Tennis : Neue Hoffnung für Tennisclub Kessel

Der 1992 gegründete Verein stand vor der Auflösung. Nun will ihm der Niederländer Maurice Niesten neues Leben einhauchen. Allerdings soll in der Zukunft nur auf einem der einst drei Spielfelder aufgeschlagen werden.

Die Anlage des Tennisclubs Kessel gibt noch immer ein trauriges Bild ab. Zwei der drei Aschefelder an der Ringstraße sind nur noch schwer als Tennisplätze zu erkennen. Dort wuchert das Unkraut, die Natur erobert sich die Fläche zurück. Zuletzt flog hier in der Freiluftsaison 2018 ein Ball übers Netz. Der dritte Platz aber präsentiert sich in einem guten Zustand. Er wurde mühevoll aufbereitet, das Netz steht unter Spannung, die weißen Linien liegen kerzengerade. Verantwortlich dafür zeichnet der Niederländer Maurice Niesten.

Der 40-Jährige schlägt bereits seit 13 Jahren in einem Tennisverein in Nimwegen auf. Mit seiner Frau und seinen drei Kindern aber wohnt er in Kessel. „Zur Corona-Zeit ist mir der Gedanke gekommen, wie schön es wäre, wenn wir unserem Hobby hier im Dorf nachgehen könnten“, sagt Niesten. Zuletzt habe er beobachtet, wie die Anlage zunehmend verfiel. „Hier war vor einigen Monaten noch alles zugewachsen. Wenn nicht langsam etwas passiert wäre, wären die Plätze unter all den Pflanzen verschwunden. Das konnte ich nicht länger mitansehen“, sagt er.

Der Spielbetrieb beim TC Kessel lief Ende 2018 aus. Damals luden die verbliebenen Mitglieder zur Auflösungsversammlung ein. Doch es kam zu einer Überraschung. Die Mitglieder der benachbarten Volkssternwarte zog es in den Tennisverein. Nicht aber, um dem weißen Sport nachzugehen. Mit ihren Eintritten wollten sie verhindern, dass das 1995 errichtete Platzhäuschen der Tennisspieler verschwindet. Immerhin könne das Gebäude auch als Versammlungsstätte der Sternengucker genutzt werden. „Interesse an Tennis haben sie aber überhaupt nicht“, sagt Niesten.

So nahm er vor einigen Monaten Geld in die Hand und investierte eine Menge Freizeit in die Instandsetzung eines der drei Felder. „Es ist mein Ziel, in Kessel bezahlbaren Tennissport anzubieten und insbesondere die Jugend des Dorfes anzusprechen“, sagt der Niederländer. Bisher zahlten Mitglieder 128 Euro pro Jahr. Künftig soll der Beitrag deutlich geringer ausfallen, wenn Niesten den Klub führt. Immerhin sinken auch die Kosten, da er nur einen der drei Plätze nutzbar machen will. Das schließt aber Medenspielbetrieb aus, da dafür drei Plätze nötig sind.

„Medenspiele sind aber nicht unser Anspruch. Dafür müssen die Leute zum TC Rot-Weiß Goch gehen. Wir richten uns an Hobbyspieler aus Kessel“, sagt Niesten. Welcher der drei Plätze aufbereitet werden soll, will er mit der Stadt Goch, dem Verkehrs- und Heimatverein Kessel sowie mit der Volkssternwarte besprechen. Um neue Mitglieder zu gewinnen, plant er ein Hobbyturnier.

Es sei nicht ausgeschlossen, dass Niesten das Gespräch mit der benachbarten Spielvereinigung Kessel suchen werde. So könnte der Tennisclub eventuell zu einer Abteilung des Vereins werden. „Ich will, dass Tennis wieder von der Dorfgemeinschaft getragen wird“, sagt er.