Fußball Mit bewährten Kräften

Viktoria Goch: Neuer Trainer, neue Liga, neuer Kader – das war vergangenes Jahr. Nach der erfolgreichen Vorsaison mit dem Erreichen des vierten Platzes in der Niederrheinliga setzt man wieder auf Kontinuität in Reinform und möchte an den Vorjahreserfolg anknüpfen.

Nach kurzer Sommerpause präsentierte die Gocher Viktoria am Samstag ihre Seniorenteams für die kommende Spielzeit. Neben der Vorstellung der vom Trainerduo Guido Sonntag und Torsten Vöckel gecoachten verstärkten Kreisliga-Reserve stand naturgemäß vor allem die erste Garde der Weberstädter im Fokus des Interesses. Als Garant für qualitativ hochwertigen Fußball in der Niederrheinliga etabliert gehen die Schwarz-Roten nach dem vierten Rang in der Vorsaison ambitioniert in die neue Spielzeit.

Der Trainer

Thomas von Kuczkowski lenkt im zweiten Jahr die Geschicke der Gocher Viktoria. Der für seine Akribie und Trainingsvielfalt bekannte Bankkaufmann möchte das Team weiter voranbringen und neben dem favorisierten 4-2-3-1-System auch eine 4-4-2-Variante zwecks Flexibilität einstudieren. Ihm zur Seite steht als Co-Trainer wieder Andreas Bergmann. Mit Torwarttrainer Jürgen Schrievers und Sportphysiotherapeut Uli van Baal ergänzen zwei neue Gesichter den Stab, den Mannschaftsbetreuer Achim Niewerth komplettiert.

Das Ziel

Erfolge zu erringen ist die eine Sache – sie zu bestätigen die andere und meist viel schwierigere. Dessen ist Thomas von Kuczkowski sich durchaus bewusst und gibt zunächst vorsichtig aus, so viele Spiele wie möglich gewinnen zu wollen. Von seinem Ehrgeiz hat er jedoch nichts verloren: "Wir sind sicher nicht schlechter als im Vorjahr und wollen daher auch bestimmt nicht schlechter abschneiden."

Die Stärken

"Unser Team ist stimmig und hat sich gefunden. Moral, Einstellung und Kameradschaft bringen schon mal leicht 15 Prozent extra pro Spiel", verweist Thomas von Kuczkowski auf ein intaktes und inzwischen auch bestens eingespieltes Team. Es sind weniger große Individualisten als viel mehr der Teamgeist, der die Gocher schon fast typischerweise auszeichnet. Basis bildet die bewährte erfahrene Gocher Defensive, an der sich schon so mancher Gegner die Zähne ausgebissen hat. Zudem zeichnet die Gocher ein starkes Konterspiel über die schnellen Außen aus.

Die Schwächen

So geschlossen und harmonisch der kleine Kader auch ist, so kann er sich auch als Achillesferse erweisen. Der Konkurrenzdruck ist überschaubar, größeres Verletzungspech können sich die Gocher nicht leisten. Hier könnte aber die gestärkte Reserve in der Hinterhand Probleme abmildern. In der Offensive hing zuletzt zuviel an Stefan Galster. Es bleibt abzuwarten, ob er seine starke Vorsaison (20 Treffer) bestätigen kann und Asim Kus wieder an bessere Zeiten anknüpft. Die Gocher tun sich immer wieder schwer das Spiel zu machen, hier soll Neuzugang Gordon Weniger für Besserung sorgen. Die Favoriten

Nachdem der VfB Speldorf aufgestiegen ist, ist die Niederrheinliga noch ausgeglichener zu erwarten. Eine Übermannschaft ist nicht auszumachen, dafür aber auch kein designierter Abstiegskandidat. Die Aufsteiger gelten als keineswegs schwach. Neben Turu Düsseldorf, KFC Uerdingen und Germania Ratingen hat Thomas von Kuczkowski auch den runderneuerten Lokalrivalen SV Hö./Nie. und Aufsteiger FC Remscheid als Geheimfavorit auf dem Zettel. "Der ein oder andere Trainer hat vielleicht auch uns auf der Rechnung und das sollte er auch", ergänzt er, zielt damit aber weniger auf den Aufstieg als auf eine gute Platzierung ab.

RP-Prognose

Die Gocher Viktoria ist seit Jahren eine feste Größe in der Verbands- bzw. nun Niederrheinliga. Auch in dieser Saison sollten die Gocher eine gute Rolle spielen. Bleibt der Kader von Verletzungspech verschont, ist auch eine Wiederholung des Vorjahreserfolgs möglich. Für den ganz großen Wurf scheint die Spielerdecke zu dünn und mit zu wenig Alternativen bestückt.

(RP)