Fußball: Neuanfang in der Landesliga

Fußball: Neuanfang in der Landesliga

Der Vereinsverantwortlichen des 1. FC Kleve haben sich einstimmig gegen finanzielle Wagnisse und für Fußball unterhalb der Niederrheinliga ausgesprochen. Der bisherige Reserve-Trainer Sebastian Kaul wird neuer Chefcoach der künftigen ersten Mannschaft.

Was unsere Zeitung in der vergangenen Woche bereits exklusiv in Erfahrung bringen konnte, wurde am Donnerstagabend von den Vereinsverantwortlichen des 1. FC Kleve endgültig einstimmig besiegelt: In der kommenden Saison soll die erste Mannschaft der Rot-Blauen in der Landesliga um Meisterschaftspunkte kämpfen. In einer Pressemitteilung fasste der Verein die wichtigsten Entscheidungen zusammen. Zwar würde man gerne so hoch wie möglich spielen, doch wolle man am Bresserberg keine finanziellen Wagnisse eingehen, hieß es. Man habe sich "aus wirtschaftlicher Vernunft gegen einen Startplatz in der Niederrheinliga entschieden. Nach vielen Gesprächen mit Mitgliedern, Fans und Sponsoren sei diese Entscheidung gereift".

Positives Image aufbauen

Der Verein wolle ein positives Image aufbauen und langfristig das Vertrauen im Umfeld zurückgewinnen. "Wir sind uns sicher, dass wir in der Landesliga attraktiven und wettbewerbsfähigen Fußball bieten können", äußert sich der Vorstand. Eine erste Personalentscheidung wurde, wie bereits in unserer Zeitung angedeutet, getroffen: Eigengewächs Sebastian Kaul, erfolgreicher Trainer der Landesliga-Reserve, wird in der kommenden Spielzeit Chefcoach der ersten Mannschaft. Was dann aus der Reserve wird, steht noch in den Sternen. Laut Pressemitteilung des 1. FC Kleve wird über eine Eingruppierung in der Bezirksliga nachgedacht, um den Jugendlichen einen leichteren Einstieg in den Seniorenfußball zu ermöglichen. "Entsprechende Gespräche mit dem Fußballverband wurden bereits aufgenommen", teilt der Verein mit und bekräftigt: "Die Weichen für einen soliden Neuanfang sind gestellt."

  • Die Vernunft hat gesiegt

Seriös wirtschaften

Der abendlichen Vorstandssitzung war am Donnerstagnachmittag eine intensive Gesprächsrunde mit den vorläufigen Insolvenzverwaltern Eberhard Stock und André Dobiey vorausgegangen, mit denen das weitere Vorgehen abgestimmt wurde. So soll das Gutachten im Laufe der kommenden Woche dem Amtsgericht Kleve zugestellt werden, das dann über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu enscheiden hat. Dass es dazu kommt, gilt als sehr wahrscheinlich. Danach müsste dann ein Insolvenzplan aufgestellt und sämtliche Gläubiger kontaktiert werden. "Beim Verein herrscht völlige Übereinstimmung, dass künftig höchst seriös gewirtschaftet werden muss und keine finanziellen Abenteuer eingegangen werden", sagt Rechtsanwalt André Dobiey. Es müsse nach Kassenlage operiert werden, womöglich müssten kleinere Brötchen gebacken werden.

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(RP)