Oberliga: Der 1. FC Kleve empfängt die SSVg. Velbert

Fußball-Oberliga : Die Mission Wiedergutmachung

Fußball-Oberliga: 1. FC Kleve – SSVg. Velbert (So., 15 Uhr). Die Rot-Blauen fuhren zuletzt den ersten Sieg ein. Nun geht es gegen krisengeschüttelte Velberter. Die Blau-Weißen stellten ihren neuen Trainer vor: den Ex-Straelener Marcus John.

Es war der verdiente Lohn einer oberligatauglichen Vorstellung: Nach dem 1:0-Auswärtserfolg beim TVD Velbert gaben die Geburtstagskinder Tim Haal und Andre Trienenjost den Kollegen eine Runde Untergäriges aus. Zuvor hatte der FC ohne den ganz großen spielerischen Esprit, dafür mit viel Disziplin und einer guten defensiven Grundordnung die favorisierten Velberter niedergekämpft. Mike Terfloth hatte spät per Kopf den Siegtreffer besorgt. Die Konsequenz: Durch den ersten Sieg kletterten die FC-Kicker nicht nur in der Tabelle auf Platz 15, sondern vertrieben auch die ärgsten Sorgen vor einer schweren sportlichen Krise. Schließlich hatten die Rot-Blauen zuvor in sechs Begegnungen nur zwei Zähler eingefahren. Nun wartet auf die Elf von Übungsleiter Umut Akpinar das nächste Team aus dem Niederbergischen: die Sport- und Spielvereinigung Velbert. Die Blau-Weißen, seit Jahren mit Ambitionen auf den Aufstieg in die Regionalliga, haben überraschend einen ähnlich schwachen Start wie die Klever hingelegt.

Nach sieben Begegnungen stehen bloß neun Punkte zu Buche. Zu wenig für die Ansprüche des Vereins. So musste Übungsleiter Alexander Voigt vor anderthalb Wochen seinen Hut nehmen – die erste Trainerentlassung der fünfthöchsten deutschen Spielklasse in dieser Saison. Am Mittwoch dann gaben die Vereinsverantwortlichen den Namen von Voigts Nachfolgers bekannt: Markus John übernimmt in der Christopeit-Sport-Arena. Der 45-Jährige war bis März dieses Jahres beim damaligen Regionalligisten SV Straelen beschäftigt, ehe der Aufstiegstrainer nach einer sportlichen Durststrecke seinen Platz für Übungsleiterin Inka Grings räumen musste.

„Mit Marcus John haben wir unseren absoluten Wunschkandidaten bekommen. Sowohl beim SC Düsseldorf-West als auch beim SV Straelen haben sich seine Mannschaften immer durch einen klaren Plan und gepflegten Offensivfußball ausgezeichnet. Marcus ist ein moderner Trainer, der zudem einige Jahre in Velbert gewohnt hat und dementsprechend das Umfeld bestens kennt“, erklärt Velberts Vereinsvorsitzender Oliver Kuhn. Zwei Jahre kickte John bereits als Spieler für die Blau-Weißen. Der Trainer selbst erklärt seine Aufgabe im Gespräch mit unserer Redaktion so: „Wir müssen jetzt gucken, die Mannschaft zu stabilisieren. Ich will aber keine große Tabellenplatzerwartung schüren. Es geht mir vor allem auch darum, dass die Mannschaft meine Spielidee annimmt.“

In seiner Premierenbegegnung trifft der Ex-Straelener nun also auf den 1. FC Kleve. Die Rot-Blauen weisen bisher eine frappierend schwache Heimbilanz auf. Bisher verlor die Akpinar-Elf alle drei Begegnungen in der Getec-Arena – und das verdient gegen Kray, Ratingen und Nettetal. „Kleve ist nicht so gut gestartet. Aber durch den Sieg gegen den TVD Velbert haben sie sicher Aufwind bekommen. Daher glaube ich fest daran, dass wir ein gutes Spiel sehen werden“, sagt Velberts Trainer Marcus John weiter. FC-Trainer Umut Akpinar geht der Begegung gegen die SSVg. Velbert optimistisch entgegen. „Ob wir uns im Aufwind befinden, kann ich nicht sagen. Klar ist: Wir wollen den Schwung aus dem Velbert-Spiel mitnehmen, rechnen aber erneut mit einem starken Gegner“, sagt der 42-Jährige. Es müsse nun das Ziel sein, das FC-originäre Spiel abzurufen und über 90 Minuten hinweg durchzuziehen, sagt Akpinar weiter.

Auf Klever Seite ist die Personalsituation weiterhin ausgezeichnet. Zwar fällt Angreifer Ali Hassan Hammoud nach wie vor gesperrt aus. Darüber hinaus aber stehen Trainer Akpinar alle Kadermitglieder zur Verfügung. Der Blick auf den Aufstellungsbogen dürfte am Sonntagnachmittag also erneut für Spannung sorgen. Zuletzt entschied sich Akpinar für eine vorsichtige Variante in vorderster Front: Hinter Top-Stürmer Andre Trienenjost lief Niklas Klein-Wiele auf, der im Spiel gegen den Ball eine Bank ist. So liefen auf den Außenbahnen Pascal Hühner und Mike Terfloth auf, Levon Kürkciyan erhielt kein Startelfmandat. Auch die defensive Viererkette agierte erstmals in dieser Spielzeit über die gesamte Distanz wie eine Einheit: Kai Robin Schneider, Nedzad Dragovic, Sebastian van Brakel und Nils Hermsen unterbanden jedwede Velberter Bemühungen im Vorwärtsgang. Innenverteidiger Leslie Rume musste folglich auf der Ersatzbank Platz nehmen.

Nun gilt es für die Klever, das heimische Publikum wieder für sich zu gewinnen. Viele rot-blaue Zuschauer waren die sportliche Tristesse auf dem Rasen zuletzt satt und kehrten den Kickern schon vor Schlusspfiff den Rücken zu. Gegen Kellerkind Union Nettetal war die sportliche Darbietung nämlich ein Totalausfall. Am Sonntag bietet sich eine gute Gelegenheit, Vertrauen zurückzugewinnen.