Fußball : "Nur um den Klassenerhalt"

Wenig Zeit zum Ausruhen

Trotz des 2:2 auf heimischem Gelände herrschte nach dem Schlusspfiff gute Stimmung auf dem Rasen und den Rängen. FC-Kapitän Umut Akpinar hatte eine sehr gute erste Hälfte seiner Mannschaft gesehen. "Unsere Moral ist intakt. Wir haben jeweils gut zurückgeschlagen." Innenverteidiger Tobias Klemt, der als Torschütze und Elferverursacher im Mittelpunkt stand, sprach von einem verdienten Punkt. "Das 2:2 ist gerechtfertigt. Wir haben uns das heute erkämpft." Unmittelbar nach dem Spiel musste Klemt übrigens zum Röntgen ins Klever Krankenhaus. Er hatte sich einen Finger verletzt.

Aachens Trainer Eric van der Luer wirkte auf der Pressekonferenz alles andere als glücklich und wies auf die unbefriedigende Personalsituation hin: "Wir müssen jedes Spiel schauen, dass wir eine vernünftige Mannschaft auf die Beine kriegen. Wir können nicht so spielen, wie wir uns das vorgenommen haben." Man sei schon ein bisschen enttäuscht über das Unentschieden. "Wenn ein krankes Tier durch den Dschungel geht, dann wird es gefressen. Das haben wir vergessen."

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Einen aufgeräumten Eindruck machte dagegen FC-Trainer Georg Kreß, der sich über den Punkt freute: "Es wäre unverdient gewesen, wenn wir verloren hätten. Ich bin hochzufrieden. Wir haben gezeigt, dass wir Fußballspielen können." Kreß bedankte sich ausdrücklich für die Unterstützung durch die Zuschauer in den letzten 30 Minuten, hob aber gleichzeitig warnend den Zeigefinger: "Es geht wirklich nur um den Klassenerhalt." Über eines freute sich der Klever Trainer besonders: "Diese Mannschaft versucht immer alles."

Der Beifall unmittelbar nach dem Schlusspfiff am Bresserberg zeigte, dass die Fans daheim auch mal mit einem Unentschieden durchaus zufrieden sein können. In der Tat wurde den Zuschauern über 90 Minuten eine hochinteressante Begegnung geboten, die von hohem Tempo, Spielwitz, Engagement, zahlreichen Torchancen und zwei starken Schlussleuten geprägt war. So macht Fußball Spaß, auch wenn es am Ende mal keinen Sieger gibt. Über die Personaldiskussion des Aachener Trainers auf der Pressekonferenz konnte FC-Coach Georg Kreß nur müde lächeln. Er bot nämlich gestern im Laufe der Begegnung in Horsmann, Sommer, Dehnen, Klunder und Braun gleich fünf Akteure auf, die vor wenigen Wochen noch in der Bezirksliga gekickt haben. Die Einschätzung von Kreß, dass es einzig und allein um den Klassenerhalt geht, ist mehr als realistisch, schließlich steigen wenigstens drei und höchstens sechs Mannschaften am Saisonende aus der NRW-Liga ab. Wenn heute Schluss wäre, würde es soeben reichen.

Am kommenden Mittwoch müssen die Rot-Blauen bereits wieder ran. Dann geht die Reise ins Siegerland zum TSV Germania Windeck. Und am nächsten Sonntag kommt Westfalia Herne zum Bresserberg. Ein Spiel gegen einen Mitbewerber um den Ligaerhalt. Zum Ausruhen bleibt also wenig Zeit.

(RP)