Straelen, sagte: "Unser Torwart Marian Gbur war heute der entscheidende Mann!"

(RP)