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Oberliga: Der 1. FC Kleve spielt 2:2-Remis in Hilden

Fußball-Oberliga : Knipser Trienenjost schenkt Kleve Hoffnung

Fußball-Oberliga: VfB 03 Hilden – 1. FC Kleve 2:2 (2:1). Rot-Blaue kicken im ersten Durchgang „pomadig“, agieren dann aber zunehmend gefährlich. Neuzugang Andre Trienenjost trifft doppelt.

Beim VfB Hilden sind sie nah am Konsumenten, könnte man behaupten. Das Oberliga-Aufgebot des Vereins nämlich kickt an der Hoffeldstraße auf einem schmucken Kunstrasenplatz, der inmitten einer dichten Wohnsiedlung ohne Weiteres zu übersehen wäre. Dazu kommt: Das Feld wirkt ausgesprochen klein, die Stimmung kann so schnell überkochen. Zumindest dann, wenn eine Vielzahl von Zuschauern das Hildener Stadion besuchen würde. Beim Heimduell gegen den 1. FC Kleve war das nicht der Fall. Nur 200 Fußballbegeisterte waren gekommen. Die illustre Gruppe aber bekam mächtig was zu bieten: vier Treffer, eine Vielzahl von Chancen und ein Duell auf Augenhöhe. Das Endergebnis: 2:2-Unentschieden. „Wir wollten weiter auf das dritte Tor gehen, aber die Beine waren schwer. Mit Glück und Torwart Marvin Oberhoff haben wir es zu einem Punkt gebracht“, sagte VfB Hildens Trainer Marc Bach nach Spielende.

Zu Beginn spielten die Gäste selbstbewusst auf. Die Klever agierten erstmals mit drei gelernten Innenverteidigern: Sebastian van Brakel und Nedzad Dragovic zentral, Leslie Rume auf der rechten Außenbahn. Zur ersten Gelegenheit kam die Elf von Trainer Umut Akpinar nach fünf Zeigerumdrehungen, als Pascal Hühner nach einer Ecke scharf aus dem Rückraum schoss. Er verfehlte das Tor nur knapp. Doch kurz darauf war es eine folgenschwere Ungenauigkeit der Klever, die die Hildener in Front brachte. Innenverteidiger Sebastian van Brakel verlor den Ball, die VfB-Kicker kombinierten blitzschnell nach vorne, im Zentrum musste Selcuk Yavuz den Ball bloß noch an FC-Schlussmann Andre Barth vorbeischieben. Ganz bitter für Akpinar und Kollegen: Ein Muster scheint sich fortzusetzen. Spielerisch agieren die Klever ansprechend, kurzzeitige Aussetzer aber werfen den Plan überhauf. In der Folge pochten die Rot-Blauen auf Wiedergutmachung. Nach elf Minuten hob Kleves Leslie Rume eine lange Flanke an den zweiten Pfosten, wo Vollblutstürmer Andre Trienenjost zum 1:1-Ausgleich einnickte. Die Abwehr der Gastgeber stand völlig ungeordnet.

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VfB-Torschütze Selcuk Yavuz aber bewies daraufhin nochmals, in Bestform zu sein. Nach einer Viertelstunde ließ er die gesamte Klever Hintermannschaft alt aussehen und bediente Talha Demir, der freistehend zum 2:1 einschoss. Und dennoch: Die Teams agierten auf Augenhöhe, das Spielgeschehen verlagerte sich zunehmend ins Mittelfeldzentrum – mit Vorteilen für die Rot-Blauen.

Ein Freistoß von Hildens Demir strich am Gehäuse vorbei (34.), auf der anderen Seite musste sich VfB-Schlussmann Marvin Oberhoff strecken, um den Schuss von Pascal Hühner zur Ecke zu klären (40.). Niklas Klein-Wiele hatte den Ausgleich auf dem Fuß (55.), doch Hildens Schlussmann parierte stark. Dann (61.) lupfte Fabio Forster den Ball auf Klein-Wiele, der am rechten Pfosten abzog. Auf der anderen Seite tankte sich Demir (72.) über die rechte Seite vor das Klever Gehäuse, im letzten Moment aber entschärfte Andre Barth den Versuch.

Besser machte es erneut FC-Angreifer Trienenjost: Hühner passte von der rechten Seite und Trienenjost, mit dem Rücken zum Tor, beförderte die Kugel per Hacke zum 2:2 über die Linie (76.). Weitere Möglichkeiten der FC-ler nach Standards verpufften. „In der ersten Halbzeit haben wir viele Fehler gemacht. Es fehlte an der Einstellung, am Zweikampfverhalten und am Aufbauspiel. Wir haben da sehr pomadig gespielt“, sagte FC-Übungsleiter Umut Akpinar nach Abpfiff. Danach aber sei seine Mannschaft sehr viel selbstbewusster aufgetreten.

„In den letzten 25 Minuten haben wir das gespielt, was wir uns vorgestellt hatten. Mit etwas Glück machen wir noch das 3:2, aber wir können auch mit dem einen Punkt gut leben“, sagt Akpinar weiter. Nach dem vierten Spieltag rangieren die Rot-Blauen mit einem Zähler auf dem 15. Tabellenplatz. Eine noch schlechtere Ausbeute weisen die Aufsteiger Sportfreunde Niederwenigern und Cronenberger SC sowie Union Nettetal auf. In der kommenden Woche geht es dann zum zweiten Auswärtsspiel in Folge zu den Sportfreunden Baumberg.