Fußball: Mewes wettert über "Schönwetterspieler"

Fußball : Mewes wettert über "Schönwetterspieler"

Fußball-Oberliga: SV Hönnepel-Niedermörmter muss sich bei der Spielvereinigung Schonnebeck mit 1:2 (1:1) knapp geschlagen geben.

So zornig hat man Georg Mewes, den Trainer des SV Niedermörmter, höchst selten erlebt. Als Schönwetterspieler bezeichnete er seine Akteure, als die sich nach der knappen 1:2-Niederlage bei der Spielvereinigung Schonnebeck 1910 vom Kunstrasen schlichen. "Wir haben unnötig verloren, da war viel mehr drin", wetterte er, "mit der Unterstützung des Windes haben wir nicht ein einziges Mal auf das Tor geschossen, das ist doch nicht zu glauben."

Wut und Enttäuschung des Übungsleiters waren zu verständlich, hätte Hö.-Nie. doch durchaus zumindest einen Punkt mitnehmen können. Am Ende aber musste man sich einmal mehr frustriert auf die Heimreise machen. Die Schwarz-Gelben stecken somit weiter dick im Abstiegskampf und müssen nun vor dem Beginn der Winterpause in den noch ausstehenden Heimspielen gegen die U23 Rot-Weiß Oberhausens und Schwarz-Weiß Essen wichtige Punkte sammeln.

Die Mewes-Mannschaft agierte in den Anfangsminuten leicht feldüberlegen, ohne jedoch zu Einschussmöglichkeiten zu kommen. In der 9. Minute war dann Torhüter Weichelt erstmals gefordert, musste bei Schüssen von Berkay Öz und Jordi Barrera sein ganzes Können aufbieten. Beim nächsten Schonnebecker Angriff war er dann aber geschlagen. Eine Flanke von der rechten Seite zum völlig freistehenden Verteidiger Denis Dluhosch, der mit einem flach angesetzten Flugkopfball erfolgreich war. Nach zwölf Zeigerumdrehungen hatte Trienenjost die erste Chance, doch sein Schuss nach einer Vorlage von Dennis Terwiel wurde geblockt. Es gab nur einen Eckball, der nichts einbrachte.

Nach 24 Spielminuten durfte dann jedoch gejubelt werden. Die Abwehr der Gastgeber leistete sich gleich mehrere Patzer hintereinander, auch Essens Keeper Andre Bley irrte orientierungslos durch den Fünfmeterraum, so dass Hönnepels Trienenjost in gewohnter Torjägermanier die Kugel ins leere Tor schießen konnte. Bei zwei Schüssen in den Minuten 36 und 39, die ihr Ziel allerdings knapp verfehlten, hatte Hö.-Nie. ein wenig Glück, ging aber trotzdem mit einem verdienten Remis in die Halbzeitpause.

Tarek Staude eröffnete den zweiten Durchgang mit einem Weitschuss, der Ball rauschte knapp am Torpfosten vorbei. In den folgenden Minuten gab es viel Leerlauf auf beiden Seiten, das spielerische Niveau der ersten Hälfte konnte nicht gehalten werden. Viele kleine Fouls im Mittelfeld sorgten dafür, dass kein richtiger Spielfluss bei den Teams aufkam.

Kaum hatte "Schorsch" Mewes Kwadwo Amoako für Mike Welter eingewechselt, da landete der Ball ein zweites Mal im Kasten des Abstiegskandidaten (68.). Bei einer weiten Flanke von der linken Seite verhielt sich die Gästeabwehr zu passiv, so dass Öz keine Mühe hatte, die Kugel aus kurzer Distanz über die Linie zu drücken. Weichelt konnte da nur noch tatenlos hinterhersehen.

Hö.-Nie. musste spätestens jetzt die Brechstange herausholen. Daniel Boldt, zuvor im Mittelfeld tätig, hielt sich nun neben Trienenjost nur noch in vorderster Front auf. Doch zu großen Chancen sollte es nicht reichen. Schonnebeck verschleppte nun deutlich das Tempo. Die ganz in Gelb gekleideten Mewes-Mannen spielten überlegen, aber weitgehend ideenlos. So gab es nur noch zwei Chancen durch Kapitän Markus Heppke, der zunächst bei einem Kopfball deutlich neben das Tor zielte und dann mit einem abgefälschten Volleyschuss aus dem Hinterhalt auch kein Glück hatte (83., 86.)

(RP)
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