Fußball : Mehr Herz als Hirn

Fußball-Landesliga: Der 1. FC Kleve verlor zum Saisonauftakt mit 3:5 beim GSV Moers. Den Willen ließen die Akteure der neu zusammengestellten FC-Mannschaft erkennen. Allein an der Umsetzung haperte es.

Wer sich die Partie zwischen dem GSV Moers und den 1. FC Kleve zum Start in die neue Landesliga-Saison angucken wollte, der durfte trödeln und sich zu lange am Bierstand aufhalten. Denn nach zehn gespielten Minuten hatte der Gastgeber bereits zweimal den Ball im Tor der neu formierten Mannschaft des 1. FC Kleve untergebracht. Ein Start nach Maß sieht anders aus.

Klare Vorgaben

FC-Trainer Sebastian Kaul hatte seinen Männern klare Vorgaben mit auf den Weg gegeben, wie man auf dem Platz des GSV Moers auftreten muss. Das Spielfeld der Moerser ist im Prinzip eine Betonplatte mit einer Art Filzteppich auf dem ein paar Schubkarren Sand verteilt sind. "Das ist natürlich ein Vorteil, wenn man regelmäßig darauf trainiert. Aber daran lag es nicht alleine. Nach zehn Minuten konnten wir das, was wir uns vorgenommen hatten, komplett vergessen", sagt Kaul. Er hatte die Rechnung ohne seine Hintermannschaft gemacht. Benjamin Koncic (3.) und Nikola Koncic (10.) markierten die GSV-Treffer zur 2:0-Führung nach Klever Stellungsfehlern.

Beim Anstoß nach dem Tor zum 0:2 hatte Kleves Stürmer Menting seinen Mitspielern noch aufmunternd zugerufen: "Kommt Jungs, es ist noch nichts passiert." Zum einen stimmte das nicht ganz, zum anderen war spätestens nach 38 Minuten klar, dass es für den 1. FC jetzt richtig unangenehm werden könnte. Denn Holz hatte zum 3:0 getroffen. Kleves Akpinar markierte kurz vor der Pause noch das 1:3 und ließ so etwas wie Hoffnung aufkommen. Kleves sportlicher Leiter Thomas von Kuczkowski sagte in der Pause: "Noch ist die Partie nicht verloren." Sechs Minuten später war sie es: GSV-Kapitän Vlaovic war für das 4:1 verantwortlich, ehe Aps auf 5:1 (61.) erhöhte. Es waren billige Gegentore, die der 1. FC hinnehmen musste. Den Willen, mit einer guten Leistung in die Saison zu starten, konnte man den FC-Akteuren nicht absprechen, allein an der Umsetzung fehlte es. Dass auch der GSV Moers reichlich Lücken in der Hintermannschaft anbietet, wurde in der Schlussphase deutlich, als Simon Olfen und Marius Krausel innerhalb von 60 Sekunden das Ergebnis auf 3:5 aus Klever Sicht korrigierten (86.). Mehr war nicht mehr drin.

GSV-Trainer Werner Wildhagen resümierte: "Mit den letzten Minuten bin ich nicht zufrieden. Da darf man sich nicht noch zwei einfangen. Ich habe Kleve trotz der klaren und verdienten Niederlage noch auf der Tapete. Die werden oben mitspielen." Sebastian Kaul sagte: "Es war leider wie so häufig hier in Moers. Ein schlechtes Spiel von uns. Zum Glück müssen wir hier nur einmal hin."

(RP)