Oberliga: Der 1. FC Kleve unterliegt dem SC Velbert mit 0:2

Fußball : Nach FC-Totalausfall: Akpinar entrüstet

Fußball-Oberliga: SC Velbert - 1. FC Kleve 2:0 (0:0). Die Rot-Blauen enttäuschen in der Fremde schwer. Innenverteidiger Leslie Rume sieht die Ampelkarte, Kleves Trainer Umut Akpinar zeigt sich nach Abpfiff schwer irritiert: „Das war gar nichts.“

Die BLF-Arena des SC Velbert bleibt für die Kicker des Oberligisten 1. FC Kleve ein schweres Pflaster: Schon in der vergangenen Spielzeit waren die Gastspiele dort völlig erfolglos, eines wurde ob des Sturmtiefs „Eberhard“ kurz nach Anpfiff beendet. Nun setzte es für die Rot-Blauen gegen die abstiegsgefährdeten Velberter eine verdiente 0:2-Niederlage. „Da brauchen wir heute gar nicht drüber diskutieren: Das war ein richtig schlechtes Spiel von uns, komplett. So geht es nicht“, sagte Kleves Trainer Umut Akpinar nach Schlusspfiff. Dabei schienen die Vorzeichen der Begegnung so ausgezeichnet für die Gäste: Der FC hatte zuletzt sechs der letzten acht Partien gewonnen, Velbert eine Negativserie hingelegt. Ehe der Unparteiische Fabian Spitzer den Ball freigab, rief er die Protagonisten der Oberliga-Begegnung zu einer Schweigeminute für Ex-Nationaltorwart Robert Enke auf, der sich vor einem Jahrzehnt in Folge einer lange währenden Depression das Leben genommen hatte.

Von der Klever Form der vergangenen Wochen war in der Folge auf dem Kunstrasenplatz nur wenig zu sehen. Der SC war auf Sicherheit bedacht und konfrontierte die Klever in der Rückwärtsbewegung mit einer eng gestaffelten Fünferkette. Für die erste aussichtsreiche Gelegenheit sorgte Velberts Merveil Nzanza Tekadiomona, der nach 14 Minuten FC-Schlussmann Ahmet Taner prüfte. Die Rot-Blauen wirkten fahrig, weshalb Akpinar seinen Kickern früh zurief: „Diskutiert nicht, kommt runter, macht es einfacher.“

Die Klever aber schienen in einer zerfahrenen ersten Halbzeit nicht in der Lage, den Imperativ ihres Übungsleiters umzusetzen. Die nur 150 Zuschauer umfassende und damit oberligaunwürdige Kulisse in der BLF-Arena sah dennoch eine gute Chance der Gäste: Pascal Hühner hatte im Strafraum Niklas Klein-Wiele (38.) bedient, dessen Kopfball allerdings zu unplatziert auf das Tor von Peter-Richard Garweg zuflog. Der erste Durchgang verlor sich jedoch zunehmend in Diskussionen mit dem Schiedsrichter, beide Aufgebote verschenkten so wertvolle Kraft.

Nach einem haarsträubenden Foul von Ho Chu (40.) an Kleves Luca Plum, für das der Angreifer bloß mit der Gelben Karte bedacht wurde, entwickelte sich eine Rudelbildung auf dem Feld, bei der die Beteiligten nur mühsam vom Schirigespann auseinander gehalten werden konnten. So ging es torlos in die Kabine, der Stadionsprecher hielt fest: „Der Halbzeitstand unserer zweiten Mannschaft gegen den 1. FC Kleve: 0:0.“ Eine Korrektur des Gesagten folgte nicht, das Publikum war prächtig unterhalten.

Nach dem Seitenwechsel kam Stürmer Levon Kürkciyan (64.) noch zu einer guten Schusschance, doch der Armenier verpasste die Führung. In der Folge wurde es bitter für den 1. FC Kleve: Leslie Rume sah nach 68 Minuten die Ampelkarte, er soll zuvor den in den Strafraum eilenden SC-Akteur Deniz Duran geschubst haben. Strittig war die Entscheidung; fraglich ist, ob er seinen Gegenspieler wirklich berührt und ob dieser eine realistische Chance auf Erreichen des Balls hatte. Nichtdestotrotz: Die Akpinar-Elf musste zwanzig Minuten in Unterzahl kicken. Und das eher schlecht als recht. Nach 85 Minuten dann köpfte Frederic Lühr nach einem Freistoß zum 1:0 ins Tor, in der Nachspielzeit traf Ibrahim Bayraktar völlig freistehend zur Entscheidung. Weitere Hochkaräter ließen die Gastgeber liegen.

Kleves Cheftrainer Umut Akpinar war nach Spielende bedient und verließ die Kabine nach seiner Ansprache mit einem lauten Türknallen. Im Gespräch mit unserer Redaktion dann sagte er kopfschüttelnd: „Es geht mir um den Inhalt. Wir haben ganz klar gewusst, was uns hier erwartet, doch wir haben es nicht hingekriegt – von Anfang an nicht. Dann bist du froh über den Halbzeitgong. Und in der zweiten Halbzeit war es dann auch nochmal komplett schlecht.“ Durch die Niederlage rutscht das Bresserberg-Aufgebot auf Tabellenplatz dreizehn ab.

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