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Sabine Bötcher: "Möchten in eingleisige 2. Bundesliga"

Sabine Bötcher : "Möchten in eingleisige 2. Bundesliga"

Die Klever WRW-Vorsitzende äußert sich zu den Ambitionen des Traditionsvereins.

In der 2. Tischtennis-Bundesliga ruht noch bis zum Wochenende der Ball für die erste Damenmannschaft von Weiß-Rot-Weiß Kleve. Dabei spielen die Kleverinnen eine Art "Übergangssaison", denn ab der Spielzeit 2014/15 wird es eine neu eingeführte, zweigleisige 3. Bundesliga geben. Die Bedingungen dafür wurden bereits vor der Saison geschaffen, denn es wird aus der 2. Bundesliga Nord, in der auch WRW Kleve spielt, als auch aus der 2. Bundesliga Süd der Tabellenerste in die 1. Bundesliga aufsteigen. Die Mannschaften, die auf den Plätzen sechs bis zehn landen, werden in die neuformierte 3. Bundesliga absteigen und zusammen mit den zwei Aufsteigern aus der Regionalliga spielen.

Aktuell rangiert WRW in der 2. Bundesliga auf dem siebten Platz und würde in die 3. Bundesliga absteigen. Wie sind Ihre Ziele?

Sabine Bötcher: Ich denke, die Mannschaft hat ausreichend Potenzial, sich noch zu steigern. Zudem haben wir ja immer noch die Hoffnung, dass Jie Schöpp ihre Knieprobleme in den Griff bekommt und in der Rückrunde vielleicht doch noch mal spielen kann. Wir waren lange sehr unsicher, welchen Schritt wir in Zukunft gehen möchten. Die Mannschaft wurde deshalb so zusammengestellt, dass wir es uns lange offen halten wollten. Mittlerweile sind wir uns, in Abstimmung mit Ildiko Imamura, einig, dass wir gerne in die eingleisige 2. Bundesliga möchten.

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Wie würde die Mannschaft dann aussehen? Yuan Wan und Yuko Imamura haben sicherlich das Potential und auch das Ziel in der 2. Bundesliga zu spielen. Wie sind die Planungen?

Bötcher: Über die neue Mannschaft kann man zum heutigen Zeitpunkt noch nichts sagen. Ildiko Imamura möchte sicherlich auch mehr in die Betreuerfunktion. Dies war eigentlich schon in diesem Jahr geplant, aber ohne Ildiko hätte die Mannschaft keine Chance gehabt.

Haben Sie schon neue Spielerinnen im Blick?

Bötcher: Sicherlich, es gibt auch schon Anfragen.

Welche Auswirkungen hat solch eine Entscheidung auf den Rest des Vereins?

Bötcher: Der Rest des Vereins ist davon sportlich nicht betroffen. Wir sind stolz darauf, dass wir drei Damenmannschaften haben, die in den ersten vier deutschen Ligen spielen. Dies können nicht viele Vereine vorzeigen. Natürlich gilt es jetzt, durch intensive Jugendarbeit Spielerinnen aufzubauen, die dann zukünftig in diesen Ligen spielen. Leider kann man hier nicht unbedingt auf die Unterstützung des Verbandes hoffen. Seit Jahren versuchen wir z.B. die Schiedsrichterkosten, die teilweise 10 Prozent unseres Saisonetats ausmachen, durch Regeländerungen zu reduzieren. Leider sind hier die Verbände (Deutscher TischtennisBund und Westdeutscher Tischtennis-Verband) wenig einsichtig. Meiner Meinung nach wäre dieses Geld besser in der Jugendarbeit angelegt.

Wie ist Ihre persönliche Meinung zu der neuen Regelung?

Bötcher: Der Deutsche Tischtennis-Bund erhofft sich durch diese Liga eine Verringerung des Abstandes zwischen der 1. und 2. Bundesliga. Derzeit ist der Leistungsabstand relativ groß - viele Vereine scheuen sich vor diesem Sprung. Die neue 2. Bundesliga ist vielleicht ein Weg, diese Diskrepanz zu verringern. Für uns ist die eingleisige 2. Bundesliga sportlich attraktiver. Wir spielen jetzt seit einigen Jahren beständig in der zweigleisigen 2. Bundesliga. Ich denke, dass man immer wieder neue Reize setzen muss und somit ist das eingleisige Unterhaus mit neuen Vereinen und Gegnern sicherlich reizvoll. Andererseits ist die neue 3. Liga auch interessant, da wir hier natürlich auch mehr unsere Eigengewächse einsetzen können. Aber vor uns liegt noch eine lange Rückrunde, warten wir also ab.

In der eingleisigen 2. Bundesliga werden die finanziellen Anforderungen für den Verein wachsen und das Niveau weiter steigen. Wie sieht sich der Verein gewappnet für die höheren Aufgaben?

Bötcher: Ich denke, dass sich das spielerische Niveau auf jeden Fall steigern wird. Ein Großteil der Mannschaften könnte aus der 2. Bundesliga Nord kommen. Denn es kommt auch immer darauf an, welche Mannschaften überhaupt in der neuen Liga spielen wollen. Der finanzielle Aufwand wird sich etwas erhöhen. Die ein oder andere Fahrt ist dann doch weiter und es muss zusätzlich übernachtet werden.

BENEDIKT RÜTTER FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

(RP)