Lokalsport: Meisterschaftsspiele ohne Absteiger

Lokalsport : Meisterschaftsspiele ohne Absteiger

Fußball: Da bereits drei Vereine ihre Teams aus der Kreisliga B, Gruppe 2, abgezogen haben, wird es definitiv keinen Absteiger in die Kreisliga C geben. Mannschaften wie Schlusslicht Alemannia Pfalzdorf III profitieren nun davon.

Eine alte Fußballweisheit besagt, dass man zumindest 40 Punkte holen muss, um sicher nicht abzusteigen. Diesem Spruch dürften einige Mannschaften der Kreisliga B, Gruppe 2 widersprechen. Allen voran die Drittvertretung von Alemannia Pfalzdorf. Lediglich einen Punkt aus 14 Partien errang die Elf von Benjamin Walter, kassierte dabei 67 Gegentreffer und steht weit abgeschlagen auf dem letzten Rang. Das Team aus dem Gocher Stadtteil wird im nächsten Jahr dennoch erneut in der Kreisliga B antreten dürfen. Möglich gemacht wurde das durch den Rückzug von drei Teams aus der ursprünglich mit 16 Teilnehmern gestarteten Liga.

Bereits kurz nach Saisonbeginn hatten die Zweitvertretungen der beiden Nordklubs SV Grieth und SV Nütterden zurückgezogen. Dadurch war das Feld auf 14 Teams geschrumpft und ein Abstieg wäre nur durch eine sehr ungünstige Konstellation der Bezirksliga-Absteiger möglich gewesen. Da nach den jüngsten Vorfällen, bei denen ein Schiedsrichter tätlich angegriffen worden war, auch der GSV Geldern seine dritte Mannschaft zurückzog, besteht die Liga nur noch aus 13 Teams. Somit ist ein Abstieg – auch für Alemannia Pfalzdorf – unmöglich. "Zu Beginn der Saison habe ich es noch verurteilt, dass ein Verein direkt zurückzieht und gar nicht erst abtritt", sagt Pfalzdorfs Trainer Benjamin Walter, gibt jedoch zu: "Jetzt kommt uns das allerdings sehr gelegen."

Und auch andere Mannschaften profitieren von dem gesicherten Klassenerhalt – etwa der SV Walbeck III. Mit nur neun Punkten Vorletzter, wäre normalerweise auch das Team von Trainer Heinz-Willi Bouten in Abstiegsgefahr. "Die Jungs wissen, dass sie nicht absteigen können, trotzdem wollen wir punkten", sagt Bouten und wischt damit Bedenken weg, dass die Spiele nicht Ernst genommen würden. Für Issums Coach Michael Seuring geht es zudem um die Einstimmung auf die nächste Saison. So haben sie den Vorteil mehr ausprobieren zu können. Zu Anfang der aktuellen Spielzeit hatte das Ziel für seine Zweitvertretung noch Klassenerhalt gelautet. "Jetzt können wir die einstudierten Abläufe vertiefen und das Augenmerk auf eine gute nächste Saison richten", erläutert der Trainer. Das eine oder andere Spiel wolle er dennoch gewinnen und die jetzigen elf Punkte vermehren. Und auch Pfalzdorf III hat Ambitionen: "Wir wollen bis Saisonende noch 15 Punkte sammeln", sagt Walter. "Wir haben uns noch nicht aufgegeben."

Die dezimierte Liga hat allerdings nicht nur Vorteile. "Dadurch kann kein richtiger Rhythmus entstehen", beklagt hingegen Michael Gecks, Trainer des Aufsteigers DJK Twisteden II. Schließlich haben pro Spieltag bis zu drei Teams spielfrei, dazu kamen zahlreiche Spielausfälle in den vergangenen Wochen. "Man hat das Gefühl, wir spielen kaum einmal zwei Wochen hintereinander", beschreibt Gecks auch die Meinung vieler seiner Trainerkollegen. Dadurch wird die Liga unberechenbarer, wie der TSV Weeze II bereits zu spüren bekam. Nach der Hinrunde noch souverän Dritter, schmolz der Vorsprung in den vergangenen Wochen merklich, da der TSV erst einen Dreier im neuen Jahr einfahren konnte.

Eine Konstante gibt es allerdings in der Kreisliga B, Gruppe 2: Nur ein Team wird aufsteigen. Wer das sein wird, ist noch nicht abzusehen. An der Spitze leisten sich die Favoriten Uedemer SV und Viktoria Goch II ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Aufgrund der momentanen Punktgleichheit wird wohl das direkte Duell der beiden über den Aufstieg entscheiden.

(RP)
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