Fußball : Mehr Tradition als Punkte

Die Gocher Viktoria empfängt mit dem KFC Uerdingen einen klangvollen Namen vergangener Tage zum Nachholspiel am heutigen Abend (Anstoß 19 Uhr). Bange ist den Gochern deswegen aber nicht.

Beim KFC Uerdingen herrschen derzeit so etwas wie Nostalgiewochen. Vor einer Woche wurde gegen den Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen getestet (1:4), in zwei Wochen misst man sich mit der Düsseldorfer Fortuna, einem weiteren Ex-Bundesligisten. Auch beim 6. Internationalen Fußballfilmfestival stehen die Krefelder ab Freitag im Mittelpunkt; ihr legendärer Europapokalsieg gegen Dynamo Dresden (7:3) wird noch einmal aufgearbeitet. Doch all das war einmal, das schöne Schwelgen in Erinnerungen an bessere Zeiten wird am heutigen Abend unterbrochen vom grauen Niederrheinligaalttag und der führt die tief abgerutschten Kicker aus der Grotenburg in die Weberstadt zur Gocher Viktoria. Auf Seiten der Viktoria ist die Vorfreude auf den namhaften Gegner natürlich groß.

Bis zum Anschlag

"Da müssen wieder alle bis zum Anschlag gehen, aber die Motivation ist groß, zumal wir das erste Heimspiel seit gefühlten zwei Jahren haben", erklärt Viktoria-Trainer Thomas von Kuczkowski im Vorfeld der Partie. Ganz so lange ist der letzte Auftritt im Hubert-Houben-Stadion freilich nicht her, aber tatsächlich geht damit erst das erste Pflichtspiel auf heimischem Terrain im Kalenderjahr 2009 über die Bühne. Zur Entschädigung sieht der Terminplan dafür jetzt gleich drei Heimauftritte in Folge vor. "Soviele Vorteile hat das in unserer Liga nicht, aber immerhin, du weisst, wo du dich umziehen musst, kennst die Rituale und die Anreise ist weniger mühsam", sieht von Kuczkowski dem optimistisch entgegen. Sorgen bereitet lediglich die personelle Lage. Frank Rörthmans drohen nach seinem Feldverweis in Speldorf zwei, wenn nicht gar vier Spiele Sperre, Olcay Bükrü steht nicht zur Verfügung, Stephan Gregor und Ernes Tiganj fehlen verletzt und auch Yüksel Kilic steigt erst nächste Woche wieder ins Training ein. Zudem plagt sich Asim Kus mit einer Schulterverletzung. Andreas Schulz soll die rechte Abwehrseite für den in die Mitte rückenden Sebastian Schulte-Kellinghaus bestücken. "Auf der Bank wird es übersichtlich werden", will von Kuczkowski Anleihen bei A-Junioren und Reserve nehmen.

Galster soll helfen

Eine stabile Defensive soll die Basis für Zählbares liefern, wie schon in Speldorf praktiziert. Und vorne hilft ja vielleicht wieder Stefan Galster, den KFC-Trainer Uwe Weidemann aus zahlreichen Beobachtungen bestens kennt und wohl zu gerne nach Krefeld gelockt hätte. Doch da muss er auf anderes Personal bauen, was nach vier Siegen aus den letzten fünf Partien aber mehr und mehr Spaß machen dürfte. Die Krefelder standen zur Winterpause noch im direkten Kontakt zu den Abstiegsrängen, haben sich aber etwas Luft verschaffen können. "Der KFC war bei uns von der Qualität nicht schlechter als Union Solingen", sollten Karl Weiß´ Worte nach dem 2:3 seiner Ratinger am Sonntag gegen Uerdingen für die Gocher Vorwarnung genug sein.

(RP)
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